Foto: Moritz Treffinger - Fotograf: Stefan Lafrentz
„Es ist ein Genuss, wie auf Wolken, ein Bouncen durch die Prüfung hindurch!“ Keine Frage: Moritz ist ein Riesenfan von „Morri“! Der Finalsieger des Piaff-Förderpreises 2025 hat in seinem „Zuhause“ aufgetrumpft: Moritz Treffinger hat im Sattel von Morricone mit 71,128 Prozent die erste Etappe des Piaff-Förderpreises im Rahmen des Maimarkt-Turniers Mannheim gewonnen.
Mit einer fast fehlerfreien Prüfung und in feinster Reitmanier haben die Beiden begeistert. Nur „fast“ fehlerfrei, weil der 14-jährige Hengst am Ende der 15 Einer-Wechsel noch mal zwei zusätzliche
angehängt hat.
Moritz reagierte mit einem kurzen Kopfschütteln und lächelte. „Wir waren noch nicht auf so vielen gemeinsamen Turnieren“, erzählt der Chefbereiter des Gestüts Bonhomme. „Mannheim war erst unser zweites CDI, aber es macht solchen Spaß, ihn zu reiten. Weil er sich selbst präsentieren möchte, weil er außerdem wunderschön ist und ein Riesenego hat, das er voll für den Reiter einsetzt.“
In der Vorbereitungsprüfung musste sich der 22-Jährige noch mit Platz zwei begnügen, hinter dem ganz neuen Paar Rose Oatley und Alive and Kicking. Die 19-jährige Rose, zehnmalige Goldgewinnerin bei Nachwuchs-Europameisterschaften, und die Stute passen hervorragend zusammen, haben sich heute noch ein paar Fehler geleistet, aber auch jede Menge Höhepunkte – es wurde Platz drei mit 70,308 Prozent. Dazwischen positionierten sich Lucie-Anouk Baumgürtel (22) und die zehnjährige Zinq First Vienna FH FRH mit 70,359 Prozent. Lucie-Anouk hat ebenfalls sehr viel Erfahrung im Nachwuchsbereich, war bei zehn Europameisterschaften am Start, gewann 18 Goldmedaillen und steigt jetzt, wie Rose, in die U25-Tour ein.
Der Bundestrainer der U25-Dressurreiter, Hans-Heinrich Meyer zu Strohen, strahlte: „Wir müssen und unheimlich glücklich schätzen, dass wir eine sehr große Anzahl von wirklich ausnahmetalentierten Mädchen dabeihaben – und den einen Jungen“, hängt Meyer zu Strohen grinsend an. „Die Jungs sind leider immer etwas in der Unterzahl.“ Das Niveau dieses Piaff-Jahrgangs sei absolut außergewöhnlich.
„Und ich möchte dem Veranstalter danke sagen“, betonte der Bundestrainer, „dass wir die Möglichkeit haben, hier reiten zu dürfen. Die Bedingungen sind super, die Kulisse ist sicher auch herausfordernd, und wir hatten zahlreiche Zuschauer im Dressurstadion. Durch diese Kulisse und die Zuschauer lernen Pferde und Reiter am meisten. Das ist einfach so.“ Er freue sich, dass er zufrieden nach Hause fahren könne.
Einen besonderen Gruß sprach der Bundestrainer an Reitmeister Hubertus Schmidt aus. Es sei sehr schade, dass Hubertus Schmidt aufgrund seines Unfalls in Mannheim nicht habe vor Ort sein können, aber „er hat seine ‚Kinder‘ aus der Ferne mit der Technik über das Handy super betreut. Das finde ich ganz, ganz toll und dafür muss er eine besondere Ehrenkarte bekommen.“ Mit „seine Kinder“ sind die Bereiterin des Stalles Schmidt, Anna Schölermann, und deren Schülerin Celestine Kindler gemeint, die beiden waren ebenfalls im Piaff-Förderpreis am Start.
Die Piaff-Station in Mannheim war zugleich erste Sichtung mit Blick auf die U25- Europameisterschaften, die vom 6. bis 12. Juli im ungarischen Budapest stattfinden.
Kürsieg in der Dressur für Lisa Müller
Mit 75,815 Prozent sicherte sich in diesem Jahr erstmals Lisa Müller im Sattel von Gut Wettlkam’s D’Avie FRH den Sieg. Dicht gefolgt von der Australierin Simone Pearce auf Nachwuchspferd Will Marq (74,180 Prozent). Die Kür ist seit 2013 Teil des Programms beim Maimarkt-Turnier, bisher wurde sie ausschließlich von deutschen Reiterinnen gewonnen. Fast schon eine Tradition, die Lisa Müller 2026 fortgeführt hat.
Dressur in Mannheim: Einfach „sehr schön und wunderbar!“
Mit dem Abschluss der Dressurprüfungen in Mannheim zog Dr. Christiane Berger-Kühn, die zweite Vorsitzende des Reiter-Verein Mannheim und verantwortlich für den Ablauf der Dressurprüfungen beim Maimarkt-Turnier, ihr Resümee 2026: „Es ist jedes Jahr wieder ein besonderer Moment, wenn Isabell Werth bei uns ins Dressurviereck einreitet – diese Weltklasse-Reiterin, die sich jedes Jahr freut, hier reiten zu dürfen und diese Freude auch weiterträgt. Das macht mich schon stolz, und das ist einfach sehr schön.“ Und in den folgenden Worten spricht aus ihr die selbst aktive Dressurreiterin: „Es ist immer wieder schön, die Ausstrahlung der Pferde in unserem Mannheimer Viereck zu sehen – einfach wunderbar!“
Sekt im Charleston-Kleid?
Der besondere „Geburtstags-Clou“ wartet auf die Turnier-Besucher am Badenia-Dienstag. Zum 100. Geburtstag des Reiter-Verein Mannheim, dem Veranstalter des Maimarkt-Turniers, lädt der Verein alle Besucher, die zum Finale im 20er Jahre Look aufs Turniergelände kommen, zu einem Glas Sekt ein: Die Damen vielleicht im Charleston-Kleid oder Buttinette-Kostüm der „Roaring Twenties“, im Haar stileleganter Kopfschmuck mit Strass. Die Herren beispielsweise im Stresemann-Anzug mit dunkler Weste und gestreifter Hose, dazu ein steifer Homburg-Hut oder eine sportliche Schirmmütze. Den Sekt gibt es beim Weinhaus Langenwalter am Eingang des Doppelstockzeltes im MVV-Reitstadion.
Schauen, anfassen, ausprobieren und genießen: Auf dem Maimarkt Mannheim wird Einkaufen zum Erlebnis! Über 1.000 Aussteller präsentieren auf Deutschlands größter Regionalmesse clevere Innovationen und beliebte Klassiker für Haus und Garten, Urlaub und Freizeit, Gesundheit, Mode und Genuss. In den Maimarkt-Sonderschauen taucht man in andere Welten ein und bestaunt spektakuläre Vorführungen.
Die Ergebnisse aller Prüfungen sind über https://www.longinestiming.com/equestrian/2026/longines-eef-nations-cup-... mannheim/index.html abrufbar.
PM




























