Ocala: Souveräner deutscher Nationenpreis-Sieg

Irland auf Rang zwei, Belgien belegt den dritten Platz

„Wir hatten eine unglaubliche Woche hier in Ocala. Im vergangenen Jahr waren wir hier Zweiter, und nun der Sieg. Ich bin total happy“, sagte Bundestrainer Otto Becker freudestrahlend. Er hatte für die zweite Etappe der FEI-Serie „Longines League of Nations“ ein wahrlich starkes Team aufgestellt: Olympiasieger Christian Kukuk (2024) mit Checker, die beiden Einzel-Europameister André Thieme mit DSP Chakaria (2021) und Richard Vogel (2025) mit Cloudio sowie Rene Dittmer mit Corsica X. Mit nur vier Fehlerpunkten verwies die Mannschaft die irische Equipe auf den zweiten Platz (8) und Belgien auf den dritten (12).

 

Das deutsche Team ging zwar als Favorit an den Start, aber der erste Umlauf verlief zunächst etwas durchwachsen. Sowohl Andre Thieme und seine Brandenburger Stute Chakaria (v. Chap) als auch Rene Dittmer und seine Holsteinerin Corsica (v. Connor) beenden den von Alan Wade (USA) gestalteten Parcours mit einem Abwurf. Doch dann gelang Christian Kukuk und seinem Westfalen Checker (v. Comme il Faut), die Olympiasieger von Paris, die perfekte Nullrunde. Richard Vogel machte das Quartett komplett und blieb mit dem Holsteiner Hengst Cloudio (v. Casall) ebenso fehlerfrei, so dass die Mannschaft die erste Runde mit vier Strafpunkten bei einem Streichergebnis verließ.

 

Im zweiten Umlauf stieg die Spannung ungemein, denn das Format der League of Nations sieht vor, dass nur noch drei Reiter pro Team starten und das Streichergebnis entfällt. Otto Becker hatte entschieden, dass die drei routiniertesten Paare starten und Rene Dittmer pausiert. Nun blieb auch André Thieme fehlerfrei. Die Freude und Erleichterung waren ihm deutlich anzusehen. Auch Christian Kukuk und Richard Vogel, beide bekannt für ihre starken Nerven, kamen mit weißer Weste ins Ziel. Mit vier Fehlerpunkten hatten sie den Nationenpreis souverän gewonnen.

 

Pech hatte das irische Team. Nach Runde eins lag es dank dreier Nullrunden in Führung, aber im zweiten Umlauf zählten die acht Fehlerpunkte von Bertram Allen mit Qonquest de Rigo, während Cian O’Connor mit Chatolinue PS und Shane Sweetnam mit James Kann Krutz erneut fehlerfrei blieben. Im belgischen Team summierten sich zwölf Fehlerpunkte. Bester Reiter war Roy van Beek mit dem Oldenburger Cavoiro H, der beide Runden ohne Abwurf oder Zeitfehler meisterte.

 

Christian Kukuk sagte nach dem Sieg im Interview: „Es ist schwer, Worte zu finden. Ich war seit September des letzten Jahres nicht mehr mit Checker am Start. Mein Dank gilt Ludger (Beerbaum, die Red.) und seinem Team, dass sie das Pferd so fit gehalten haben. Man braucht einfach so ein Team im Hintergrund.“ André Thieme, dessen Chakaria eine längere Verletzungspause hatte, erklärte: „Ich war traurig über den Fehler in der ersten Runde, aber jetzt bin ich überglücklich, dass sie wieder in Hochform ist.“ Und Richard Vogel ergänzte: „Ich muss sagen, es war sehr aufregend im zweiten Umlauf. Cloudio haben wir nur für diesen Nationenpreis nach Florida geholt. Es ist immer toll, in Ocala zu sein, die Bedingungen hier sind phantastisch.“ Auch Rene Dittmer, der Bronzemedaillengewinner der letztjährigen Deutschen Meisterschaft, war happy. Er verbringt die Wintermonate in den USA bei seiner Lebensgefährtin Chloe Reid. „Ich war noch nie in einem so hochklassigen Nationenpreis eingesetzt. Es ist ein unglaubliches Gefühl, jetzt hier zu gewinnen.“ Nochmal Grund zur Freude: Am Vortag hatte er ein Hauptspringen als Sieger beendet.

 

Die League of Nations des Weltreiterverbandes FEI führt über die Turniere in Doha, Ocala, Rotterdam (18.-21. Juni) und St. Tropez (16. bis 20. September) zum Finale nach Barcelona (1. bis 4. Oktober). hen

 

Was suchen Sie?

Suchformular