DSP-Hengsttage: Auszeichnungen & Ehrungen 2026 Floricello zum Elitehengst gekürt

Foto: Floricello Elitehengst - Fotograf: Björn Schroeder.

Foto: Floricello Elitehengst - Fotograf: Björn Schroeder.

Die höchste Auszeichnung, die das DSP zu vergeben hat, ist der Titel „Elitehengst“. Sie wird nicht etwa inflationär vergeben, die Anforderungen sind streng: ein hoher Zuchtwert sowie eine Mindestanzahl an gekörten Söhnen und in der schweren Klasse erfolgreiche Nachkommen. Quaterback war 2016 der erste Titelträger, gefolgt von Don Diamond, Colestus, Askari, Rivero II, Millennium, Colorit, Con Spirit und Decurio – wahrlich klangvolle Hengstnamen.

 

Die Kulisse für die diesjährige Auszeichnung war erneut ebenso passend wie stimmungsvoll: die abendliche Gala der Hengsttage in der ausverkauften Olympia-Reithalle in München-Riem. Begleitet von frenetischem Applaus setzte sich hier einer in Szene, der sich nun ebenfalls „DSP-Elitehengst“ nennen darf: Floricello von Florencio-Dormello-Feingau.

 

Der jetzt 18-jährige imposante Dunkelfuchs des Zuchthofs Wadenspanner war 2010 Reservesieger der Oldenburger Körung und 2011 in Schweden Vizechampion des Nachwuchschampionats. 2013 dann betrat er mit einem Paukenschlag die Weltbühne: In Verden trat er in die Hufspuren seines Vaters, des Dressurpferde-Weltmeisters
Florencio, und gewann unter Andreas Helgstrand Silber bei der Weltmeisterschaft der fünfjährigen Dressurpferde. In Bayern setzte er seine sportliche Karriere fort: Mit Walter Wadenspanner im Sattel avancierte er zum Serien-Sieger in der schweren Klasse.

 

Auch als Vererber setzte er Maßstäbe: Schon aus seinem Deckeinsatz in Schweden stammen gekörte Hengste und hocherfolgreiche Dressurpferde. Internationale Grand Prix-erfolgreiche Pferde zählen ebenso zu seinen Nachkommen wie bei Bundeschampionaten glänzende, beispielsweise der Süddeutsche Vizechampion Fumée. 2021 lieferte er in Flashy und dem ebenfalls auf dem Zuchthof Wadenspanner stationierten Feliciano aufsehenerregende Söhne und auch in den folgenden Jahren kamen weitere gekörte Söhne auf verschiedenen deutschen Körplätzen hinzu. Und diese Reise ist noch längst nicht zu Ende: Wenige Stunden bevor Floricello in der Olympia-Reithalle in den Kreis der DSP-Elitehengste aufgenommen wurde, wurden an selber Stelle je zwei Söhne des Floricello und des Feliciano – darunter einer der Siegerhengste – gekört.

 

Zwei Hengste mit der DSP-Prämie ausgezeichnet

 

Beim DSP werden Prämien für Hengste nicht nur an die Besten der Körungen vergeben, sondern auch an Hengste, die mit besonderen Erfolgen unter dem Sattel auf sich aufmerksam machen. Die Anforderungen in der jeweiligen Altersgruppe für die Prämienvergabe sind klar definiert: Es zählen Erfolge bei DSP- und Bundeschampionaten sowie Weltmeisterschaften, bei Hengstleistungsprüfungen und Sporttests und ab siebenjährig S-Platzierungen. Im Rahmen der DSP-Hengsttage 2026 wurden zwei derartige Prämien vergeben – an Askaryan und Comme Cavelle, beide Repräsentanten des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts Marbach.

 

Der jetzt fünfjährige Schimmel Askaryan von Asca-Little Rock aus der Zucht von Heinz Walz, Bad Wildbad, verdiente sich die Prämie nicht nur dank eines ausgezeichneten Ergebnisses bei seinem 50-Tage-Test in Adelheidsdorf, wo er insbesondere in den Kriterien Interieur, Rittigkeit, Galopp und Springvermögen bestach, er war unter Eva-Maria Lühr auch Landeschampion der vierjährigen Springpferde Baden-Württembergs. Der dunkelbraune Comme Cavelle von Comme Prévu-Pasco wurde 2020 geboren, 2023 bei der Sattelkörung des DSP in Marbach gekört und war 2024 mit Europameister Richard Vogel im Sattel Sieger der PSA-Tour. 2025 war der Hengst aus der Zucht von Wolfgang Reich, Heidenheim, unter Pia-Luise Baur platzierter Finalist des Bundeschampionats der fünfjährigen Springpferde.

 

Das DSP-Präfix für Weena

 

Sie ist die große Bühne gewohnt. In der vollbesetzten Olympia-Reithalle kam im Rahmen der festlichen Gala der Hengsttage ein weiterer starker Auftritt hinzu: Die Stute Weena wurde mit dem besonderen Pferden vorbehaltenen Präfix „DSP“ ausgezeichnet. Von der DSP-Familie bejubelt, demonstrierte die von Ulrich Vité aus einer Stute von D’Amour-Weltmeyer gezogene Tochter des Birkhof’s Topas FBW eindrucksvoll, warum sie sich von nun an „DSP Weena“ nennen darf.

