Foto: Das deutsche Team in Hagen aTW gewinnt den FEI Dressage Nations Cup™ Grand Prix, v.l. Klaus Roeser (Equipechef), Isabell Werth, Raphael Netz, Semmieke Rothenberger und Frederic Wandres - Fotograf: sportfotos-lafrentz.de
Elf Jahre nach der Premiere im Jahr 2015 war Hagen a.T.W. erneut Gastgeber eines Nationenpreises. Wie schon damals dominierte die Heimmannschaft das Geschehen und sicherte sich mit 230,834 Punkten souverän den Sieg. Deutlich enger verlief der Kampf um Silber und Bronze: Spanien belegte mit 212,892 Punkten Rang zwei vor den USA, die mit 210,957 Punkten Dritte wurden.
Sechs Nationen gingen im FEI Dressage Nations Cup™ präsentiert von der Meggle Group GmbH an den Start – Österreich, Belgien, Deutschland, Spanien, Schweden und die USA. Finnland war mit zwei Einzelreitern vertreten. Deutschland war als klarer Favorit nach Hagen gereist und führte die Gesamtwertung des FEI Dressage Nations Cup™ nach drei von fünf Stationen an. Zwar ging es um weitere wichtige Punkte für die Serie, im Mittelpunkt stand für alle Beteiligten jedoch vor allem der Kampf um die Plätze im deutschen Team für die FEI Dressage World Championships Aachen 2026.
Das deutsche Team vereinte Jugend und Erfahrung. Die beiden ehemaligen U25-Europameister von 2021 an gleicher Stelle, Semmieke Rothenberger mit Farrington und Raphael Netz mit Great Escape Camelot, wurden von den Olympiasiegern Frederic Wandres mit Bluetooth OLD sowie Isabell Werth mit Wendy de Fontaine ergänzt.
Flashbacks für Netz und Rothenberger
Raphael Netz und sein niederländischer Warmblutwallach Great Escape Camelot eröffneten als erstes deutsches Paar den Wettbewerb und erhielten 73,696 Prozent von der Richtergruppe. Für den 26-Jährigen weckte die Rückkehr nach Hagen besondere Erinnerungen: „Ich hatte tatsächlich einige Flashbacks, als ich hierher gekommen bin und wieder in dieses Stadion eingeritten bin – vor allem, weil ich wieder gemeinsam mit Semmieke hier bin. Wir waren schon vor ein paar Jahren Teamkollegen bei den U25-Europameisterschaften. Jetzt sind wir wieder gemeinsam in einer Nationenpreis-Mannschaft. Ich finde, das ist eine schöne Geschichte: Damals sind wir gemeinsam im Nachwuchs geritten und heute vertreten wir Deutschland zusammen im Nationenpreis.“
Für Semmieke Rothenberger und den 16-jährigen niederländischen Fuchs Farrington war es nach dem Debüt in Lier erst der zweite Nationenpreis-Einsatz. Ein kostspieliger Fehler in den Einerwechseln verhinderte, dass das Paar sein Grand-Prix-Ergebnis aus Belgien wiederholen konnte. Am Ende standen 71,935 Prozent auf der Anzeigetafel.
Trotz des Fehlers zeigte sich Rothenberger sehr zufrieden mit ihrem Pferd. „Schon beim Abreiten hat er sich unglaublich selbstbewusst und entspannt angefühlt und die Atmosphäre richtig genossen. Für mich war die Nominierung für den Nationenpreis wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Zuhause habe ich immer gerne den Geschichten meiner Eltern von den Olympischen Spielen zugehört. Jetzt selbst mit Isabell und den anderen erfahrenen Reitern in einer Mannschaft zu sein, ist eine große Ehre. Ich bin Monica Theodorescu unglaublich dankbar, dass sie mir dieses Vertrauen geschenkt hat.“
Muster an Konstanz
Als dritter deutscher Starter präsentierten Frederic Wandres und sein langjähriger Sportpartner Bluetooth OLD erneut ihre große Konstanz. Der 16-jährige Bordeaux-Wallach erhielt 76,087 Prozent und überzeugte insbesondere in der Piaffe-Passage-Tour, auch wenn sich ein Fehler in den Zweierwechseln einschlich.
