Borgmann's Aachen-Blog vom 14. September: Endlich wieder in der Soers!

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Am Sattelplatz sitzen in der Soers, Pferdeleute begrüßen, die man lange nicht gesehen hat. Diese unvergleichliche Atmosphäre genießen, dabei sich erinnern an längst vergangene Zeiten des legendären „Tschio“, wie die Aachener ihr Reitturnier nennen: HG Winklers Abschied vom aktiven Sport anno 1986, der hypernervöse Shutterfly im WM-Finale von 2006, die Ovationen der Zuschauer für Newcomer wie Hansi Dreher oder Sven Schlüsselburg, der epochale Jubel im Dressurstadion für Isabell Werth, Tausende von weißen Taschentüchern beim Abschied der Nationen! Oder das Lesen der aktuellen Meldelisten mit bis dato unbekannten Namen – neue Gesichter, deren Jugendtraum vom Start in der Soers in diesen Tagen Wirklichkeit wird. Aachen, so möchte ich sagen, ist weit mehr als nur ein Turnier – Aachen ist ein Zustand! Seien wir froh und dankbar, dass es jetzt, in den Zeiten, da die blöde Pandemie noch immer nicht weichen mag, gelungen ist, die so wichtigen Aachener Tage auszurichten. Ein Gemeinschaftswerk so vieler, die nicht lamentieren, nicht immer nur Bedenken tragen, sondern anpacken und machen! Respekt!

 

Was erwartet uns bis zum Sonntag in der Soers? Otto Becker hat zwei Wochen nach der Silbermedaille bei der EM in Riesenbeck folgendes Quintett aufgeboten: Christian Ahlmann, Daniel Deusser, Marcus Ehning, Maurice Tebbel und David Will. Die Briten schicken keine Mannschaft, dafür immerhin den Olympiasieger Ben Maher und seinen Freund Scott Brash. Für die USA reiten Jessica Springsteen und ihre Trainerin Laura Kraut. Schade, dass die drei  schwedischen Olympiasieger nicht auf der Liste stehen. Aus der Schweiz kommen Martin Fuchs, der neue Vize-Europameister, und Steve Guerdat, der Sieger vom GP in Calgary (Siegprämie 600 000 Fränkli!).
Eine Woche nach der Dressur-EM in Hagen sieht das deutsche Quartett so aus wie noch nie: Carina Scholz gibt ihr internationales Debüt in der Soers (wir halten die Daumen!), Jessica von Bredow-Werndl reitet Ferdinand, kommt als neue Olympiasiegerin und Europameisterin ins Deutsche-Bank-Stadion. Isabell Werth tritt an mit dem Hengst Quantaz, auf den sie in den kommenden Jahren viele Hoffnungen setzt – Bella Rose ist Vergangenheit, Weihegold wird es bald sein. Auch Frederic Wandres sattelt zum Debüt im offiziellen deutschen Team.

 

Eine Debütantin sehen wir auch in der Equipe der Buschreiter: Josephine Schnaufer-Völkel gibt auf Pasadena ihre Visitenkarte ab, Sandra Auffarth reitet Rosveel, Ingrid Klimke Just do it, Andreas Ostholt Corvette. Mindestens so gespannt sind wir auf Zara Tindall, von der man sagt, sie sei die Lieblingsenkelin der Queen; 2006, lange ist’s her, holte sie hier in der Soers den WM-Titel! Andrew Hoy, die australische Legende, reitet sein Olympiapferd Vassily de Lassos! Das lässt aufhorchen; in Tokio gab’s bekanntlich Teamsilber und Einzelbronze. Michael Jung, der sein Tokio-Pech zu verdrängen sucht, sattelt den Iren Kilcandra Ocean Power. Julia Krajweski indessen macht nur mit beim Jump and Drive! Eigentlich schade. Hoffen wir, dass sie möglichst bald ein zweites Pferd unter dem Sattel hat auf dem Weg in das, was wir den Großen Sport nennen. Wie auch immer, eines verbindet alle: Endlich wieder Aachen!

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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