Borgmann’s Blog vom vom 19. März: EM in Avenches, Punktsieg für Michael Jung

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Ehre, wem Ehre gebührt! Unser aller  Weltverband, die FEI, hat sich tatsächlich mal bewegt, ist auf die klugen und vernünftigen Vorschläge und Forderungen der Aktiven eingegangen. Immerhin. Lange Zeit, wir erinnern uns, sollten nach Ansicht der Funktionäre aus Lausanne die verschobenen Olympischen Spiele in Tokio der einzige Höhepunkt dieser „Corona-Saison“ sein. Aber das wollten viele Aktive nicht hinnehmen – aus gutem Grund! Man verlangte zu recht, nach Tokio auch noch Europameisterschaften in Springen, Dressur und Vielseitigkeit auszurichten, zumal bei Olympia 2021 nur jeweils drei Reiter ein Team bilden, Streichresultate gibt es ja leider nicht mehr. Diese Fehlentwicklung geht bekanntlich auf das Konto der FEI. Nur eine vergleichsweise kleine Gruppe von Aktiven kann also (wenn’s überhaupt stadtfindet, was noch nicht sicher ist) in Japan starten. Quasi als ausgleichende Gerechtigkeit gibt’s nun von Ende August bis in den September hinein drei Europameisterschaften: Bei Ludger Beerbaum in Riesenbeck geht’s los, Uli Kasselmann in Hagen folgt, danach treffen wir alle uns hoffentlich mal wieder in alter Frische in der Soers. Am Wochenende der Bundestagswahl (26. September) ermitteln die Buschreiter im schweizerischen Avenches ihren neuen  Europameister.

 

Also Ehre, wem Ehre gebührt! All den Aktiven, die die FEI zu ihrem Glück gezwungen haben. Sodann Ludger Beerbaum und Uli Kasselmann – nicht zuletzt aber auch Michael Jung, der sich von Anfang an für diese EM-Vergabe in die Schweiz stark gemacht hat. Das Beispiel zeigt, dass unsere Spitzenreiter, wenn sie sich einig sind und sich öffentlich in Position bringen, sehr wohl etwas bewirken können. Das sollte Schule machen!

 

Wichtiger Nachsatz: Ursprünglich wollten ja die Franzosen in Haras du Pin diese Vielseitigkeits-EM 2021 ausrichten. Die FEI hat sie schon jetzt dafür entschädigt und ihnen die nächste EM im Jahr 2023 zugesprochen. In dem Jahr wollten ja eigentlich die Marbacher auf der Schwäbischen Alb ihr erste EM veranstalten. Ob die Marbacher die Kraft haben, sich für 2025 den Zuschlag zu sichern, ist heute völlig offen. Vielleicht klappt’s ja zu gegebener Zeit, wenn sich Michael Jung, quasi der Lokalmatador,  dafür stark macht.

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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