Michael Jung und Lennox: Eisen weg - knappe Führung

"Wo es genau passiert ist, weiß ich nicht", sagte Michael Jung nach seinem Geländeritt auf Lennox in Marbach. Sein Lennox hatte auf dem Drei-Sterne-Kurs über 3580 Meter wohl recht früh das linke Vordereisen verloren. "Deshalb musste ich das Tempo drosseln, auch weil der Boden nach dem Regen nicht mehr so ideal war", so der Kommentar des Reitmeisters, der nach Dressur und Gelände hauchdünn in Führung liegt vor dem in Ilsfeld geborenen Felix Etzel auf Bandit. Schafft der neunjährige Lennox morgen beim abschließenden Springen idealerweise eine Nullrunde, bringt das Michael Jung nicht nur den Sieg, sondern zugleich auch seinen sechsten deutschen Meistertitel bei den Berufsreitern. Wie auch immer - in zwei Wochen geht Lennox im französischen Saumur eine sogenannte Lange Drei-Sterne-Prüfung, um sich für den Start bei der EM in Strzegom im August zu qualifizieren. Alle "Michi"-Fans wissen, dass Lennox die erste Wahl ist für diese EM in Polen. Der Titelverteidiger dort heißt übrigens - wie könnte es anders sein? - Michael Jung: 2011 siegte er mit Sam, 2013 mit Halunke und 2015 mit fischerTakinou. Apropos Frankreich. Mit seinen Springpferden fährt Michael Jung demnächst zum Turnier nach Bourg-en-Bresse, wo man ihn mit Freude und offenen Armen aufnimmt und willkommmen heißt. Eigentlich wäre die Nummer eins der Buschreiter-Weltrangliste gerne beim Turnier in  Nörten-Hardenberg gestartet - doch dort wollte man ihn nicht haben. Turnierchef Kaspar Funke ließ wissen, man könnte über einen Startplatz erst dann sprechen, wenn die Familie Jung bereit wäre, einen Tisch zu mieten im VIP-Bereich. Vater Joachim Jung lehnt das strikt ab: "Ich kaufe keinen Tisch! Entweder man freut sich, wenn Michael kommt - oder eben nicht."

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

Was suchen Sie?

Suchformular