 

Dabei ist ihre sportliche Karriere noch jung und doch reich an Glanzlichtern: Die Dunkelbraune war unter Kay Pawlowska dreijährig Landeschampionesse Sachsen-Thüringens und kam vierjährig zu ihrer jetzigen Reiterin Emilia Brandstätter, die damals gerade mal zwölf Jahre jung war. Mittlerweile sind die beiden hocherfolgreich im Junioren-Dressursport. 2024 bei den Österreichischen Meisterschaften gab’s die Silbermedaille und in der vergangenen Saison bei den internationalen Turnieren im ungarischen Mariakalnok, im österreichischen Achleiten und in Brünn in der Tschechischen Republik zeigten die beiden derart konstant starke Leistungen, dass sie vom österreichischen Verband für die Junioren-Europameisterschaften nominiert wurden. Auch bei den Championaten im französischen Le Mans war das Ergebnis mehr als respektabel: Team Austria belegte Platz acht, in der Einzelwertung tanzten Emilia Brandstätter und Weena auf Rang 25. – Ein schöner Erfolg auch für Trainerin Astrid Neumayer vom Gestüt Pramwaldhof – und nicht zuletzt die ganze DSP-Community!

 

King George Diamant-Hengst 2026

 

Er ist eine ganz besondere Auszeichnung, die nur einmal jährlich vergeben wird: der von Banki Juweliere gesponserte Diamant-Preis. Die Kriterien für Preisträger sind ebenso objektiv wie klar definiert: Den Diamant-Preis erhält jeweils das nach den Ranglistenpunkten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung im vergangenen Jahr erfolgsreichste siebenjährige Springpferd, das entweder bei den Hengsttagen in München, dem Schaufenster der Besten in Neustadt/Dosse oder der Sattelkörung in Marbach gekürt wurde.

 

Bekannte Namen stehen auf der Liste: Quadrigus M beispielsweise, FST Dipylon, Question d’Honneur, Colestus, Sakrileg, Quite’s Prince, Coffee, Cookie, Aachen-Sieger Stargold, Cullinan du Borget B, Nombrado, Monte Kahlo und Askapino. Nun reiht sich mit DSP King George ein Gesandter des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse in diese Riege ein. Der bei seiner Körung mit einer Prämie ausgezeichnete Fuchs von Kasanova de la Pomme-Captain Olympic-Cellestial stammt aus der gestütseigenen Zucht und feierte siebenjährig im Parcours bereits Erfolge bis 1.40m-Niveau. Unvergessen sind beispielsweise seine Runden beim renommierten Meisterschaftsturnier „Balve Optimum“ im vergangenen Jahr Jahr, wo er unter dem Sattel von David Will das Finale der Youngster-Tour für sich entschied. Zwei Wochen später stellte er im niederländischen Kronenberg seine Klasse mit einem Sieg in der „Big Tour“ des CSI* erneut unter Beweis. Den Vergleich mit seinen gleichaltrigen Konkurrenten entschied DSP King George deutlich für sich: 3424 Ranglistenpunkte sind für die vergangene Saison für ihn verzeichnet, beinahe 600 mehr als den nach Punkten an zweiter Position dieser Liste rangierenden Hengst. Und dass der Stifter des Preises, der renommierte Juwelier Shadi Banki, Talente erkennt und etwas vom Springsport versteht, dürfte spätestens unstrittig sein, denn er ist auch der zurecht stolze Besitzer dieses außergewöhnlichen Hengstes.

 

Die FN-Plakette in Gold für Steffen Jahn

 

„Kontinuität und Passion – Ein Gestüt in Thüringen schreibt DSP-Geschichte“ war ein besonderer Programmpunkt der abendlichen Gala der DSP-Hengsttage in der Münchner Olympia-Reithalle überschrienen: Aus den Händen von Carsten Grill, Erster Vorsitzender des DSP und Vorsitzender des Vorstands Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), erhielt Steffen Jahn vom Gestüt Elstertal im thüringischen Wolfersdorf die FN-Plakette in Gold.

 

Damit wurde eine Erfolgsgeschichte honoriert, die ihresgleichen sucht: Am 1. Oktober 1990 gründeten Steffen Jahn und seine Frau Romy Pöhler das Gestüt. 34 Jahre später sind 330 selbstgezogene Fohlen registriert. Wo bis 1998 Haflinger gezüchtet wurden, ist der Fokus längst auf das Deutsche Sportpferd gerichtet. Zwölf gekörte Hengste stehen mittlerweile in der beeindruckenden züchterischen Bilanz, darunter der einst in Sachsens Landgestüt Moritzburg stationierte Santo Domingo, eines der Aushängeschilder von Gestüt Elstertal. 21 Staatsprämienstuten und 87 im Turniersport registrierte Pferde – viele von ihnen bis in die höchsten Klassen erfolgreich – brachte das Gestüt bisher hervor. Zu den bekanntesten gehört DSP Pathétique, eine Tochter des DSP-Elitehengstes Quaterback, die mit Olympiareiterin Dorothee Schneider im großen Viereck zahlreiche internationale Siege feierte. Pathétiques Urgroßmutter Paloma ist die Stammstute des Gestüts. Mit ihr ist eine besondere Geschichte verbunden, denn diese Stute aus der berühmten Neustädter P-Familie wurde 1995 von Steffen Jahn gegen eine Haflingerstute eingetauscht – zweifellos ein Glücksgriff. Auch in jüngster Zeit machen Pferde aus dem Gestüt Elstertal Furore. So zum Beispiel der Hengst DSP Vangelis, 2024 DSP-Champion der sechsjährigen Dressurpferde und im vergangenen Jahr bereits Sieger in der schweren Klasse. Oder Primavera, die unter der Dänin Zascha Nygaard Lill in Springen bis Fünf-Sterne-Niveau Erfolge feiert. – Nur zwei von vielen möglichen Beispielen.
Man hörte es am tosenden Applaus: In der ausverkauften Halle der Olympia-Reitanlage war niemand, der Steffen Jahn diese besondere Auszeichnung nicht gegönnt hätte. Wie heißt es so schön? Ehre, wem Ehre gebührt. 

 

PM

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