Ingrid Klimke und Katharina Hemmer machen den Auftakt
Deutschland ist nach dem ersten Tag bei den Europameisterschaften im französischen Crozet in Führung gegangen. Ingrid Klimke mit Vayron und Katharina Hemmer mit Denoix PCH legten mit ihren Ritten im Grand Prix gut vor. Mit insgesamt 75,699 Punkte liegt das deutsche Team nach zwei Reitern vor den Briten (74,829 Punkte) gefolgt vom Titelverteidiger Dänemark (71,227 Punkte).
Vor allem EM-Newcomerin Katharina Hemmer (Erwitte) sorgte mit ihrem Ritt für die nötigen Prozente, um das deutsche Team in eine gute Ausgangslage für den zweiten und entscheidenden Tag zu bringen. Die Richter belohnten ihre Vorstellung mit dem 13-jährigen Oldenburger Denoix PCH mit 75,699 Punkten. Damit ließ die Berufsreiterin und Schülerin von Reitmeister Hubertus Schmidt auch die anderen 28 Paare des ersten Tages hinter sich. „Ich bin total happy. Natürlich gibt es immer ein paar Kleinigkeiten, die besser hätten sein können. Heute war das sicher das Rückwärtsrichten, und auch die erste Piaffe war nicht optimal – nicht so gut wie die zweite und die dritte. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Denoix war super fokussiert, mit tollen Highlights und einem großartigen Reitgefühl. Ich freue mich wirklich, dass unsere Championatspremiere so gut gelungen ist“, fasste sie ihren ersten EM-Einsatz zusammen.
Vielleicht hatte auch das Daumendrücken von Ingrid Klimke geholfen. Nach ihrem Auftritt als erste deutsche Reiterin am Vormittag sagte sie „Und jetzt müssen die anderen die Kohlen aus dem Feuer holen.“ Die vielseitige Reitmeisterin aus Münster hatte mit ihrem Vayron NRW einen schlechten Start in die EM erwischt. „So schlecht ist er noch nie gegangen, das kann ich wirklich sagen. Und das muss ich auch so sagen.“ Eine Treckerspur hatte den „bodenguckigen“ 14-jährigen Westfalen-Hengst aus der Spur gebracht. Das Halten bei C misslang und in der Folge auch das Rückwärtsrichten. „Er war danach einfach nicht mehr bei mir.“ Das Ergebnis waren weitere Fehler und am Ende 69,348 Punkte und Platz acht im Zwischenstand. Nun hofft sie, mit ihrem vierbeinigen Partner, mit dem sie erst seit letztem Oktober zusammenarbeitet, auf einen weiteren Start am Freitag im Grand Prix Spécial.
Das Wort „durchwachsen“ wählte Bundestrainerin Monica Theodorescu für diesen Tag. „Vayron hat ein paar Gespenster am Boden gesehen. Das Rückwärtsrichten bei C war leider ziemlich misslungen, weil er nach unten schaute, sich erschreckte und dadurch kamen einige Folgefehler. Diese Unsicherheiten waren leider recht teuer“, beschrieb sie den Ritt von Ingrid Klimke. „Umso besser lief es bei Katharina Hemmer. Zwar misslang auch hier das Rückwärtsrichten, doch ansonsten war das eine Vorstellung mit wirklich vielen Höhepunkte - sehr schöne Piaffe-Passage-Touren, tolle Pirouetten, eine fantastische Anlehnung und eine großartige letzte Linie. Damit hat sie uns, wenn auch knapp, in Führung gebracht.“ Mit Blick auf den kommenden Tag ergänzte sie: „Wir müssen abwarten, wie das Wetter wird – es soll ja regnen. Aber sowohl Bluetooth und Freddy als auch Isabell und Wendy sind in sehr guter Form. Grundsätzlich blicke ich positiv auf morgen.“
29 Paare waren am ersten Tag der Mannschaftsentscheidung im Grand Prix angetreten. Am Donnerstag starten 33 weitere Paare (10 bis 16.30 Uhr), ehe dann feststeht, welche Teams die Medaillen mit nach Hause nehmen dürfen. Aus deutscher Sicht ist noch zwei Mal Daumendrücken angesagt: Um 12.27 Uhr starten Frederic Wandres (Hagen a.T.W.) und Bluetooth OLD. Für Isabell Werth (Rheinberg) und Wendy de Fontaine wird es um 15.58 Uhr ernst.
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