Borgmann's Blog vom 31. März: Otto Becker: Gute Nachrichten aus Warendorf!

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

Foto: Thomas Borgmann - Fotograf: Stefan Lafrentz

In diesen Zeiten der brutalen Krise tut es gut, ab und zu auch mal eine positive Nachricht zu hören. Sonst müsste man wohl den Glauben an die Zukunft verlieren. Die gute Nachricht kommt aus der DOKR-Zentrale in Warendorf und sie lautet: Die Bundestrainer der olympischen Disziplinen Springen, Dressur und Vielseitigkeit sowie ihre Co-Trainer haben sich jetzt spontan dazu bereit erklärt, bis zu den ins Jahr 2021 verschobenen Olympischen Spielen an Bord zu bleiben: Otto Becker und Heiner Engemann, Monica Theodorescu und Jonny Hilberath sowie Hans Melzer. Wie der aktuelle Stand bei der Para-Dressur aussieht, darüber gibt’s aus Warendorf noch keine Informationen.

 

Blickt man auf andere Reiternationen und betrachtet das in den letzten Wochen und Monaten mancherorts gelaufene  Wechselspiel im Bereich der Nationaltrainer, nicht selten begleitet von mehr oder minder lauten Misstönen, so merkt man rasch, wie stark unser Spitzenreitsport mit den zumindest noch ein Jahr weiter amtierenden Bundestrainern und ihren Co-Trainern  aufgestellt ist. Alle Seiten haben jetzt die für sie so wichtige Planungssicherheit: Zuallererst die Aktiven selbst und ihre Familien, sodann ihre Pferdebesitzer bzw. Arbeitgeber, ebenso ihre Sponsoren, ihre Mäzene und nicht zuletzt ihre eigenen Mitarbeiter sowie der Kreis der Freunde und der Fans, die ihren Idolen seit Jahren die Daumen halten und ihnen damit den Rücken stärken.

 

Der angesichts der erfreulichen Zusagen der Bundestrainer gegenüber dem DOKR-Geschäftsführer Dennis Peiler glaubt, es handle sich dabei um eine Selbstverständlichkeit, ja um eine reine Formsache, der erscheint ein wenig blauäugig. Soll heißen: Dass ihre Arbeitsverträge, rein rechtlich exakt an den Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen gebunden, nur mal so eben um zwölf Monate verlängert werden, ist alles andere als Normalität. Erstens, so wäre festzuhalten, wird man als Bundestrainer der Reiter nicht reich, zweitens darf man getrost unterstellen, dass der eine oder andere womöglich ganz andere persönliche Pläne im Hinterkopf hatte – Beispiel Hans Melzer: Der Mann aus Salzhausen, seit 2001 im Amt, wollte nach Olympia 2020 in den Unruhestand wechseln. Der Holsteiner Peter Thomsen war als sein Nachfolger quasi schon ausgeguckt – die Corona-Krise hat diese Pläne zunächst obsolet gemacht.

 

Schließlich muss man folgende Sätze aus der offiziellen Mitteilung aus Warendorf sehr genau lesen: „Wir hoffen, dass wir so bald wie möglich auch die finanziellen Aspekte mit DOSB und Bundesinnenministerium klären können, die für die Vergabe von Sportfördermitteln an die Spitzensportverbände zuständig sind. Denn über diese Fördermittel werden auch die Bundestrainer finanziert.“ Hoffentlich gibt’s auch zu diesem wichtigen Punkt bald gute Nachrichten aus Warendorf.

 

Thomas Borgmann für reitturniere.de

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