DSP-Hengsttage: München in Kauflaune

Foto: Hengst von Heartbreaker - Fotograf: Fischer

Foto: Hengst von Heartbreaker - Fotograf: Fischer

Schon bevor Hendrik Schulze Rückamp den Hammer zum ersten Mal aufs Pult fallen ließ, konnte die Auktion der 23. DSP-Hengsttage mit zwei Rekorden aufwarten: Generell sehr gut besucht, war die Halle erstmals auch zur Auktion ausverkauft und mit 81 Hengsten – 2025 war die Auktionskollektion 69 Hengste stark – war das Angebot so groß wie nie zuvor.

 

Sechs Mal sechsstellig Stimmungsvoll eingeleitet wurde die Auktion in der mit viel Liebe zum Detail geschmückten Olympia-Reithalle mit der von Ruben Mora von der Staatsoper Stuttgart live gesungenen „Ode an die Freude“. Und Anlässe zur Freude gab es viele. Bereits der erste Auktionskandidat setzte ein Zeichen. Die auch online zahlreich abgegebenen Gebote kamen zügig und schließlich konnte Monic Schmidheiny in der Halle jubelnd die Arme hochreißen: Für den Spitzenpreis von 265.000 Euro sicherte sie sich einen der Dressursieger für das in Brandenburg gelegene Gestüt von Bellin.

 

Der Fuchs von Sir Heinrich-Don Juan aus der Zucht von Erich Trogemann, Olfen, der von der Schulze-Averdiek GbR ausgestellt wurde, blieb nicht der einzige Hengst, der für einen sechsstelligen Preis zugeschlagen wurde, insgesamt knackten sechs der Auktionskandidaten, allesamt Prämienhengste, diese Marke: Bei 150.000 Euro fiel der Hammer für einen Braunen von Zackerey-Fürst Heinrich aus der Zucht und ausgestellt von Heinrich Ramsbrock, Menslage.

 

130.000 Euro ließ sich der neue Besitzer einen von Christian Wittlinger, Beimerstetten, gezogenen Hengst von Global Player-Floriscount kosten. 125.000 Euro war der Zuschlagspreis für einen Rappen von Energy-Sezuan aus der Zucht von Elizabeth Kapp, Clüversborstel, den Justin Klausing aus Diepholz nach München gebracht hatte. 102.000 Euro wurden für den Reservesiegerhengst der Springkollektion von Million Dollar-Caretino aus der Zucht von Klaus Isaak, Künzelsau, angelegt. Und glatte 100.000 Euro leuchteten auf der Anzeigetafel auf für einen Fuchs von Dutch Dream aus der Reitpferde-Bundeschampionesse Baroness Bibi von Benicio, der von Franz-Georg Ottmann, Saerbeck, nach München entsandt worden war.

 

Top Hengste für erste Adressen

 

Durchschnittlich wurden die 50 gekörten Hengste der Auktionskollektion für 48.300 Euro zugeschlagen, der Durchschnittspreis für die nichtgekörten Hengste pendelte sich bei 26.645 Euro ein. Nicht nur zahlreiche international agierende Sportställe sicherten sich in München vielversprechenden Nachwuchs, einer ganzen Reihe der Hengste wird auch eine glänzende Karriere als Vererber vorhergesagt. Die Weichen jedenfalls wurden bei diesen DSP-Hengsttagen, die mit einer anderswo kaum zu findenden Blutlinienvielfalt aufwarten konnten, gestellt.

 

So werden zum beispielsweise neben den bereits erwähnten Prämienhengsten ein Springhengst von Denzel van het Meulenhof-Diamant de Semilly aus der Zucht von Jürgen Laue, Gerbstedt, steht künftig in Diensten des Brandenburgischen Landgestüts Neustadt/Dosse. Der Siegerhengst Springen von Heartbreaker-Diarado aus der Zucht von Uwe Eberhardt, Herbrechtingen, den ebenfalls Jürgen Laue ausstellte und der einst DSP-Auktionsfohlen war, deckt zukünftig auf dem Ferienhof Stücker in Weeze. Auf der Hengststation Tebbel in Elmsbüren kommt ein prämierter Hengst von Juwel-Vitalis, der von der Besitzergemeinschaft Westhoff & Rothenberger, Bad Homburg, ausgestellt wurde und nicht zum Verkauf stand, zum Einsatz. Ein weiterer Hengst, der zwar als Fohlen über eine DSP- Auktionsplattform den Besitzer gewechselt hatte, in München aber nicht zur Auktionskollektion gehörte, wirkt zukünftig in Spelle auf der Station Kandziora. Dieser Fuchs von Escanto PS-Vitalis aus der Zucht von Ralf-Peter Lehmann, Teisendorf, für den die Angelina de Vittorio GmbH & Co. KG und Martin Stechele aus Wehringen als Beschicker der Körung verantwortlich zeichneten, hört zukünftig auf den Namen Evermore. Ebenfalls in den Deckeinsatz geht der zweite der Dressur-Sieger, ein Hengst von Feliciano-San Amour I aus der Zucht von Martin Niedermair, Aying, den Ida Vávriková aus Brno in der Tschechischen Republik bei der DSP-Fohlenauktion in Sauerlach gekauft hatte und den sich nun in München das Gestüt Turfhorst beheimatet in den Niederlanden sicherte. Nicht Richtung Osten, sondern nach Norden ins niedersächsische Fürstenau reist zusammen mit dem bereits erwähnten Sohn des Dutch Dream ein ebenfalls prämierter Dunkelbrauner von Total Hope-Feenkönig xx – auch er einst DSP- Auktionsfohlen – aus der Zucht von Gabriele Eder, Osterhofen, und ausgestellt von Lukas Paulix, Wernigerode, sowie der Sohn des Escolar aus einer Mutter von Rubin Royal (Z.: Johannes zur Lage, A.: 2m2 Horses, Bastad). Die beiden beziehen Boxen auf der Hengststation von Damil Dressage. Einen Neuzugang von den DSP-Hengsttagen meldet der Zuchthof Wadenspanner: Der Sohn des Zackerey-Dante Weltino aus der Zucht der ZG Bödekker-Seitz und ausgestellt von Gerdi Rakelbusch wird in Pattendorf eine Beschälerbox beziehen.

 

Neue Besitzer im Ausland fanden neun der Hengste. Drei gingen nach Frankreich, zwei in die Niederlande und je ein Hengst nach Belgien, Großbritannien, Schweden und in die USA.

 

Fritz Fleischmanns Fazit fällt zurecht zufrieden aus: „Wir konnten nicht nur die Spitzenhengste gut verkaufen, sondern hatten auch in der Breite vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen Marktsituation einen lebhaften Auktionsverlauf“, so der Vermarktungs- und Auktionsleiter des DSP. 

 

PM

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