Borgmann’s Blog vom 19. Februar: Joachim Jungs Erinnerungen an Iffezheim

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Als ich im Gespräch am Telefon das Stichwort „Reitturnier in Iffezheim“ nenne, reagiert Joachim Jung sofort: „Ja, ja – ich erinnere mich genau: das war in den Siebzigern, da hab‘ ich selbst geritten!“ Keine Frage, wer lange genug im Pferdegeschäft ist, der weiß, dass es auf den Wiesen neben der Rennbahn in den siebziger Jahren tatsächlich Reitturniere gegeben hat: ein bissle Springen und ein bissle Dressur. Der Sportredakteur Thomas Borgmann fuhr seinerzeit auch zur berühmten Rennbahn, um über das Turnier zu berichten; sein Artikel ist über die Jahrzehnte leider verschollen.

 

Soviel ist allerdings sicher: Einige Leute mit Geld und/oder Visionen möchten der 1858 gegründeten, traditionsreichen  Rennbahn eine neue Zukunft verschaffen: Galopprennen wie seit alters her, dazu Turniersport, also Springen, Dressur und Vielseitigkeit. So stand’s dieser Tage zu lesen im Badischen Tagblatt. Zwei einflussreiche Macher des Rennsports, Klaus Göntzsche und Daniel Delius, wollen den Karren ziehen. Gut so!
Beide (und viele andere) machen sich seit geraumer Zeit ernste Sorgen um den deutschen Galoppsport im Allgemeinen, um Iffezheim im Besonderen. Denn der „Rennerei“, um es salopp zu sagen, geht es seit Jahren nicht gut – die Pandemie hat die finanziell äußerst missliche Lage dramatisch zugespitzt.

 

An dieser Stelle kommt wieder Vater Jung ins Gespräch: „Vergangenes Jahr waren Michael und Rüdiger Rau auf Bitten der Iffezheimer dort, die Anlagen kennen zu lernen und ihre Meinung über die Chancen für eine neue Ära des Turniersports dort zu sagen.“ Beide, so betont Joachim Jung, hätten die neue Initiative ausdrücklich begrüßt, zugleich aber auch darauf hingewiesen, dass erhebliche Investitionen notwendig wären, um die Voraussetzungen für einen Turniersport auf nationaler oder gar internationaler Ebene zu schaffen. Kleinere Prüfungen mit beweglichen Hindernissen seien leichter denkbar.  Eine persönliche Mitwirkung der beiden an möglichen Plänen und Investitionen in Iffezheim stünden jedoch nicht nur Debatte.

 

Mein Fazit aus heutiger Sicht: Baden-Württemberg könnte eine neue, moderne Turnieranlage mit Trainings- und Wettkampfplätzen, mit Hallen, Stallungen und allem Drumherum sehr gut gebrauchen! Viele der hier bestehenden Anlagen sind in die Jahre gekommen – nach wie vor schmerzhaft vermisst wird das einst von Hans Werner Aufrecht in Affalterbach gebaute Reitzentrum, das jedes Mal Wehmut erzeugt, wenn man daran vorüberfährt.  Es wäre also durchaus sinnvoll, wenn sich der Pferdesportverband des Landes, stets auf der Suche nach einem festen Ort für seine Meisterschaften, sowie seine Regionalverbände in Nord- und Südbaden alsbald intensiv mit den aktuellen Plänen in Iffezheim befassen würden. Womöglich eröffnen sich dort neue, bisher ungeahnte Chancen, ein von mehreren Schultern getragenes   Reit- und Turnierzentrum zu schaffen. Den Galoppern, die bundesweit ums blanke Überleben kämpfen müssen, könnte das nur recht sein. Wie heißt es so schön: Gemeinsam sind wir stark! Warum nicht auch in Iffezheim?

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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