Borgmann's Olympia Blog #24: Viele neue Namen im Nationenpreis

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Die neuen Regeln im olympischen Springreiten erfordern höchste Aufmerksamkeit. Wann darf wer was und wann nicht? Wer startet weshalb  vorne oder weshalb plötzlich hinten? Weshalb wird ein Pferd, das heftig aus der Nase blutet, nicht sofort abgeläutet – während ein klitzekleiner Riss vom Sporen sofort mit dem „Aus!“ geahndet wird? Und wie geht es nochmal, wenn man für den Preis der Nationen am Schluss ein Reiter/Pferd-Paar einwechseln möchte, das im Einzelspringen nicht am Start war?

 

Ehe ich mich vollends verheddere in den Paragrafen, teile ich der geneigten Leserschaft jetzt, zweieinhalb Stunden vor dem Beginn des Wettkampfes, mit, welche Reiter bald auftauchen, an die wir bisher gar nicht gedacht haben: Die Franzosen beispielsweise, haben ihren Matthieu Billot auf die Tribüne verbannt, stattdessen rückt Simon Delestre ins Team neben Penelope Leprevost und Nicolas Delmotte. Der Wechsel bei den Amerikanern ist geradezu spektakulär: Kent Farrington, der unglücklich agierte, muss McLain Ward Platz machen; Laura Kraut und ihre Schülerin Jessica Springsteen bleiben im Team.

 

Die favorisierten Briten erleiden, zumindest auf dem Papier, eine Schwächung, denn Scott Brash kann heute nicht antreten, weil sein Pferd Jefferson angeschlagen ist, stattdessen rückt Holly Smith ins Team neben Harry Charles und Olympiasieger Ben Maher. Trotzdem muss man diese Equipe auf dem Zettel haben für die Medaillen. Bei den Neuseeländern muss Uma O’Neill weichen für Tom Traver-Priebe; Bruce Goodin und Daniel Meech bleiben an Bord.

 

Überraschung bei den Brasilianern: Rodrigo Pessoa, der Olympiasieger von Athen 2004, ist heute mit von der Partie, neben Marlon Zanotelli und Pedro Veniss; Yuri Mansur ist raus aus der Mannschaft. Auch die Schweizer, die im Einzel fest mit einer Medaille gerechnet hatten, wechseln eine Position: Beat Mändli muss auf die Tribüne, dafür kommt Brian Balsiger in die Mannschaft, neben Steve Guerdat, der im Einzel frühzeitig scheiterte, und Martin Fuchs. Auch Peter Weinberg, der Coach der unter seiner Ägide so erfolgreichen Belgier, macht von dem Recht Gebrauch, einen Wechsel vorzunehmen: Niels Bruynseels muss zuschauen, während Peter Devos für ihn ins Team rückt, neben Jerome Guery und Gregory Wathelet.

 

Schließlich noch Otto Becker: Wie schon gestern berichtet, war Maurice Tebbel mit der Zusage nach Tokio gereist, im Mannschaftsspringen starten zu dürfen – Christian Kukuk muss für ihn weichen. Hoffen wir mal, dass Andre Thieme einen besseren Tag erwischt, und dass Daniel Deusser zeigen kann, dass er nicht per Zufall die Nummer eins der Weltrangliste ist. Kurz noch zur Erinnerung: Heute starten 19 Teams, nur die besten 10 kommen ins Finale morgen. Wer auch immer reitet und für wen: Spannend wird’s allemal!

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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