30 Jahre Preis der Besten in Warendorf

Stars von morgen messen sich in Viereck, Parcours und Zirkel

 

Warendorf (fn-press). 30 Jahre ,,Preis der Besten" in Warendorf heißt es in diesem Jahr. Seit 1987 ermitteln die Nachwuchstalente Mitte Mai in der Emsstadt ihre Sieger. Auch in diesem Jahr bietet das Bundesleistungszentrum des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) vom 19. bis 21. Mai für die jungen Spring- und Dressurreiter, aber auch die Voltigierer optimale Wettkampfbedingungen.

 

,,Rückschauend betrachtet, hat der Preis der Besten sein Ziel, das Sprungbrett in den großen Sport zu sein, voll erfüllt", sagt DOKR-Geschäftsführer Dr. Dennis Peiler. Das gilt nicht nur im Springen, die 1987 mit den Junioren und Jungen Reiter die Ersten waren, die ihren Preis der Besten nach Warendorf verlagerten. Bis zu Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Spielen führte der Weg für ehemalige PdB-Sieger wie Marcus Ehning, Christian Ahlmann, Daniel Deusser, Janne-Friederike Meyer und Thomas Mühlbauer, aber für Kristina Bröring-Sprehe, Fabienne Lütkemeier, Jessica von Bredow-Werndl und Soenke Rothenberger, der noch 2014 mit seinem späteren Olympiapferd Cosmo in Warendorf den Titel des ,,Besten" bei den Jungen Reitern in der Dressur holte.

 

Auch andere Ehemalige sind bis heute in den Sport involviert, wie beispielsweise Peter Schumacher. Der Sieger bei den Jungen Reitern 1988 hat inzwischen die Seiten gewechselt. Seit zwei Jahren lässt er als Parcourschef in Warendorf den Nachwuchs über seine Hindernisse springen. ,,Früher fand das Springen auf dem Vielseitigkeitsplatz auf Rasen statt, da gab es auch noch Natur-Doppelgräben", erinnert er sich an seine Zeit als Nachwuchsreiter. ,,Überhaupt waren die Sprünge früher viel massiver, dann wurden sie filigraner und heute werden sie wieder ein bisschen voller. Die Abwechslung macht's. Außerdem kann man sagen, dass die technischen Ansprüche größer geworden sind und auch die Zeit sehr an Bedeutung gewonnen hat." Auch der Galopp der Pferde sei, vor allem im gehobenen Sport, besser als noch vor einigen Jahren. ,,Wo sie früher noch sechs Galoppsprünge brauchten, machen sie heute fünf", erklärt Schumacher und bewertet dies als einen Erfolg der Zucht, des Trainings und der Reiterei: ,,Das Wichtigste aber ist, dass sich ein Parcours gut reiten lässt."

 

Für die Springreiter beginnt der Preis der Besten 2017 am Freitag, 19. Mai, mit den Warm-Up-Springen. Lediglich die Children, die U14-Springreiter, treten am Freitag ab 16.30 Uhr zum ersten Wertungsspringen an, so dass ihr Gewinner schon am Samstag nach dem zweiten Springen (Beginn 13.45 Uhr) feststeht. Die übrigen Altersklassen (U16, U18 und U21) gehen am Samstag ab 8.30 Uhr und am Sonntag ab 9 Uhr an den Start. Höhepunkt ist das zweite Wertungsspringen der Jungen Reiter ab 14.30 Uhr, ein S***-Springen mit Stechen, in dessen Anschluss die große gemeinsame Siegerehrung stattfindet.

 

Die Dressurreiter nutzen den Freitag ebenfalls nur, um sich mit dem Viereck und der Umgebung vertraut zu machen. Am Samstag und Sonntag wird dann ab 9.30 Uhr bzw. 8.30 Uhr auf zwei verschiedenen Vierecken geritten. Wer Preis der Besten-Sieger wird, ergibt sich durch Addition der Ergebnisse beider Wertungsprüfungen. Auch die Dressur feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Vor 25 Jahren, also 1992, waren die Jungen Reiter erstmals mit an Bord. Doch schon 1989 hatten die Ponyreiter im Rahmen des Preis der Besten eine EM-Sichtung. Der Sieger hieß damals Oliver Oelrich, heute Co-Trainer von Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen. Auch er kann sich noch genau an seinen Auftritt mit Nedo erinnern: ,,Damals sind wir noch auf Mutterboden geritten, nix mit Ebbe-Flut-Platz", sagt er lachend. ,,Heute ist alles viel professioneller. Für uns war es noch mehr ein Hobby, ein sportives Hobby. Heute ist es eine reelle Vorbereitung auf den Leistungssport ist, auch mit dem ganzen Programm darum herum." Dass gerade in jüngster Zeit viele ehemalige PdB-Teilnehmer den direkten Weg in den Spitzensport finden, sieht Oelrich als eine Folge des Piaff-Förderpreises, eine Serie für U25-Dressurreiter zur Hinführung zum Grand Prix. ,,Das hat einfach einen Anreiz geschaffen, sich rechtzeitig mit der Zeit nach dem Preis der Besten zu beschäftigen", sagt Oelrich.

 

Die Zuschauer auf dem Preis der Besten haben also die Chance, nicht nur im Parcours. sondern auch im Viereck viele Stars von morgen zu entdecken. Topstars von heute können sie im Voltigieren erleben. Denn neben den Voltigier-Junioren, die seit drei Jahren beim Preis der Besten in Warendorf gastieren, treten in diesem Jahr auch die drei besten deutschen Senior-Teams zur EM-Sichtung an. Ein Highlight, das am Samstag zwischen ca. 17 und 17.30 Uhr und am Sonntag zwischen ca. 15 und 15.30 Uhr in die DOKR-Springhalle lockt. Aber auch die Leistungen des Nachwuchses im Einzel-, Doppel- und Gruppenvoltigieren können sich sehen lassen. Die Prüfungen der Junioren beginnen am Samstag ab 11 Uhr mit der Pflicht, ab 16 Uhr stehen dann die Küren auf dem Programm. Am Sonntag gibt es ab 10 Uhr nur noch Küren zu sehen.

 

Nicht dabei am Bundesleistungszentrum sind in diesem Jahr die Vielseitigkeitsreiter. Der Preis der Besten der Ponyvielseitigkeitsreiter fand bereits am Wochenende zuvor im Rahmen der internationalen Vielseitigkeit in Marbach statt, wo Calvin Böckmann (Lastrup) mit Askaban B seinen Titel erfolgreich vor Linn Sopphie Mauchert (Wurster Nordseeküste) mit Prins Maestro und Theresa Schulze Wartenhorst (Everswinkel) mit Pascal S.W. erfolgreich verteidigen konnte. Die Junioren und Jungen Reiter ermitteln ihre Sieger in diesem Jahr parallel zum Geschehen im Bundesleistungszentrum bei der internationalen Vielseitigkeit auf dem Ponyhof Georgenbruch in Everswinkel. Auch sie wetteifern dabei einem Vorbild nach, das prominenter kaum sein könnte: Multi-Champion Michael Jung. Zu den Meilensteinen in dessen einzigartiger Karriere gehörte 2002 (natürlich) auch ein Sieg beim Preis der Besten in Warendorf.

 

Weitere Informationen, Starter- und Ergebnislisten unter www.pferd-aktuell.de/preis-der-besten.

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