Borgmann's Olympia Blog Blog #17: Joachim Jung begründet seinen Protest

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Trotz der elf Strafpunkte, die ihm und fischerChipmunk angekreidet werden, ist Topfavorit Michael Jung mit seinem Ritt in Tokio zufrieden: „Ich bin glücklich, wie er gegangen ist. Er ist toll galoppiert, war richtig fit, hat sich überall gut angefühlt. Den Fehler an der Ecke, Sprung 14cd, habe er zunächst gar nicht bemerkt: „Ich war schon drei bis vier Galoppsprünge weiter – da hörte ich hinter mir einen Knall! Zuerst hatte ich den Oxer gesprungen, danach die Ecke ein bisschen berührt – aber lange nicht so, dass ich damit gerechnet hätte, dass das Teil runterfällt!“

 

Im Gespräch mit reitturniere.de sagte Joachim Jung soeben (11 Uhr deutscher Zeit): „Unser Protest läuft noch, die Jury ist dabei, jetzt alle Details zu prüfen und zu klären. Wann es ein Ergebnis gibt, kann ich im Moment nicht sagen.“

 

Joachim Jung schildert seine Sicht der Dinge so: „Ich bin sofort zu der fraglichen Ecke gegangen und habe dort Fotos gemacht. Außerdem gibt es eine offizielle Kamera, die dort alle Reiter aufgenommen hat. An dieser kniffligen  Ecke, an der etwa Louise Romeike fast gestürzt wäre, ist der  Sicherheitsmechanismus mehrmals ausgelöst worden. Ich habe fotografiert, dass ein Pin dieser Mechanik verbogen war. Zehn Minuten später war ich nochmal da: Der Pin war ausgewechselt. Meine Frage ist nun: Haben die Hindernisrichter bei der Berührung durch einen Reiter, der vor Michael an der Reihe war und angestoßen hat, den Pin ausgewechselt? Haben sie nach jeder Berührung ausgewechselt? Oder haben sie nur dann ausgewechselt, wenn der Mechanismus ausgelöst wurde und das Hindernisteil nach unten gefallen war?“ Joachim Jung betont: „In Frankreich beispielsweise werden nur dann elf Strafpunkte angekreidet, wenn es tatsächlich zum Sturz kommt – wenn Pferd und Reiter unbeschadet weitergaloppieren, gibt es keine Strafpunkte. Aber das ist international wohl anders. Wie gesagt, Michael hat ja  erst einige Galoppsprünge später gehört, wie das Hindernisteil nach unten gerutscht ist.“

 

Neue Information von Joachim Jung: „Unser fischerChipmunk hat bei einem der frühen Sprünge das rechte Vordereisen verloren, konnte den Kurs aber ohne Mühe absolvieren. Er ist bereits neu beschlagen. Das Geläuf war übrigens optimal. Leider haben wir doch einige Pferde gesehen, die durch das ständige Bergauf und Bergab ziemlich müde waren. Die Hitze machte einigen deutlich  zu schaffen. Der Kurs war aus meiner Sicht nicht so anspruchsvoll wie die Kurse von London und Rio. Der Parcourschef hatte hier in Tokio eben die schwierige Aufgabe, so zu bauen, dass auch die schwächeren Reiter gut ins Ziel kommen. Ich denke, wir müssen prüfen, ob dieser neue Modus ,More Flaggs‘ der richtige Weg ist.“ Den  tragischen Unfall des Schweizers Robin Godel auf Jet Set, so betonte Joachim Jung, „bedauern Michael und ich sehr!“

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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