Borgmann's Blog vom vom 2. April: Hofmanns Erzählungen

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Peter Hofmann lebt den Pferdesport wie kaum ein anderer in dieser Republik. 1964 hat der „Mannemer Bub“ seine Karriere als Schleifenkind auf dem Maimarktturnier begonnen. Seit vierzig Jahren ist er der Kopf und die Seele dieses Traditionsturniers. Umso schmerzlicher war’s für den Macher vieler großer Titelkämpfe, dass er vor wenigen Wochen seinen Maimarkt 2020 absagen musste – zum ersten Mal in der Geschichte.

 

Doch der Mann mit den diversen Ehrenämtern, mit seinem Netzwerk in der Reiterei bis hinein in die große Politik – das Zaudern und das Zögern ist nicht sein Ding, auch jetzt nicht: „Wir alle müssen zusammenhalten. Nur dann werden wir unseren herrlichen Sport über diese schwere Zeit retten. Davon bin ich überzeugt.“ Dann folgt dieser Satz: „Das Pferd wird bleiben!“

 

Wer heute über sechzig ist, der erinnert sich, wenn er das liest. Allerdings hieß der Satz in den fünfziger und sechziger Jahren ein klein wenig anders, nämlich: „Das Pferd muss bleiben!“ Damals ging es in der Tat um eine Schicksalsfrage, denn nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine Revolution in der Landwirtschaft – Maschinen verdrängten mehr und mehr die Pferde. Zucht und Sport mussten sich völlig neu orientieren, völlig neu erfinden. Überall auf den Turnieren, aber auch in den Reithallen, sah man die Transparente mit „Das Pferd muss bleiben!“ Noch heute kann man im Antiquariatshandel das Programmheft der großen Veranstaltung vom März 1963 in der Westfalenhalle kaufen, Motto: „Das Pferd muss bleiben. Fest des Pferdes.“   

 

Die Warendorfer, damals noch der „Hauptverband für Zucht und Prüfung deutscher Pferde“, hatte diese Parole erdacht. Es ging wirklich ums Überleben. Und, nebenbei bemerkt, erfand man den „Olympiagroschen“: Auf jede Eintrittskarte wurden seinerzeit zehn Pfennige draufgeschlagen, also ein Groschen, um die Winklers, Thiedemanns und Klimkes bei ihren Ritten um die Medaillen nach Kräften zu unterstützen.

 

Und heute? Niemand weiß, wann und wie diese Corona-Krise ausgehen wird. Wir ahnen zumindest, dass es auch die Reiterei schwer treffen wird – Sport und Zucht, die Vereine wie die privaten Betriebe, nicht zuletzt Handel und Industrie darum herum. Und das weltweit. Gleichwohl tun wir gut daran, Peter Hofmanns Überzeugung zu folgen: „Das Pferd wird bleiben!“ Übrigens, der Mann wird siebzig am 8. April!                    

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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