Foto: Siegerhengst von Sir Heinrich - Fotograf: Hubert Fischer
Die Ehrung der Prämien- und Siegerhengste bildete den krönenden Abschluss der 23. DSP-Körung auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem. Von den insgesamt 36 präsentierten Springhengsten wurden 24 gekört, elf davon wurden außerdem mit einer Prämie ausgezeichnet. Das Dressurlot umfasste 55 Hengste, von denen 28 das begehrte Körprädikat erhielten, neun zusätzlich die Schärpe eines Prämienhengstes. Spannend blieb es bis zum Ende, denn das Prämienlot war zwar am Vorabend bekannt gegeben worden, doch das Geheimnis um Sieger und Reservesieger wurde erst am Schlusstag der Veranstaltung gelüftet.
Springen: „Langbeinig und leichtfüßig“
Es ist gute Tradition der DSP-Hengsttage, dass der jeweilige „Körkommissar Sport“ der Kommission die Kommentierung der Besten übernimmt. Und so war es Andy Witzemann, der Sportkommissar Springen, der den ersten Siegerhengst der Veranstaltung, einen Sohn des Heartbreaker aus einer Stute von Diarado beschrieb: „Langbeinigkeit, Leichtfüßigkeit im Ablauf und Modernität“ attestierte er dem Dunkelbraunen, der von Uwe Eberhardt im baden-württembergischen Herbrechtingen gezogen und von Jürgen Laue aus Gerbstedt in Sachsen-Anhalt ausgestellt wurde. Zudem agiere der Siegerhengst „mit viel Übersicht und Abdruck“. Die Mutter des Hengstes stellte mit diesem Sprössling bereits den dritten gekörten Hengst, darunter einen Vollbruder des DSP-Siegers.
Zum ersten Reservesieger der Springhengste wurde ein patenter Brauner von Million Dollar aus einer Caretino-Mutter gekürt. Der Hengst ist einem hochdekorierten Mutterstamm zuzurechnen, der nicht nur zahlreiche gekörte Hengste wie beispielsweise Diarado, den einstigen Holsteiner Körsieger, hervorbrachte, sondern auch auf internationalem Parkett erfolgreiche Sportpferde. Gezogen und ausgestellt wurde der Hengst von Klaus Isaak aus Künzelsau in Baden-Württemberg. Zweiter Reservesieger darf sich ein dunkelbrauner Hengst von Cornet’s Balou-Chellano Z nennen, der mit sehr gutem Ablauf am Sprung überzeugte und von Erich Priewasser im österreichischen Altheim gezogen wurde. Ausgestellt wurde er von Hartmut Keitel und Jürgen Laue, der damit gleich doppelt Grund zur Freude hatte.
Prämiert wurden außerdem Hengste von Chacco-Blue-Ugano Sitte, Cornet Obolensky-Contendro I, Denzel van het Meulenhof-Cellestial, Diamant de Semilly-Cornet Obolensky, Emerald van het Ruytershof-Balou du Rouet, Martini VDL-Glenfiddich VDL, Rob Roy vd Bisschop-Zambesi und Zirocco Blue-Askari. Die weiteren gekörten Springhengste stammen von Blue Diamond, Cero I, Charaktervoll, Cicero Z, Comilfo Plus Z, Conthargos (3 gekörte Söhne), Denzel van het Meulenhof, Dominatorré, Jasper, Tangelo van de Zuuthoeve und Vingino.
Erstmals zwei Dressursieger
In diesem Jahr warteten die DSP-Hengsttage mit einem Novum auf: Zusätzlich zu den mit Siegerschärpen ausgezeichneten DSP-Hengsten wurde ein weiterer Dressursieger gekürt – eine Entscheidung, welche die Körkommission aufgrund der überragenden Qualität beider Dressurhengste fällte. Das fachkundige Publikum quittierte diese Entscheidung bei der Proklamation der Siegerhengste mit spontanem Applaus.
Ein lackschwarzer DSP-Rapphengst aus der bekannten Zuchtstätte des Martin Niedermair im bayerischen Aying ist einer der Beiden. Er ist ein Sohn des Feliciano, dessen Vater Floricello am Vorabend mit dem Titel „DSP-Elitehengst“ ausgezeichnet worden war, aus einer Staatsprämienstute von San Amour I. Der Stamm ist weit über Bayern hinaus bekannt, gehören ihm doch zahlreiche in Zucht und Sport hocherfolgreiche Pferde und Vererber wie die ebenfalls von Martin Niedermair gezogenen Lord Sinclair- Vollbrüder an. Ausstellerin des Körkandidaten war Ida Vávriková aus Brno in der Tschechischen Republik, die den Hengst als Fohlen bei der DSP-Auktion in Sauerlach gekauft hatte. Nicht nur ihr dürfte der Kommentar von Jörg Schrödter gefallen haben: „So sehen Sieger aus“, schwärmte der Dressur- Sportkommissar. „Ein Traumpferd, dessen Mutterstamm für Leistungsbereitschaft steht. Er ist super leichtfüßig und an der Longe hat man gesehen, was an Lastaufnahme möglich ist. Noch dazu hat er ein tolles Auge und strahlt Gelassenheit aus. Wir sagen ihm eine große Karriere voraus.“
Ebenfalls mit der Schärpe eines Dressur-Siegerhengstes geschmückt wurde ein Sohn des Sir Heinrich aus einer Don Juan de Hus-Mutter. Züchter des westfälisch registrierten Fuchses ist Erich Trogemann aus Olfen im Münsterland, ausgestellt wurde er von der ebenfalls in Nordrhein-Westfalen ansässigen Schulze Averdiek Sportpferde und Aufzucht GbR. Dem Stamm des Hengstes sind sowohl bis Grand Prix erfolgreiche Dressurpferde als auch Springpferde mit internationalen Meriten zuzuordnen. „Auch er ist mit den Qualitäten eines Siegerhengstes ausgestattet,“ so Jörg Schrödter. „Ein unheimlich großliniges Pferd mit sehr schönen Körperpartien und einem Ausdruck zum Verlieben“, schwärmte er. „Er verfügt über viel Eleganz und ebenfalls hervorragende Grundgangarten. Ein absolutes Ausnahmepferd!“
Auch der Reservesieger der Dressurhengste ist ein Fuchs, ein Sohn des Juwel aus einer Vitalis-Mutter.
Und auch der Stamm dieses Pferdes aus der Zucht von Lianne und Claus Fenske aus Wardenburg in Niedersachsen, das von der Besitzergemeinschaft Westhoff & Rothenberger, Bad Homburg, ausgestellt wurde, brachte Pferde für die höchsten Kategorien aller olympischen Reitsportdisziplinen hervor.
Weitere Dressur-Prämienhengste der DSP-Hengsttage 2026 stammen von Dutch Dream-Benicio, Energy- Sezuan, Fusionist-Brentano II, Global Player-Floriscount, Total Hope-Feenkönig xx und Zackerey-Fürst Heinrich. Ebenfalls gekört wurden Hengste von Bonds, De Chirico, Don Romance, Escanto PS, Escolar, Expectation PS, Fabletic, Feinsten, Filox, Flashbang, Fynch Hatton, Quaterback, ein weiterer Sohn des Feliciano und je zwei Söhne von Floricello, Va Bene und Zackerey.
PM




























