Borgmann's Blog vom vom 20. Juni: Vier Starts, vier Siege…

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Radolfzell, Marbach, Baborowko, und Luhmühlen – fehlt nur noch Tokio! Michael Jung zeigt anno 2021 eine perfekte Vorbereitung für seine dritten Olympischen Spiele. Vier Starts im Rhythmus von jeweils drei Wochen, vier souveräne Siege mit dem 13-jährigen fischerChipmunk FRH, zugleich sein zweiter deutscher Meistertitel nach 2012, damals im Sattel von River of Joy. Die Nominierung des Olympiasiegers von London 2012 und Rio 2016 war für den Bundestrainer und den DOKR-Ausschuss Vielseitigkeit nur eine Formsache. Die Erwartungen an den Reitmeister aus dem schwäbischen Horb am Neckar klingen schlicht und einfach: Die dritte Goldmedaille hintereinander sollte es sein! Kein Zweifel, Michael Jung fliegt (Stand heute) als Favorit nach Tokio, das Gelände dort kennt er bereits, seine Bereitschaft, sich im Sommer 2019 die Zeit zu nehmen, um dort mit Fischer Wild Wave anzutreten, mag sich jetzt, zwei Jahre später, auszahlen. Apropos Wild Wave. Ein Versehen im Gelände der Luhmühlener Fünf-Sterne-Prüfung verhinderte eine bessere Platzierung; aber es spricht für die Klasse von Michael Jung, dass er dieses Pferd konsequent in die internationale Szene geführt hat. Bei der EM im September in Avenches werden wir sehen, was dieser Holsteiner in seinem ersten Championat zu leisten vermag.

 

Wichtig zu wissen an dieser Stelle: Im deutschen Lager ist man sich einig, dass die drei Pferde, die in Tokio antreten, nicht nach Avenches zur EM in die Schweiz reisen. Dort möchte, nebenbei bemerkt, Ingrid Klimke ihren Titel von 2019 verteidigen – hoffen wir, dass sie ihren schweren Sturz von Baborowko bis dahin gut auskuriert hat.

 

Blicken wir auf das gesamte Tableau für Tokio, so zeigt sich einmal mehr: Das Team der Buschreiter hat sich quasi selbst aufgestellt. So war es in der Vergangenheit häufig, nicht nur in der Vielseitigkeit.

 

Sandra Auffarth, mit ihrem Viamant du Matz zu Saisonbeginn etwas zäh  gestartet, zumal in der Dressur, präsentierte sich jetzt in Luhmühlen in sehr guter Form. Was die Dressur angeht, muss sie in Tokio noch eine Schippe drauflegen. Hans Melzer, der Bundestrainer, sagt: „Unter den neuen Regeln, also ohne das Streichergebnis, müssen alle drei Reiter Leistungen zeigen, die für Einzelmedaillen gut sind.“ Melzer hat recht: Nur auf dieser Grundlage ist es überhaupt möglich, Teamgold zu holen wie etwa 2008 in Hongkong und 2012 in London.

 

Einmal mehr ein dickes Lob für Julia Krajewski! Nach dem Verkauf des von ihr ausgebildeten Chipmunk im Jahr 2019 hat sie es geschafft die französische Stute Amande in die Weltklasse zu führen. Ihr Konzept, nach Saumur auszuweichen und dort zu gewinnen, ist aufgegangen. In Luhmühlen zeigte das Paar, auf welch gutem Weg die beiden sind. Zugegeben, Julia Krajewski hat 2016 in Rio und 2018 in Tryon nicht restlos überzeugt – sie ist inzwischen reifer und erfahrener geworden, sollte mit dem speziellen Druck unter den neuen Regeln in Tokio gleichwohl ein starkes Resultat bringen. Das deutsche Trio in der Vielseitigkeit zählt zum Kreis der Favoriten, die Medaillen holen können in der Einzel- wie in der Teamwertung. Von heute an läuft die Mission Gold. Von Pleiten, Pech und Pannen möchte ich ab heute nix mehr hören!

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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