Borgmann's Blog vom 9. April: Zum Tod von Prinz Philip

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Soeben kommt die Nachricht – Prinz Philip ist wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag gestorben. Was kommt uns Pferdeleuten als erstes in den Sinn, wenn wir an diesen stets heiteren, besonders humorvollen und charismatischen Mann denken? Nun, sein ganzes Leben lang teilte er die Passion zu den Pferden, der Zucht und dem Sport mit seiner Frau, der Queen. Er spielte aktiv Polo und lenkte noch im fortgeschrittenen Alter souverän seinen Viererzug mit den markanten Cleveland Bays. Er fühlte sich wohl im Kreis von Reitern, Züchtern, Jockeys, Besitzern und hippologischen Kennern, war gerne ihr Gastgeber, etwa auf Schloss Windsor. Nicht zu vergessen, Prinz Philip sah sehr wohl auch die politische Bedeutung und Dimension des Pferdesports. Von 1964 bis 1986 stand er als Präsident an der Spitze des Weltverbandes (FEI). In dieser Zeit nahm er maßgeblichen Einfluss auf den Wandel des Sports vom reinen Amateur zum Profi und Berufsreiter. Unvergessen bleibt sein Verdikt aus den sechziger Jahren: Damals erklärte er die Elite der britischen Springreiter zu Profis, was denen seinerzeit den ersehnten Start bei den Olympischen Spielen verwehrte. Viele Profis haben Prinz Philip damals diese kategorische Politik lange Jahre nicht verziehen – aus heutiger Sicht mutet dieser Schritt geradezu kleinlich und weltfremd an. Aber der internationale Sport ganz allgemein hat sich ja lange Zeit äußerst schwer getan mit der Einordnung von Aktiven, die mit und von ihrem Sport leben.

 

Bleiben wir noch kurz bei der Sportpolitik, die Prinz Philip in jenen Jahren zwischen 1964 und 1986 betrieben hat: Unter seiner Ägide wurden die ersten Pläne für die Weltreiterspiele entworfen, die 1990 in Stockholm ihre Premiere erlebten. Unvergessen aus deutscher Sicht: Dieter Graf Landsberg Velen, damals Präsident der FN und Mitglied im Präsidium des Deutschen Sportbundes, wäre liebend gerne Philips Nachfolger an der FEI-Spitze geworden. Doch der Prinz hatte ganz andere Pläne, übergab seiner Tochter Prinzessin Anne den FEI-Vorsitz.

 

Wie auch immer: Heute, am Tag seines Todes, trauert auch die deutsche Reiterei um Prinz Philip, der ein herausragender, ja historisch bedeutender Freund und Förderer des weltweiten Sports mit den Pferden war.

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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