Arbeitsgruppe entwickelt Maßnahmenpaket für deutliche Veränderungen
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat sich Anfang Februar im Rahmen eines Jungpferdegipfels intensiv mit der Ausbildung, dem Einsatz und dem Leistungsvergleich junger Pferde befasst. Vertreterinnen und Vertreter aus Zucht, Sport, Ausbildung, Veterinärmedizin und Richterwesen kamen gemeinsam mit FN-Präsident Prof. Martin Richenhagen und FN-Vorstandsvorsitzendem Dr. Dennis Peiler zusammen, um bestehende Anforderungen zu überprüfen und gezielt weiterzuentwickeln.
Grundlage der Diskussion war eine klare fachliche Einordnung: Das altersgerechte Reiten von Jungpferden ist selbstverständlicher Bestandteil einer langfristigen, gesunderhaltenden Ausbildung. Gleichzeitig ist die Frage, wann und unter welchen Bedingungen drei- und vierjährige Reitpferde erstmals im Rahmen eines öffentlichen Leistungsvergleichs vorgestellt werden, seit Jahren Gegenstand intensiver Debatten – innerhalb des Sports ebenso wie in der Öffentlichkeit.
Pferdegerechte Ausbildung im Vordergrund
Im Mittelpunkt des Gipfels stand daher folgende Frage: Wie müssen Anforderungen an dreijährige Pferde gestaltet sein, damit die Ausbildung noch mehr im Vordergrund steht und Überforderung noch besser vermieden wird? Ziel ist es, Belastung und Stress weiter zu minimieren und jungen Pferden einen noch altersgerechteren, noch besseren Einstieg in den Turniersport zu ermöglichen. FN-Vorstandsvorsitzender Dr. Dennis Peiler machte dabei deutlich: „Wir haben in den vergangenen Jahren bereits wichtige Schritte unternommen und uns kontinuierlich weiterentwickelt. Unser Anspruch muss aber sein, noch besser zu werden. Dafür ist eine hohe Veränderungsbereitschaft auf allen Ebenen erforderlich.“
Erste Maßnahmen bei den Bundeschampionaten 2026 umgesetzt
Der Jungpferdegipfel war geprägt von offenen, fachlich fundierten Diskussionen mit teils unterschiedlichen Perspektiven. Bestehende Abläufe wurden kritisch hinterfragt, konkrete Ansatzpunkte benannt und zahlreiche Ideen entwickelt. Ziel ist es, bei den Bundeschampionaten 2026 erste Maßnahmen umzusetzen, die das Pferdewohl von Jungpferden auf Turnieren weiter stärken.
Um diesen Prozess konsequent fortzuführen, setzt die FN kurzfristig eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe ein, die bereits in der kommenden Woche erstmals zusammentritt. Sie soll konkrete Vorschläge erarbeiten, wie Ausbildung, Vorstellung und Bewertung junger Pferde weiter geschärft und verantwortungsvoll ausgestaltet werden können. „Wir nehmen uns zum einen die erforderliche Zeit, um die gesamte Jungpferdeausbildung und Präsentation auf den Prüfstand zu stellen. Zum anderen werden wir geeignete Maßnahmen direkt auf den Weg bringen. Sie werden deutliche Veränderungen mit sich bringen“, betonte Dr. Dennis Peiler. Die beschlossenen Maßnahmen werden darüber hinaus fortlaufend evaluiert und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.
Bereits in der jüngsten Vergangenheit hat die FN konkrete Veränderungen vorgenommen: Der Fremdreitertest bei den dreijährigen Reitpferden auf den Bundeschampionaten wurde abgeschafft, Aufgaben wurden verkürzt, Belastungen reduziert, so wurde zuletzt beispielsweise das Tritte verlängern bei den dreijährigen Reitpferden aus der Aufgabe entfernt. Diese Maßnahmen zeigen, dass das System lernfähig ist und Weiterentwicklung aktiv gestaltet wird.
Der Jungpferdegipfel sendet damit ein klares Signal: Pferdewohl ist kein statischer Zustand, sondern ein kontinuierlicher Anspruch. Die FN versteht sich als Plattform für einen offenen, fachlichen Dialog – mit dem Ziel, den Pferdesport weiterzuentwickeln, qualitativ zu verbessern und langfristig gesellschaftlich akzeptiert zu gestalten. fn-press/sag




























