Frankreich gewinnt erste Etappe der Nationenpreisserie „Longines League of Nations“
Ein Wechselbad der Gefühle mit Aufstiegen und Abstürzen haben den ungemein spannenden Nationenpreis des Weltreiterverbandes in Abu Dhabi geprägt. Die deutsche Mannschaft unter Leitung des Equipechefs und Bundestrainers Otto Becker konnte nach durchwachsenem ersten Umlauf in der zweiten Runde aufholen und sich schließlich auf dem zweiten Platz behaupten. Die Sieger kamen aus Frankreich, den Bronzerang sicherte sich Brasilien.
In Abu Dhabi, Teil der Vereinigten Arabischen Emirate, startete die Longines League of Nations in die neue Saison. Auf vier Turnieren können sich die besten Mannschaften der Welt für das hoch dotierte Finale in Barcelona (1. bis 4. Oktober 2026) qualifizieren. In Abu Dhabi füllte das deutsche Team mit Daniel Deusser, Jörne Sprehe, Sophie Hinners und Marco Kutscher das Punktekonto schon gut auf.
Im ersten Umlauf sah es allerdings noch nicht nach einem möglichen Erfolg für Deutschland aus. Daniel Deusser kassierte im Sattel der belgischen Stute Pepita van T Meulenhof (v. El Torrero de Muzee) ebenso einen Abwurf wie Jörne Sprehe, die ihren Hannoveraner Hengst Toys (v. Toulon) ritt. Auch die dritte Mannschaftsreiterin kam nicht mit „weißer Weste“ ins Ziel. Sophie Hinners‘ niederländischer Wallach Lommers (v. Carrera VDL) trat ein Klötzchen der Mauer herunter. So ruhten alle Hoffnungen auf Schlussreiter Marco Kutscher. Er lieferte! Mit der Holsteinerin Catelly (v. Catalido) steuerte er die ersehnte Nullrunde bei. Sah es zwischenzeitlich fast schon aus, dass die Equipe um den Einzug in den zweiten Umlauf der besten acht Teams bangen musste, hatte Kutscher diese Sorgen zerstreuen können.
In Runde zwei entwickelte sich dieser Nationenpreis zu einem spannendem Krimi. Von Ritt zu Ritt wurden Rangierungen über den Haufen geworfen. Die irischen Reiter, gemeinsam mit den Franzosen in Führung, verließen den Parcours als abgeschlagene Sechste. Die Gastgeber-Mannschaft der Emirate, die in Runde eins mit hervorragenden Leistungen begeistern konnten, wurde nur Fünfte. Aber es ging auch anders herum. Deutschland setzte zu einer Aufholjagd an. Wieder war es Marco Kutscher, der mit Catelly die Nullrunde schaffte. Das Reglement dieser Serie sieht vor, dass der erste Umlauf mit vier Paaren und einem Streichergebnis durchgeführt wird. In der zweiten Runde sind nur noch drei Paare (ohne Streichergebnis) zugelassen, bei Strafpunktgleichheit entscheiden die addierten Zeiten aus dem zweiten Umlauf. Wer dort startet, entscheidet der Equipechef. Diesmal gelang auch Daniel Deußer und Pepita eine fehlerfreie Vorstellung. Schlussendlich beendet das Team mit zwölf Fehlerpunkten in 207,89 Sekunden das Springen.
Otto Becker zieht ein positives Fazit und betont, dass das Reglement dieser Nationenpreisserie durchaus Sinn macht: „Das System ist spannend, aber es kann in Runde zwei bei drei Reitern ohne Streichergebnis alles durcheinander gewirbelt werden. Trotzdem ist das ein guter Kompromiss, der die Spannung erhöht. Im ersten Umlauf haben wir gezittert, ob es noch für die zweite Runde reichen würde.“ Zumal die deutsche Equipe mit drei Pferden antrat, die das erste Mal bei einem Fünf-Sterne-Nationenpreis eingesetzt wurden. Nur Kutschers Catelly hatte schon Erfahrungen auf diesem allerhöchsten Level. Otto Becker: „Marco war der überragende Mann im Team. Das war ein schöner Auftakt der Serie.“
Die Franzosen, schon im Vorfeld als Favoriten gehandelt, schlossen mit nur acht Fehlerpunkten ab. Hinter Deutschland (12) reihten sich die Brasilianer an dritter Stelle ein. Auch sie hatten zwölf Fehlerpunkte auf dem Konto, aber die schlechteren Zeiten als die Deutschen. Wie Kutscher gelangen auch Luciana Diniz mit ihrem Schimmel Vertigo du Desert zwei Nullrunden. Auf den weiteren Plätzen: Schweiz (16 Fehlerpunkte), Vereinigte Arabische Emirate (20), Irland (20), Großbritannien (20). Die übrigen Teams aus den USA, Niederlande, Belgien und Italien wurden eliminiert beziehungsweise waren im zweiten Umlauf nicht mehr zugelassen. fn-press/hen



























