Borgmann’s Blog vom 8. April: Mit 80 noch immer im Sattel – Respekt!

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

„Mein Bestreben war und ist, das seelische Gleichgewicht zwischen Reiter und Pferd und die damit verbundene Freude zu vermitteln.“ Das ist das Credo eines Pferdewirtschaftsmeisters der alten Schule, der geistig und körperlich jung und fit geblieben ist, mehrmals die Woche im Sattel sitzt: Morgen, am  Freitag, 9. April, feiert er - coronabedingt im kleinen Familienkreis -  seinen 80. Geburtstag. Die Rede ist von Manfred Hölzel, dem Chef und Besitzer der renommierten Reitschule Hölzel im Stuttgarter Vorort Möhringen. Die Untere Körschmühle, deren Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, ist seit 1970 sein Domizil. „Manne“, wie ihn seine Freunde nennen, verkörpert die klassische Reiterei – ein Pferdemann vom Scheitel bis zur Sohle, ohne dabei altmodisch oder gar „von gestern“ zu sein.

 

Martin Hölzel, sein aus Schlesien stammender Vater, hat die Reitschule 1948 in Bad Cannstatt, Stuttgarts ältestem Vorort begründet. Er gehörte als Kavallerist zum fast legendären Reiterregiment 18, das im Römerkastell untergebracht war. 1953 nahm er das Angebot des Müllers Gustav Kern an, die Untere Körschmühle zu pachten, um eine private Reitschule aufzubauen. Seine Söhne Wolfgang (geb. 1939) und Manfred (geb. 1941) zählten rasch zu den führenden vielseitigen Sportreitern im Südwesten, feierten Erfolge in Springen, Dressur und „Military“, wie das damals noch hieß; beide trugen früh das Goldene Reitabzeichen. Martin Hölzel starb 1970 – Sohn Manfred übernahm die Leitung der Reitschule; seine Mutter Erna, eine waschechte Schwäbin, blieb bis zu ihrem Tod der gute Geist des Betriebes, namentlich der Gaststätte. Bruder Wolfgang Hölzel, 1999 gestorben, war von 1990 an Leiter der Deutschen Reitschule, zugleich ein angesehener Autor von hippologischer Fachliteratur.

 

Manfred Hölzel hat sein berufliches wie privates Leben in Stuttgart verbracht. Was den Sport angeht, so erinnert er sich gerne: „Beim Sb-Springen in Donaueschingen ritt ich die unvergessene Fuchsstute ,Sportgilde‘, belegte hinter Gerd Wilfang Platz zwei, gemeinsam mit Paul Schockemöhle.“ Sein erstes Erfolgspferd war der Traberhengst Stahleck, mit der Schimmelstute Fregatte gab’s Siege und viele Platzierungen bis zum Grand Prix. Nicht zu vergessen der Ausbilder Manfred Hölzel, bei dem sich eine ganze Reihe von jungen Berufsreitern ihre ersten Sporen verdient hat. Im kommenden Herbst werden Hölzels Kinder Sophie und Michael als dritte Generation die Leitung der Reitschule übernehmen. Und Manfred Hölzel steigt weiterhin mehrmals in der Woche aufs Pferd. Ad multos annos!

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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