Foto: Maximilian Weishaupt - Fotograf: Stefan Lafrentz
„Ich habe den Gewinner gesehen, da kamen wir heute nicht ganz ran!“, erklärte Armin Schäfer nach dem Maimarkt-Championat präsentiert von Berrang SE und strahlt sofort: „Aber mein Pferd sprang spitze!“ Um ein Haar wäre der 46-Jährige als einer der Spitzenreiter des Reiter-Verein Mannheim zum 100. Vereinsjubiläum im Maimarkt-Championat als Sieger über die Ziellinie galoppiert. Aber Maximilian Weishaupt war noch schneller. Mit seiner langjährigen Erfolgsstute DSP Omerta Incipit flitzte Weishaupt in fehlerfreien 67,79 Sekunden durch den Parcours, 23 Hundertstelsekunden schneller als der Mannheimer. Dritte wurde Katrin Eckermann mit dem neunjährigen Iron Dames Cascajall NRW.
„Spitze, speziell, einfach Wahnsinn und eine meiner besten Freunde!“, so schwärmte der Sieger von seiner Erfolgspartnerin DSP Omerta Incipit, und aus Turnierchef Peter Hofmann sprudelte die Begeisterung heraus: „Das war ein perfekter Ritt von Maximilian. So aus einem Guss und Fluss dadurch geritten – das war fantastisch.“ Maximilian Weishaupt war im vorderen Drittel des Starterfeldes dran, und so musste der 36-Jährige ziemlich lange warten und bibbern. Was er in der Zeit gemacht hat? „Ich habe meinen Kollegen zugeguckt.“ Seit zehn Jahren kennen sich Omerta Incipit und Maximilian Weishaupt. „Wir sind ein seltenes Trio“, betont der Sieger und meint die Stute, ihren Besitzer und sich selbst. „Karl Gruber hat die Stute gezogen, und sie ist immer noch in seinem Besitz. Wir Drei sind schon so lange ein Team – das ist außergewöhnlich.“ Leider hat der Besitzer den Sieg seiner Stute nicht vor Ort in Mannheim selbst verfolgt. „Er ist einfach zu nervös, um direkt zuzugucken“, schmunzelte Weishaupt. Telefoniert haben die Beiden natürlich sofort.
2005 hatte sich Armin Schäfer im Sattel von Liberty Boy schon mal den Sieg im Championat gesichert, nach dem Championats-Samstag in diesem Jahr mit dem elfjährigen Dante hat er seinen Plan für die nächsten Tage geschmiedet: „Dante ist in guter Verfassung, er hat jetzt zwei Tage Pause und dann wird er am Dienstag in der Badenia seinen ersten 1,60-Meter-Parcours gehen.“ Auch in der Badenia hat er schon Sieg-Erfahrung, 2004 führte er die Ehrenrunde, ebenfalls mit Liberty Boy, an. Ein zweiter Eintrag auf dieser Siegerliste würde ihm gefallen. „Mit ihm ist auf jeden Fall zu rechnen“, weiß Sieger Weishaupt. „Insgesamt haben wir hier Top-Reiter, auch heute war das ein super Starterfeld. Es ist ein sehr hohes Niveau an Reitern hier.“
Insgesamt waren 74 Reiter aus 17 Nationen am Start, das Championat war die erste Qualifikation für die Badenia – Großer Preis der MVV Energie AG. Weishaupt, Schäfer und Eckermann haben ihre Startplätze in Mannheims Höhepunkt am Dienstag bereits sicher. Ein gravierender Unterschied: Das Championat hatte Hindernishöhen bis 1,45-Metern, am Dienstag sind die Hindernisse 15 Zentimeter höher. „Das macht meiner Stute nichts aus“, bleibt Weishaupt gelassen. „Omerta hat schon den Großen Preis und einige Nationenpreise gesprungen. Aber es wird mit Sicherheit eine Aufgabe am Dienstag, die Badenia in Mannheim ist immer ein reeller Parcours, aber ich habe volles Vertrauen in die Stute.“
Eine spezielle Herausforderung im Championats-Parcours von Parcours-Chefin Christa Jung war die Zeit. Der Kurs mit 460 Metern Länge war in der erlaubten Zeit von 74 Sekunden zu absolvieren, einige Reiter mussten Zeitfehler notieren. „Das ist genau richtig so“, betont der Schweizer Europameister Martin Fuchs. „Man musste nicht schnell reiten, man konnte das auch gut über engere Wendungen lösen. Der Parcours war super gebaut.“ Peter Hofmann schloss sich diesem Lob an: „Christa Jung baut schon sehr viele Jahre hier in Mannheim, und sie baut immer wieder klasse! Auch bei großen Startfeldern sieht man keine schlechten Bilder, und sie kriegt die Reiter trotzdem toll auseinander.“
„Großartiger Einstand“
Zum ersten Mal war die Elitefohlenauktion des Oldenburger Verbandes Teil des Maimarkt-Turniers. Auktionsleiter Roland Metz: „Wir sind top zufrieden, das war ein großartiger Einstand.“ Zehn Fohlenpräsentierten sich im MVV-Reitstadion und fanden neue Besitzer. Die Katalognummer 1, Colette v. Chaloubino PS, avancierte zum Spitzenfohlen. Für 17.000 Euro ging der Zuschlag an einen Reiter, dersich kurz zuvor eine vordere Platzierung beim Maimarkt-Turnier gesichert hatte – ein doppelter Grund zum Feiern. „Mich freut besonders, dass Kaufinteressierte aus dem Publikum, aber auch Reiter zum Zug gekommen und dass auch die Dressurfohlen sehr gut angekommen sind“, resümiert Metz.
Insgesamt wurden die zehn Elitefohlen für einen Durchschnittspreis von 10.200 Euro zugeschlagen, allesamt bleiben die „Zukunftsjuwelen“ in Deutschland.
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