Mehr Sicherheit im Gelände: Internationaler MIM-Workshop in Warendorf

16 Experten aus Europa bauten ein Wochenende lang an modernen Sicherheitshindernissen

Am Bundesstützpunkt Reiten in Warendorf hat erstmals ein spezieller Workshop zum Bau von weiterentwickelten MIM-Sicherheitshindernissen stattgefunden. Drei Tage lang arbeiteten 16 Geländeaufbauer und Kursdesigner aus verschiedenen europäischen Ländern praktisch und intensiv an modernen Geländehindernissen. Ziel der Veranstaltung war es, Fachwissen rund um den Einsatz der Sicherheitselemente zu vermitteln und anwenderorientiert aufzubereiten.

 

Das MIM-System gehört seit seiner Einführung im Jahr 2015 zu den wichtigsten sicherheitsrelevanten Entwicklungen im Vielseitigkeitssport. Die Elemente lösen bei entsprechendem Druck kontrolliert aus und können so das Risiko von Rotationsstürzen stark senken. Der Entwickler des Systems, der schwedische Ingenieur Mats Björnetun, begleitete den Workshop persönlich. Geleitet wurde die Fortbildung vom Vorsitzenden der FEI Risk Management Steering Group, dem Australier Stuart Buntine.

 

Drei Tage Praxis in der WerkstattWährend des Workshops entstanden insgesamt acht mit MIM-Elementen ausgestattete Geländehindernisse. In der Werkstatt des Bundesstützpunktes wurde gesägt, gefräst, gebohrt und geschliffen – immer mit Blick darauf, typische Geländehindernisse sicherer zu gestalten. Ein wichtiges technisches Kriterium: Ein Hindernis darf für eine zuverlässige Auslösung nicht mehr als 300 Kilogramm wiegen. Wie sich das in der Praxis umsetzen lässt, zeigte ein ausgehöhlter Baumstamm, der optisch unverändert blieb, im Inneren aber für das MIM-System vorbereitet wurde.

 

Austausch und Vermittlung von Know-howDer Workshop richtete sich bewusst an Personen, die ihr Wissen künftig weitergeben werden. Gerade in Deutschland bieten viele der Teilnehmer selbst Hindernisbau-Lehrgänge an oder leiten Teams beim Aufbau von Geländestrecken an. Durch die hochqualifizierte internationale Zusammensetzung der Gruppe entstanden zahlreiche fachliche Diskussionen darüber, wie Geländehindernisse noch sicherer konstruiert oder nachgerüstet werden können.

 

Beitrag zur UnfallvermeidungSeit der Einführung des Systems ist die Zahl von Rotationsstürzen stark zurückgegangen. Die klappbaren Elemente bieten Pferd und Reiter in kritischen Situationen eine zusätzliche Sicherheitsreserve. MIM-Hindernisse werden inzwischen weltweit eingesetzt – sowohl auf internationalen Championaten als auch bei den allermeisten nationalen Veranstaltungen.

 

Unterstützung durch die Stiftung Deutscher PferdesportEin wichtiger Partner bei der Verbreitung des Systems ist die Stiftung Deutscher Pferdesport. Finanziert von der Stiftung können Veranstalter in Deutschland MIM-Sicherheitssysteme kostenlos beantragen (www.stiftung-pferdesport.de/foerderprojekte-mit-sicherheit-besser-reiten/). Bis Ende 2025 wurden mehr als 1.400 Elemente an rund 200 Veranstalter ausgegeben. Der Lehrgang ist Teil des Projekts „Mit Sicherheit besser reiten“, das die Weiterentwicklung sicherheitsrelevanter Maßnahmen im Vielseitigkeitssport begleitet.

 

Mit dem europaweit ersten internationalen Workshop dieser Art in Deutschland wurde ein weiterer Schritt für mehr Sicherheit im Vielseitigkeitssport gesetzt. Die Verbindung aus praktischer Arbeit, technischem Wissenstransfer und internationalem Austausch lieferte wertvolle Impulse für den Bau zukünftiger Geländehindernisse.

 

Weitere Infos zur Sicherheit in der Vielseitigkeit finden sich hier

 

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