Auch im Reitsport locken Chinas Millionen

Foto: Ludger Beerbaum ist in China auch Mit-Veranstalter - Fotograf: Jan Woitas - dpa

Foto: Ludger Beerbaum ist in China auch Mit-Veranstalter - Fotograf: Jan Woitas - dpa

 

 

Peking (dpa) Vor einem Jahr fiel Ludger Beerbaum beim Turnier in Peking vom Pferd. Doch der erfolgreichste Springreiter der zurückliegenden 25 Jahre lässt sich davon nicht schrecken und ist wieder im Olympiastadion dabei - als Reiter und als Mit-Veranstalter.

 

Schließlich gilt China auch im Reitsport als Markt der Zukunft. «Da ist ein Riesenpotenzial», sagte Beerbaum: «Ich bin aber nicht so naiv zu glauben, dass das in zwei, drei Jahren alles schon geht.» Der Springreiter und Unternehmer ist mit 10 Prozent an dem chinesischen Turnier-Veranstalter Dashing beteiligt, der wie viele in China auf deutsches Know-how setzt.

 

«Es gibt schon einige, die da aktiv sind», berichtete Beerbaum, der den letztjährigen Sturz glimpflich überstand. «Die Beine in die Höhe, den Kopf nach unten, dieses Bild war am anderen Tag der Aufmacher in einer Zeitung», erzählte er grinsend: «Das war eine Riesen-PR.»

 

Auf Vermittlung von Beerbaum sind in diesem Jahr sieben Mitarbeiter des CHIO Aachen beim Equestrian Beijing Masters aktiv. Ein Joint Venture mit den Chinesen sei in Vorbereitung, erklärte Michael Mronz, beim CHIO für die Vermarktung zuständig. «Da ist ein großes Potenzial», sagte Mronz, der am Dienstag nach Peking reiste. «Es werden mehrere große Turniere entstehen.»

 

Vorreiter wie Beerbaum ist auch Volker Wulff. Deutschlands größter Turnierveranstalter ist auf dem chinesischen Markt bereits aktiv und organisiert in diesem Jahr drei Weltcup-Turniere. «Das lohnt sich für mich noch nicht, aber er ist auch kein wirtschaftliches Risiko», erläuterte Wulff. «Es ist die Chance, perspektivisch zu partizipieren. China ist der wachstumsstärkste Reitsport-Markt der nächsten 20 Jahre.»

 

Sechs Wochen pro Jahr ist der Turnierveranstalter aus dem niedersächsischen Uthlede vor Ort. Mit einem Investor aus der Finanzbranche hat er einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet. Noch benötigen die Chinesen viel Unterstützung, oft muss improvisiert werden. Als es im vergangenen Jahr bei einem Turnier Schwierigkeiten mit dem Boden gab, musste der Chef der Agentur En Garde selber auf den Trecker steigen und den trockenen Untergrund wässern.

 

Das Geld lockt in den Fernen Osten. «So ein Reichtum, unglaublich», berichtete der Springreiter Christian Ahlmann vom Rahmenprogramm des letztjährigen Turniers im «Bird's Nest» («Vogelnest»). Fasziniert hat ihn vor allem das Abendessen «in einem Golf-Club, der dem Weißen Haus in Washington nachgebaut war. Das war Wahnsinn.»

 

Während die Turnierveranstalter erst mittelfristig Gewinne einplanen, verdient Beerbaum schon jetzt. Wie im vergangenen Jahr verkaufte er wieder zehn Pferde für das Turnier in Peking. Die Europäer reiten dort auf Leihpferden. Wegen der strengen Quarantänebestimmungen dürfen die teuren Tiere zwar eingeführt, aber nicht zurück nach Europa gebracht werden. «Das ist das Paradies für Pferdehändler», ulkte Wulff.

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