Foto: Siegerstute Dressur mit Züchter, Besitzer und Vorführer Franz-Georg Ottmann und Ralf Johanshon, 1. Vorsitzender Westfälisches Pferdestammbuch - Fotograf: Reckimedia
Münster: Die besten Reitpferde- und Kaltblutstuten Westfalens wurden am gestrigen Nachmittag im Rahmen der Westfalen-Woche ausgezeichnet. Siegerin der dressurbetonten Stuten wurde die Benicio-Tochter Baroness Bibi. Ultimate Touch v. United Touch S rangierte auf dem Endring der springbetonten Stuten ganz vorne. Im Ring der Kaltblutstuten rangierte die Kommission Lyanna v. Lindor an erster Stelle.
Eingebettet zwischen Turniersport und Fohlenauktion fand die Elite-Stutenschau des Westfälischen Pferdestammbuche e.V. im Rahmen der Westfalen-Woche statt. Für jeden westfälischen Züchter ist das Schaufenster der westfälischen Zucht einer der Höhepunkte des Jahres. Erfreulicherweise konnte die Schau in diesem Jahr wieder in gewohntem Rahmen stattfinden, so dass sich zahlreiche Zuschauer ein Bild von den besten Stuten ihres Jahrgangs machen konnten.
50 dressurbetont gezogene Stuten wurden der Kommission bestehend aus Thomas Münch, Katrin Tosberg, Ralf Johanshon, Dr. Wolfgang Kluge, Kai Ligges und Dr. Evelin Schlotmann in sieben Ringen vorgestellt. Davon qualifizierten sich neun Stuten für den Endring. An die Spitze des stark besetzten Feldes setzte sich schließlich Baroness Bibi. Die Tochter des Benicio wurde von Franz-Georg Ottmann, Saerbeck, aus der Stute Dianann v. Don Romantic gezogen und ausgestellt. Die auffällig gezeichnete Dunkelfuchsstute überzeugte am heutigen Tage besonders durch ihre Reitpferdepoints. Harmonisch konstruiert präsentierte sie sich im Trab mit gutem Ablauf und viel Abdruck. Auch unter dem Sattel konnte die Benicio-Tochter bereits wiederholt auf sich aufmerksam machen. So konnte sie ihre Stutenleistungsprüfung mit einer dressurbetonten Endnote von 8,7 ablegen. Am Mittwoch war sie unter dem Sattel von Bianca Nowag mit einer 8,6 strahlende Siegerin in der Reitfpferdeprüfung für dreijährige Stuten und Wallache.
Als Reservesiegerin der Westfälischen Elite-Schau 2021 wurde For Joy v. For Dance gefeiert. Die dunkelbraune Stute aus der St.Pr.St. Dressed in Black v. Detroit wurde gezogen und ausgestellt von Andrea Krehenwinkel aus Neuenkirchen. Die mit langen Linien versehene Stute machte ihrem Namen während der Präsentation alle Ehre. So präsentierte sie sich energisch abfußend mit viel Tragkraft und Kadenz. Schon im Rahmen der Stutenleistungsprüfung lieferte die Stute mit einer dressurbetonten Endnote von 8,3 ab.
In zwei Ringen stellten sich 13 springbetont gezogene Stuten dem Urteil der Richterkommission. Fünf Stuten durften sich auf dem Endring noch einmal zeigen. Am Ende stand die United Touch S-Tochter Ultimate Touch ganz vorne auf dem Ring. Züchter und Aussteller der braunen Stute ist die ZG Könemann aus Rhede. Schon bei ihrer Stutenleistungsprüfung fiel sie mit einer springbetonten Endnote von 9,05 auf. Zuchtleiter Thomas Münch bescheinigte ihr im Freispringen nicht nur Vermögen, sondern vor allem eine auffallende Reaktionsfähigkeit. Mit ihrem wachen Ausdruck und vor allem durch das korrekte und genügend ausgeprägte Fundament überzeugte sie die Kommission am heutigen Tage erneut.
Über die Reservesiegerstute Cranberry G v. Chacoon Blue durfte sich Züchter und Aussteller Christoph Gehre aus Weeze freuen. Gezogen wurde die Schimmelstute aus der Calesie von Cachassini. Mit harmonischen Körperpartien und einer Trabmechanik erster Güte konnte diese Stute die Kommission in ihren Bann ziehen. Ihre Qualität im Springen konnte die Stute bereits in der Stutenleistungsprüfung in Münster-Handorf unter Beweis stellen. Sie schloss mit einer springbetonten Endnote von 8,65 ab und erhielt eine 9,0 für das Freispringen.
Auch die Kaltblutstuten betraten in diesem Rahmen das westfälische Parkett. Elf Rheinisch-Deutsche Kaltblutstuten wurden der Kommission bestehend aus Thomas Münch, Katrin Tosberg, Rudolf Brocks, Gerhard Hegemann und Ralf Johanshon vorgestellt. Als Siegerstute wurde Lyanna v. Lindor auserkoren. Thomas Müller aus Olsberg hat die Stute aus der St.Pr.St. Amanda von Astor gezogen. Aussteller und Vorführer der Halbschwester zu den gekörten Hengsten Nerius und Herbert war Matthias Müller. Die charmante Stute wusste mit ihrem harmonischen Seitenbild und sehr korrektem Fundament zu gefallen. Im Trab zeigte die Stute einen guten und praktischen Ablauf mit aktivem Hinterbein. Der Schritt zeichnete sich insbesondere durch seinen Fleiß aus.
Als Reservesiegerin erhielt Herda v. Hadrian die Silbermedaille. Die Stute stammt aus der Zucht von Norbert Schulten aus Gronau, der gleichzeitig für seine erste St.Pr.St. ausgezeichnet wurde. Die braune Stute wurde als bewegungsstärkste Stute auf dem Ring hervorgehoben. Die Tochter der Verb.Pr.St. Fine v. Flemming überzeugte mit guter Trabmechanik und idealer Typausprägung. Man wünschte sich lediglich eine wenig mehr weiblichen Schmelz, so Zuchtleiter Thomas Münch. Ausgestellt wurde die Stute von Hermann Knüsting aus Borken.
Aus den Händen von Julia Fiene erhielten die Züchter der geehrten Stuten die Gold- bzw. Silbermedaille der Landwirtschaftskammer Westfalen.
„In diesem Jahr wurde uns ein quantitativ und qualitativ starker Jahrgang präsentiert und es ist vor allem auch für die Züchter interessant, sich hier ein Bild von der Vererbungskraft der Hengste machen zu können“, so das Resümee des Zuchtleiters Thomas Münch. Sein Dank galt auch Dr. Evelin Schlotmann aus Vechta, die als Gastrichterin Teil der Kommission war und die ausgezeichnete Qualität des Endrings hervorhob.
PM