Hohen Wieschendorf: Philipp Weishaupt gewinnt

Vierte Auflage des CSI4* erhielt viel Lob von Aktiven und Besuchern

Mit einem kleinen, aber spannendem Stechen im Großen Preis ging das fünftägige Turnier des „Erdbeerkönigs“ Enno Glantz in Hohen Wieschendorf unweit der Ostsee in Mecklenburg zu Ende. Den schnellsten Nullfehlerritt schaffte Philipp Weishaupt mit der belgischen Stute Lady Concern du Rezidal. Nur Sekundenbruchteile langsamer erreichten der Tscheche Ales Opatrny und Vivo de Muze PS die Ziellinie. Auf Platz drei behauptete sich der Schwede Douglas Lindelöw mit Asterix du Couleur.

 

„Die ersten drei Turniere hier in Hohen Wieschendorf waren schon toll, aber ich bin überrascht, dieses Jahr konnten wir noch eins obendrauf legen“, resümierte Turnierchef Enno Glantz am letzten Tag der DKB Pferdewoche in Hohen Wieschendorf. Der Unternehmer, bekannt für seine Erdbeerkulturen, erklärte: „Wir hatten tollen Sport, klasse Starterfelder, und was mich am meisten freut, ist die tolle Stimmung bei Reitern und Besuchern.“ Die beiden Sportdirektoren Holger Wulschner und Christoph Lanske hatten eine gute Prüfungsmischung aus Spitzensport im CSI4*- und CSI2*-Bereich, jungen Pferden und Reitern und regionalen Wettbewerben zusammengestellt. Auch der deutsche Co-Bundestrainer Ralf Runge war begeistert: „Das Turnier ist gewaltig! Das kennt man so gar nicht mehr – diese Gastfreundschaft, die Herzlichkeit, die Bedingungen, alles speziell gut. Alles ist sehr professionell, das merkt man an den Abläufen, jeder weiß, was er zu tun hat. Ich bin das erste Mal hier und hatte mich im Vorfeld gewundert, warum alle Reiter hierhin und nicht auf andere Turniere wollten, ich verstehe jetzt auch warum.“Zum Abschluss gingen noch einmal 50 Reiterinnen und Reiter im Großen Preis an den Start. Nur fünf erreichten nach fehlerfreiem Umlauf das Stechen. Philipp Weishaupt machte mit einer forschen Runde klar, dass er gerne gewinnen würde. Fehlerfrei in 43,16 Sekunden erreichte er das Ziel. Seine Partnerin Lady Concern du Rezidal ist erst neun Jahre alt. Die belgische Stute, Tochter des Emerald, reitet Weishaupt seit Ende 2024. Sie gehörte der Tschechin Natalie Kovarova und bestritt mit ihr die ersten internationalen Prüfungen. Philipp Weishaupt baute das Pferd bis zum Fünf-Sterne-Level auf und erzielte 2026 in Doha, Paris und Shanghai schon vordere Platzierungen. Der Sieg im Großen Preis des CSI4* dürfte der bislang größte Erfolg des Paares sein.Minimal langsamer, aber ebenso fehlerfrei war der zweitplatzierte Tscheche Ales Opatrny mit dem zehn Jahre alten Vivant-Sohn Vivo de Muze PS aus dem Zuchtverband Oldenburg International (0/43,33). Auf einem Podestplatz fand sich ebenso der Schwede Douglas Lindelöw ein. Auch setzte mit dem ebenfalls zehn Jahre alten Hengst Asterix du Couleur ein noch recht junges Pferd ein (4/47,1). Zweitbester deutscher Reiter war Stefan Engbers mit dem westfälischen Schimmelwallach Baju NRW v. Balou du Rouet (8/44,73). Der Sieger Philipp Weishaupt bedankte sich im Namen der Reiter bei den Parcourschefs Marco Hesse und Ralf Stehr und ihrem Team: „Großes Lob an die Parcoursbauer, die Parcours waren anspruchsvoll, aber fair, es gab keine schlechten Bilder. Ihr habt an allen Turniertagen einen tollen Job gemacht.“ Das Kompliment wird wohl auch Olympiasieger Christian Kukuk unterschreiben. Er siegte in der zweitwichtigsten Springprüfung des Turniers, dem Championat, mit der neunjährigen Viki van Gogh, die er seit Ende des Jahres 2023 reitet. Die Hannoveranerin v. Van Goch setzte sich in der Runde der besten 15 aus dem Umlauf mit 39,38 Sekunden an die Spitze. Laura Klaphake und der zehnjährige VDL Quizano van’t Merelsnest folgten auf Platz zwei in 43,62 Sekunden. Platz drei ging an Péter Szuhai aus Ungarn im Sattel von Corbluecenta. Seine Zeit: 43,86 Sekunden. Sieger Christian Kukuk schwärmte: „Viki van Gogh ist ein außergewöhnliches Pferd mit außergewöhnlichen Qualitäten. Sie war schon immer ehrgeizig, man konnte im Stechen mit ihr richtig was riskieren. Ich glaube, dass es ein Riesenvorteil ist, dass sie selber die Sprünge sucht. Man sitzt eigentlich drauf und steuert ein bisschen, aber man hat immer das Gefühl, dass sie den nächsten Sprung anvisieren will.“ Viki sei ein Pferd, in das er große Hoffnungen für die Zukunft stecke. Pferdesport Deutschland / hen

 

 

 

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