Borgmann's Blog vom 6. Mai: Licht am Ende des Tunnels

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Die gute Nachricht zuerst: Unseren Pferden kann das gemeine Corona-Virus nichts anhaben! Das ist zumindest der aktuelle Stand der Wissenschaft. Wäre es anders, hätte uns gewiss einer der neuerdings so berühmten Virologen eines schlechteren belehrt. Doch wer sich in den letzten Tagen und Wochen umhörte bei den Reitersleuten aus der großen weiten Welt, der hörte Jammern und Klagen – die Stimmen der Vernünftigen gingen fast unter. Dabei votieren mehr als die Hälfte der Bundesbürger gegen die jetzt beschlossenen Lockerungen – zu früh, meinen die meisten.

   

Der Präsident des Bremer Reiterverbandes darf für sich in Anspruch nehmen, die schärfste Klinge geführt zu haben: Wenn den Reitbetrieben und Vereinen nicht bald wirkungsvoll geholfen werde, müsse man die Pferde schlachten! Nüchtern betrachtet, ohne jegliche Emotion, ist das eine Erpressung. Der Mann drohte  praktisch mit dem Selbstmord der Reiterei. Damit ist er – bei allen Problemen, die uns die letzten Wochen und Monate dem Pferdesport beschert haben – weit übers Ziel hinausgeschossen. Nein, der Zweck heiligt keineswegs immer die Mittel! Es gibt auch ein Leben nach der Krise und die Frage, wer mit Vernunft und Augenmaß die Probleme gemeistert hat.

 

Jetzt, da sich von Flensburg bis Garmisch und von Aachen bis Görlitz  einiges Licht am Ende des Tunnels erkennen lässt, ist es Zeit verbal abzurüsten, nicht nur in Bremen, sondern überall. Wie schnell man den eigenen Ruf beschädigen oder gar ruinieren kann, sieht man am Profifußball. Selbst eine Legende wie der Sportreporter Manni Breuckmann aus dem Kohlenpott schüttelt den Kopf: Er habe nicht geahnt, wie dramatisch die finanzielle Misere vieler Klubs wirklich ist und wie stark sein geliebter Fußball von den Millionen und Milliarden der diversen TV-Sender abhängt, privaten wie öffentlich-rechtlichen. So hat die Krise auch ihr Gutes, nämlich Erkenntnisgewinn!

Apropos Erkenntnis: Endlich wissen wir nun auch, wie es in den Büros oder den Wohnzimmern vieler Pferdeleute ausschaut. Die einen nennen es Gelsenkirchener Barock, die anderen nennen es spätes Oberpaur. Das einzige, was alle verbindet, ist der gute alte Leitz-Ordner, ohne den auch das  hippologische Leben unmöglich ist. Nicht zuletzt freuen wir uns auf die unverhoffte Neuauflage der „Lindenstraße“ – mit kleinen Abweichungen: Die Loblieder aus dem In- und Ausland auf das leider abgesagte Mannheimer Maimarktturnier erwärmen nicht nur die Gemüter in der Kurpfalz!   Mal schauen, wie viele Folgen noch folgen. In wenigen Wochen sind die Aachener mit ihrem „Tschio“ an der Reihe. Das wird mega!

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de                               

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