Borgmann’s Blog vom 3. März: Das hat uns gerade noch gefehlt…

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Es ist wirklich wie verhext: Seit einem Jahr grassiert die weltweite Corona-Pandemie, gerade in diesen Tagen hoffen wir hier in Deutschland auf Lockerungen in vielen Bereichen – und  nun das: Vom spanischen Valencia aus verbreitet sich das Herpes-Virus, das für unsere Pferde tödlich ausgehen kann. Erste Opfer gibt es bereits. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass dieses „Pferde-Virus“ uns Menschen nichts anhaben kann. In der Vergangenheit ist man hierzulande und auch anderswo diesem Herpes-Erreger relativ rasch Herr geworden. Diesmal jedoch scheint der Ausbruch heftiger, die Folgen unabsehbar zu sein.

 

Was sich aus heutiger Sicht sagen und kritisch fordern lässt, ist dies: Wir brauchen eine lückenlose Aufklärung darüber, wo und wie genau das Herpes-Virus auf dem Turnier in Valencia entstehen und sich ausbreiten konnte! Im Internet werden seit gestern heftige Vorwürfe erhoben gegen den dortigen Veranstalter. Er habe die Probleme zunächst nicht ernst genommen, habe viel zu spät reagiert – Valencia weist die Vorwürfe wie erwartet zurück. Womöglich wird es zu Klagen auf Schadenersatz und zu Gerichtsverfahren kommen – mit offenem Ausgang.

 

Sicher scheint mir auch: Dieser Virusausbruch ist, wie immer er ausgehen mag, eine Katastrophe für die so hochgelobten und beliebten, wochenlangen Turniere bzw. Märkte für Sportpferde in Südeuropa, namentlich in Spanien, aber auch in Italien. Zu recht werden Reiter, Händler und Besitzer von nun an die eine drängende Frage stellen: Sind wir mit unseren Pferden dort auch wirklich sicher?

 

Kein Zweifel, die seit Jahren immer stärker, man könnte auch sagen mächtiger werdende Globalisierung im Pferdesport birgt naturgemäß die Gefahr, dass sich das Herpes-Virus rasend schnell ausbreitet, nur sehr schwer oder gar nicht kontrollierbar. Auf diese Problematik muss die Tiermedizin möglichst rasch neue Lösungen finden.

 

Und schließlich noch dies: Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, bleibt festzuhalten: Wenn es nicht rasch gelingt, die Problem einzudämmen und zu lösen, könnten das IOC und die FEI am Ende sogar gezwungen sein, die olympischen Reitwettkämpfe in Tokio abzusagen – und nicht nur die. Das muss uns allen klar sein.

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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