Borgmann's Blog 2 vom 16. November: Traumstart für Lisa Müller

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Thomas Müller mit der weinroten Kappe auf dem Kopf jubelte spontan, stieß die Faust in die Höhe als hätte er soeben ein ungemein wichtiges Tor für seinen FC Bayern geschossen. Auf meine Frage, was sagen Sie jetzt, seine Antwort: „Ich juble. Ich sag‘ gar nichts!“ In der Emotion des Augenblicks umarmte der Fußballstar Isabell Werth, die mit ihrem Emilio die Jury heute nicht überzeugen konnte – zu viel Mühe, allerhand Fehler. Ihr Kommentar: „Das war heute nicht gut, ich hatte Mühe mit ihm.“ Verkehrte Welt? Ja! Lisa Müller gewinnt auf ihrem Stand by me hochverdient ihren ersten internationalen Grand Prix – Isabell Werth, ihre Trainerin, muss mit Platz fünf vorlieb nehmen. Wer hätte das gedacht? Großes Kompliment an beide: Für Lisa Müller für ihren (fast) fehlerfreien Grand Prix auf einem Pferd, das traben kann für eine Zehn und sich nur einen Wechselfehler leistete. Und für Isabell Werth, die ihre Schülerin zum bisher größten Erfolg ihrer Karriere geführt hat. Man bedenke: Vor Wochen in Donaueschingen widersetzte sich der Zwölfjährige auf dem Viereck sehr heftig, sodass Lisa Müller enttäuscht die Heimreise antrat. Isabell Werth, bereits bei der EM in Rotterdam, konnte sie damals nicht unterstützen. Kommentar von Bundestrainerin Monica Theodorescu: „Ein interessanter Wettkampf heute mit einigen Fehlern. Ein schöner Erfolg für Lisa Müller, aber auch gute Ritte von Hubertus Schmidt und Ingrid Klimke.“ Über diese Qualifikation zum German Master 2019 wird man noch lange sprechen. Rang zwei für Ingrid Klimke, Rang drei für Hubertus Schmidt, nur Rang neun für Dorothee Schneider, deren Faustus stark begann, sich dann aber Schnitzer leistete. Schön für den Dressursport, dass es solche Tage gibt – offen gesagt, viel zu selten.

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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