Borgmann's Blog vom 30. Juli: Auch Stuttgart muss absagen!

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Nein, eine Überraschung ist diese Nachricht vom Cannstatter Wasen, dem Sitz der in.Stuttgart nicht – man fragt sich viel eher, weshalb sie erst jetzt kommt: Das 36. German Master in der Schleyerhalle, geplant für Mitte November, findet 2020 nicht statt! Die Absagen der Weltcupturniere von Oslo, Helsinki und Madrid liegen Wochen zurück. Jetzt, da auch die Stuttgarter notgedrungen die weiße Fahne vor dem Coronavirus gehisst haben, werden weitere Absagen nicht mehr lange auf sich warten lassen, etwa aus Verona. Was, nebenbei bemerkt, aus dem in Barcelona geplanten Finale im (nicht ausgetragenen) Nationscup wird, bleibt vorerst offen: Bessert sich die aktuelle Lage nicht, gerade in Spanien, bleibt auch dieser traditionelle Wettkampf für 2020 ein schöner Traum.

 

Für die Reiterei im Südwesten ist das Aus für das German Master ein harter Schlag! Erst vor wenigen Tagen hat Uli Kasselmann seine Ende September geplante Dressurpremiere vor dem Schloss Monrepos in Ludwigsburg abgesagt – ebenfalls sehr schade! Fakt ist. In Baden-Württemberg wie anderswo bleibt der Turniersport überwiegend lokal und regional. Die Dressur-DM in Balve und das kleinere Springwochenende in der Soers werden wohl die Ausnahme bleiben – falls es keine zweite Welle gibt.

 

Übrigens, da fällt mir ganz aktuell Eric Lamaze ein. Vor wenigen Tagen erst kritisierte er seine Reiterkollegen via Facebook scharf, reiste vorzeitig ab vom Turnier im belgischen Lier: Keine Spur von Maskenpflicht, keine Spur von Vernunft, blanke Sorglosigkeit und der fast schon fanatische Drang so zu tun, als gäbe es kein Corona! Eric Lamaze war kaum abgereist, da zog die belgische Regierung quasi die Notbremse und verhängte drastische Auflagen. Warum? Nun, in Belgien, ohnehin schwerst getroffen von der Pandemie, gibt es neue, dramatische Ausbrüche und damit massive Probleme.

 

Was lernen wir aus all dem? Die Coronakrise ist noch längst nicht vorbei. Da helfen nur Vernunft und Augenmaß, gegenseitige Rücksichtnahme und die strikte Bereitschaft, die lästigen Einschränkungen zu akzeptieren. Nur wenn das geschieht, haben wir überhaupt die Chance, uns 2021 auf den uns lieb gewordenen Turnieren im In- und Ausland wieder zu treffen. Es liegt, so pathetisch das klingt, an jedem einzelnen von uns!

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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