Borgmann's Blog vom 24. März: Das einzig Richtige!

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Dem IOC und der japanischen Regierung blieb gar nicht anderes übrig: die Olympischen Spiele werden um ein Jahr verschoben! Schade, dass es so viel massivem Druck von außen bedurfte, um diese einzig richtige Entscheidung jetzt endlich zu treffen. Angesichts der brutalen  Pandemie, angesichts der weltweiten Probleme mit mehr als 300 000 Infizierten und Tausenden von Toten, aber auch angesichts der noch gar nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen dieser Katastrophe – der weltweite Sport, die olympische Bewegung haben jetzt Zeit gewonnen, können sich in allen Ländern, in allen Sportarten auf das konzentrieren, was an oberster Stelle stehen muss: die Gesundheit der Völker, die Gesundheit  jedes einzelnen!

 

Und die Reiterei? Wenn wir ehrlich sind und uns umschauen in der Welt des olympischen Sports, dann müssen wir klipp und klar feststellen: Die allermeisten von uns sind privilegiert, besitzen einen guten, ja sogar sehr guten ökonomischen Rückhalt. Die meisten Topathleten können davon nur träumen, einmal ganz ungeachtet der Tatsache, dass etwa die Leichtathleten oder die Aktiven in den Ballsportarten seit Wochen gar kein Training absolvieren konnten. Unsere Spitzenreiter hingegen leben und arbeiten zumeist auf eigenem Grund und Boden oder auf den Anlagen ihrer Arbeitgeber, ihrer Sponsoren und Mäzene. Wahr ist freilich auch, dass gerade die Reiterei ihr wirtschaftliches Risiko, ihre Investitionen in den Spitzensport nahezu alleine trägt. Schaut man genau hin, so handelt es sich schlicht und einfach um das, was man in unserem Sprachgebrauch Mittelständler nennt. Wohl dem, der sich auf Menschen wie eine Madeleine Winter-Schulze oder einen Klaus Fischer verlassen kann – um nur stellvertretend diese beiden zu nennen.

 

Und wie geht es weiter? Durch die Absage der Olympischen Spiele ist also  Zeit gewonnen – zugleich aber ist, salopp gesagt, die Luft raus aus der Saison 2020! Das muss uns allen klar sein. Womöglich wird in den nächsten Tagen die für alle Reiter besonders schmerzliche Absage des CHIO in Aachen folgen, denn durch die Verlegung der Spiele von Tokio hat die Soers quasi ihre Funktion verloren – ganz ungeachtet, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

 

Schauen wir am Ende dieses durchaus historischen Tages auf die Tatsachen: Persönliche Vernunft und Solidarität sind jetzt gefordert – von jedem einzelnen. Dazu zählen auch alle Topreiter, die sich Hoffnungen gemacht hatten, in Tokio dabei zu sein. Vergessen wir nicht: Ein Jahr ist kurz! Und wer weiß, ob und wie und wann sich die Pandemie eindämmen und schließlich bezwingen lässt. Wie auch immer: Die Freude an der täglichen Arbeit mit den Pferden ist das Pfund, mit dem wir wuchern können!

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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