(Neumünster) Der Freitag des Trakehner Hengstmarktes begann traditionell mit dem Freispringen der Junghengste, die sich am ersten Adventswochenende um das Körprädikat der ältesten und edelsten Reitpferderasse der Welt bewerben. 35 Hengste strahlten im Glanz der festlich geschmückten Holstenhalle und absolvierten souverän und mit Übersicht die Springgasse. Ein im Vergleich zu den Vorjahren leicht veränderter Aufbau ließ alle Anwärter ihren Rhythmus und die gewünschte Losgelassenheit finden. Hoch zufrieden mit dem Hengstjahrgang zeigten sich von der Körkommission Dr. Hans-Peter Karp, Ochtrup, und Peter Kunath, Zehren. Nach der Vorstellung über den Stangen, präsentierte sich die Hengste an der Hand ihrer Ausbilder im Schritt vor der Kommission und wussten mit gutem Interieur auf ganzer Linie zu überzeugen. Das diesjährige Freispringen bot zudem einige Highlights mit atemberaubenden Höhenflügen, welche die Ständerhöhen der Hindernisse klein aussehen ließen. Eines der besonderen Talente wird heute im Zuge der Körung mit dem Titel des besten Springhengstes geehrt. Doch zuvor steht heute früh um 8.30 Uhr das Freilaufen der Hengste nach dem Holländischen Modell auf dem Programm. Dabei gilt es für die Hengste ihre Galoppade und ihr natürliches Gleichgewicht zu demonstrieren, bevor nach der Mittagspause die Körurteile verkündet werden. Der gestrige Tag in den Holstenhallen bot noch weitere Höhepunkte: Freunde des Dressursports erlebten eine exklusive Besetzung der Einlaufprüfung des TSF Dressurchampionats: Die besten sieben- bis zehnjährigen Trakehner Dressurpferde hatten sich in der Saison 2025 bundesweit in schweren Prüfungen qualifiziert und das heutige Spitzenfeld wird heute um 17.00 Uhr im Finale mit einer Kürvorstellung auf St. Georg-Niveau noch einmal antreten. Heute siegte Lydia Camp-Riebau mit dem von ihrem Vater August Camp gezogenen Wallache Silverstone v. Hopkins, den die junge Profireiterin aus Geldern von der Pike an selbst ausgebildet hat. Auf Platz zwei folgte Anders Sjöbeck Hoek mit dem in Dänemark gezogenen Prämienhengst Hallifax Lyng v. Schwarzgold und Dritte war heute die Stute Kind of Magic v. Helium mit Roxana Mohr. Die Auktion der Stuten und Reitpferde setzte den Schlusspunkt des Tagesprogramms. „Besonders großen Anklang fanden die Stuten aus unserer diesjährigen Stutenkollektion sowohl bei langjährigen Stammkunden als auch bei Neukunden. Die Auswahl an hochwertigen, aus bewährten Mutterstämmen stammenden Stuten wurden vom Markt ausgesprochen positiv aufgenommen,“ fasste Vermarktungsleiter Richard Langels zusammen. „Wir freuen uns, diese aufstrebenden jungen Spitzenstuten in guten Händen zu wissen und sind uns sicher, in der Zukunft noch viel von ihnen zu hören zu dürfen.“ Gefeierte Königin der Stutenkollektion war die Prämien- und Staatsprämienstute Luxus v. Freiherr von Stein, die zum Spitzenpreis der Auktion für 72.000 Euro nach Hamburg wechselte. Die vierjährige Stute ist unter anderem Mitglied der amtierenden Trakehner Bundessiegerfamilie. Mit 48.000 Euro den zweithöchsten Preis der Stuten erzielte die zweijährige Helium-Tochter Hemera, die in enger Verwandtschaft zu den Spitzenstuten Hermine, Salvana’s Helene und Salvana’s Helena steht. Die diesjährige Siegerstute der Zentralen Eintragung in Niedersachsen Nord-West, Florence v. Schäplitzer wechselte für 45.000 nach Nordrhein-Westfalen. Teuerstes Reitpferd war der dreijährige Prämienhengst Kiano, ein Sohn des Siegerhengstes Rheinglanz, den der Auktionator Hendrik Schulze-Rückamp für 45.000 Euro zuschlagen konnten. Das Nachwuchstalent geht nach Sachsen und dort in die fördernden Hände einer aufstrebenden Juniorin. Der Durchschnittspreis der Stuten betrug 28.916 Euro, der Durchschnittspreis der Reitpferde lag bei 25.083 Euro. PM |