Borgmann's Blog vom 20. April: Wie groß ist groß?

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Augenmaß und Zuversicht – unter dieser Parole agiert die Politik auf Bundes- und Landesebene mitten in der Corona-Krise. Dabei schert manch ein Landesfürst gerne aus, weil er sich zu höherem berufen fühlt – gar zum Nachfolger von Angela Merkel. Der Föderalismus erweist sich als stark und krisenfest – zumeist jedenfalls. Allerdings steigt  mancherorts die Nervosität: Die Wahlen rücken langsam näher, etwa in Baden-Württemberg im Frühjahr 2021.
Armin Laschet, der aus Aachen stammende Ministerpräsident von NRW, möchte gerne CDU-Chef werden und Kanzlerkandidat – man darf gespannt sein, ob und wie er es schafft, seinem „Tschio“ in der Soers im wahrsten Sinn des Wortes auf die Sprünge zu helfen. Leicht wird’s nicht, denn die Fakten sind glasklar, bis dato jedenfalls: „Mindestens bis 31. August keine Großveranstaltungen!“ Der fixe  Turniermacher Kaspar Funke stellt sogleich die Frage: „Wie groß ist eigentlich groß?“ Antwort von oben: „Groß ist alles, was mehr als tausend Besucher hat!“ Die strikten Sicherheitsvorkehrungen nicht zu vergessen. Alles, was dem stetigen Rückgang der Pandemie im Wege steht, muss vermieden werden.

 

Apropos Kaspar Funke. Vor wenigen Tagen noch gab der Mann sich einigermaßen zuversichtlich, das Mitte Juni geplante Traditionsturnier in Nörten-Hardenberg noch retten, eventuell verschieben zu können – jetzt kam, in Absprache mit der Familie Hardenberg, die Absage, dazu das Versprechen, dass man sich 2021 auf der pittoresken Burg wiedersieht. Immerhin ein Trost. Doch Funkes nächste „Baustelle“ liegt terminlich  nicht weit: der Schlosspark von Donaueschingen, wo man sich eigentlich Mitte August, wenige Tage nach Olympia in Tokio, im internationalen Rahmen treffen wollte. Nun, Tokio ist bekanntlich verschoben. Und die Regel, höchstens tausend Besucher zuzulassen, gilt auch in der Stadt an der Donauquelle. Noch ist die Absage bzw. die Verschiebung nicht offiziell. Kaspar Funke will noch zuwarten, möchte Zeit gewinnen nach dem bewährten Motto „Die  Hoffnung stirbt zuletzt!“ Doch realistisch betrachtet, bleibt der idyllische Schlosspark auf der Baar zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb im August unberührt. Ob’s im September Termine gibt, dieses und auch noch Aachen, Hamburg, Balve ect. nachzuholen – nur die allergrößten Optimisten mögen daran glauben. So oder so: Die Turniersaison 2020, ob national oder weltweit, ist Makulatur – die Luft ist raus. Doch anstatt sich zu grämen, empfehle ich, es möglichst mit Humor zu nehmen: etwa wie Michael Jung, auf dessen facebook-Seite man sehen kann, dass auch die als strohtrocken verschrienen Schwaben durchaus Humor besitzen. Mehr als 800 Lob- und Dankmails sind dazu  eingetrudelt. Gerade in der Krise zeigt sich, wer wirklich zu den Großen zählt.

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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