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Rothenberger und Abbelen gewinnen Preis der Zukunft

Erster Leistungsvergleich des Dressurnachwuchses in Münster

 

Münster (fn-press). Zum zweiten Mal wurde der ,,Preis der Zukunft" im Rahmen des K+K-Cups in Münster in zwei Altersklassen vergeben: Siegerin bei den Junioren war die amtierende Deutsche Meisterin der Ponyreiter und Junioren, Semmieke Rothenberger (Bad Homburg), in der Altersklasse Junge Reiter konnte sich die dreifache Junioren-Europameisterin von 2014, Anna-Christina Abbelen (Kempen) gegen die Konkurrenz durchsetzen. 

 

,,Ich bin so happy nach allem, was passiert ist", sagte Semmieke Rothenberger nach ihrem Sieg mit ihrer Neuerwerbung Dissertation, einer neunjährigen Hannoveraner Rappstute v. Don Crusador. ,,Nur drei Wochen, nachdem ,Daisy' bei uns eingezogen ist, ist mein Pony Deinhard gestorben, und das war und ist noch immer sehr schmerzhaft. Und jetzt stelle ich fest, dass ich wieder so ein Pferd habe, das mir in der Prüfung diese Sicherheit gibt, wie Deini das getan hat. Er hat mir immer dieses Gefühl gegeben, "komm, Semmie, wir schaffen das", und genau das macht Daisy auch." Offenbar sahen dies die Richter genauso. Sie setzten das junge Paar bereits in der Einlaufprüfung an die Spitze und sicherten ihm mit 74,956 Prozentpunkten auch den Sieg im Finale. Nach Golden Girl, Paso Double und Geisha ist Dissertation bereits die vierte Stute, mit der Semmieke Rothenberger sportlich erfolgreich ist. ,,Irgendwie scheinen wir die Damen anzuziehen, auch wenn wir nicht aktiv nach einer Stute gesucht haben", scherzte die 16-Jährige und ergänzte: ,,Daisy macht mir großen Spaß, auch weil sie schon so tolle Ansätze für mehr zeigt als nur die Lektionen der Juniorentour. Ich hoffe in der Tat, dass ich auf ihr promovieren darf."

 

Zwei Mal auf Platz zwei landete die EM-Reservistin des Vorjahres, Alexa Westendarp (18, Wallenhorst), mit dem neunjährigen Hannoveraner Der Prinz v. Diamond Hit. Im Finale erzielte das Paar 73.684 Prozentpunkte ,,Hier konnten sie sich im Vergleich zur Einlaufprüfung im Finale sogar noch steigern", sagte Kerstin Holthaus, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Nachwuchs des Dressurausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR). Dies galt auch für Vorjahressiegerin Maike Mende (17, Nordwalde), die mit ihrem westfälischen Schimmelwallach Rothschild v. Roh Magic 72,719 Prozentpunkte erzielte und damit Dritte im Preis der Zukunft wurde. Das Nachsehen hatte Bettina Nuscheler mit dem westfälischen Florestan I-Sohn Fascinate. Die 17-Jährige aus dem bayerischen Altenstadt verpasste im Finale knapp den Sprung aufs Treppchen und wurde mit 70,921 Prozentpunkten Vierte.

 

Nicht am Start waren die amtierende Junioren-Europameisterin Hannah Erbe (Krefeld) sowie ihre Teamkollegin Paulina Holzknecht (Solingen). ,,Die Mitglieder des Bundeskaders haben hier in Münster keinen Pflichtstart", erläuterte Kerstin Holthaus. ,,Uns geht es hier vor allem darum, die neuen Paare zu sichten und diejenigen, die in diesem Jahr vom Juniorenlager zu den Jungen Reitern wechseln." So wie Kristin Biermann (Dinklage), die vierte Reiterin im Goldteams der EM 2015 in Vidauban. Sie begann ihre Premiere bei den Jungen Reitern im Sattel des Oldenburger Hengstes Fanfani v. Florencio I auf Platz acht.

 

Unangefochtene Siegerin im Preis der Zukunft der Jungen Reiter wurde Anna-Christina Abbelen (19, Kempen). Die zweimalige deutsche Juniorenmeisterin und Tripleeuropameisterin der Junioren war mit einem Ergebnis von 75,482 Prozentpunkten für die Vorstellung ihres elfjährigen Rheinländers Fürst on Tour v. Fürst Heinrich nicht zu überbieten. ,,Dieses Beispiel zeigt, dass der gemeinsame Schritt von den Anforderungen an Junioren zu denen der Jungen Reiter einfach Zeit braucht. Umso erfreulicher, dass die beiden nun auch auf S-Niveau die gleichen guten Leistungen zeigen wie vorher auf M-Niveau", sagte Kerstin Holthaus. Weiter stabilisiert hat sich der Auftritt von Claire-Louise Averkorn (20, Nottuln), die im Vorjahr mit ihrem Hannoveraner Condio B v. Contendro I den Preis der Zukunft gewinnen konnte und in diesem Jahr letztmals als Junge Reiterin am Start ist. Sie wurde mit 72,719 Prozentpunkten Dritte, nachdem sich Leonie Richter (Bad Essen) als letzte Starterin noch vor sie schieben konnte. Im Sattel des westfälischen Belissimo M-Sohns Babylon wurde Richter mit 74,561 Prozentpunkten Zweite. Auf dem vierten Platz landete Joline Thüning aus Steinfurt mit dem Oldenburger Don Dayly v. Depardieu. Auch sie konnte mit einem Ergebnis von 72,456 Prozentpunkten die 70-Prozent-Marke überwinden.