Borgmann's Blog vom 16. Februar: Klopp, Werth & Co.

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Jürgen Klopp bringt es auf den Punkt: „Der Fußball ist die wichtigste der unwichtigen Sachen!“ Und auch Isabell Werth hat recht: „Vielleicht musste die Welt mal angehalten werden, damit sie sich erholen kann – dass weniger gereist wird, dass die Luft besser wird, dass wir uns bewusst werden.“ Sie sei, „gar nicht böse, wenn ich mal sechs bis acht Wochen zu Hause bleiben kann, um mich intensiv um meine jungen Pferde zu kümmern“. So sieht das auch Michael Jung, normalerweise gerne und oft mit seinen Pferden unterwegs: Zuletzt verzichtete der Olympiasieger von London und Rio auf die Fahrt mit seinen Springpferden zur Dortmunder Westfalenhalle. Kaspar Funke, der streitbarste unter Deutschlands Turnierveranstaltern, ließ es dort drauf ankommen, musste am Sonntag den Abbruch seines Signal-Iduna-Cups durch die städtischen Behörden hinnehmen.

 

Da zeigt sich, kurz und knapp, die Bandbreite all dessen, was das Corona-Virus mit sich bringt und von der Gesellschaft fordert: Einsicht und Weitsicht, Vernunft und Solidarität – auch wenn’s schwer fällt.

 

Trösten wir uns zunächst einmal damit: Die aktuelle Krise trifft alle gleichermaßen, fast jedenfalls: Der Reitsport kann die Absagen und die Ausfälle durchaus verkraften. Wir Reiter zählen zum besser gestellten Teil der Gesellschaft. Härten im Einzelfall sind nicht auszuschließen und bitter für die Betroffenen. Trösten wir uns immerhin  damit, dass (wissenschaftlicher Stand heute) die Pferde durch das Virus nicht gefährdet sind – nicht auszudenken, wenn das anders wäre! Stellen wir uns also darauf ein, dass wir in nächster Zeit im Prinzip daheim bleiben, wo es ja in aller Regel am schönsten ist. Nehmen wir unseren Sport wie Jürgen Klopp, nämlich als die schönste Nebensache der Welt. Freuen wir uns wie Isabell Werth auf die „Heimarbeit“ mit den jungen Pferden. Lassen wir’s – nicht wie Kaspar Funke – auf das Äußerste ankommen. Und setzen wir auf Friedrich Hölderlin, am 20. März vor 250 Jahren geboren: „Wenn die Not am größten ist, wächst das Rettende auch!“

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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