Wandres fasste seine Prüfung so zusammen: „Bluetooth ist inzwischen ein sehr verlässliches Mannschaftspferd. Er ist unglaublich konstant und liefert immer wieder starke, solide Ergebnisse ab. Zuhause haben wir an einigen Details gearbeitet, vor allem am Halten, an der Piaffe und den Pirouetten. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass sich diese Verbesserungen heute gezeigt haben.
Leider hatten wir einen Fehler in den Zweierwechseln. So etwas kann passieren, vielleicht war es sogar ein kleiner Weckruf. Sollte das die letzte Prüfung vor der Mannschaftsnominierung für Aachen gewesen sein, dann ist jetzt vielleicht genau der richtige Zeitpunkt dafür. Es erinnert einen daran, dass man sich niemals zu sicher fühlen darf und eine fehlerfreie Prüfung nie selbstverständlich ist – ganz gleich, wie erfahren das Pferd ist. Abgesehen davon haben wir erneut eine starke, konstante Leistung mit einem sehr soliden Ergebnis gezeigt. Insgesamt bin ich wirklich sehr zufrieden.“
Werth und Wendy liefern ab
Alle Blicke richteten sich anschließend auf Isabell Werth und Wendy de Fontaine, die als vorletztes Paar des Tages ins Viereck ritten. Die neunfache Weltmeisterin bewies einmal mehr, warum sie zu den erfolgreichsten Reiterinnen der Welt gehört. Für ihre Vorstellung vergab die Richtergruppe 81,051 Prozent, darunter zahlreiche Noten von neun und zehn.
„Ich war heute wirklich sehr glücklich mit Wendy. Es ist immer etwas schwieriger, wenn man den ganzen Tag warten muss und erst am Abend startet. Aber sie blieb die ganze Prüfung über konzentriert und fokussiert. Natürlich hatten wir ein paar unnötige Fehler in den Zweierwechseln, aber insgesamt gab es so viele positive Momente.
Besonders zufrieden war ich – wie eigentlich immer – mit der Piaffe-Passage-Tour. Auch die Schritttour war sehr entspannt. Die Pirouetten haben sich gut angefühlt, die Einerwechsel waren sehr sicher, und besonders die Übergänge zur und von der Piaffe und Passage haben mir gefallen. Während der gesamten Prüfung konnte ich einfach sitzen, warten, den Ritt und den Wettkampf genießen. Das hat mich sehr glücklich gemacht.“
Werth, Wandres und Netz belegten die Plätze eins, zwei und drei der Einzelwertung und sicherten Deutschland damit einen souveränen Mannschaftssieg. Der finnische Einzelreiter Henri Ruoste wurde mit Tiffanys Diamond und 72,783 Prozent Vierter vor Rothenberger auf Rang fünf.
Die besten spanischen Ergebnisse erzielten José Antonio Garcia Mena mit Gladiador Do Lis auf Platz sechs sowie Severo Jurado Lopez mit Flaconi W auf Rang sieben. Jordan LaPlaca stellte mit Gold Play als Achter eine persönliche Bestleistung auf und trug damit zur Bronzemedaille der USA bei. Sein Teamkollege Christian Simonson belegte mit Fleau de Baian Rang neun.
Schöne Überraschung für Spanien
Der zweite Platz kam selbst für den spanischen Equipechef Rien van der Schaft etwas überraschend. „Ich bin sehr glücklich und vielleicht auch ein wenig überrascht, dass wir heute Zweiter geworden sind. Nicht, weil wir nicht hart dafür gearbeitet hätten – das haben wir ganz sicher – sondern weil es immer schön ist, wenn am Ende alles zusammenpasst. In Spanien versuche ich, ein System aufzubauen, das dem deutschen ähnelt. Es geht nicht nur darum, Reiter auf höchstem Niveau auszubilden, sondern darum, im gesamten System ein starkes Fundament zu schaffen. Jeder weiß, dass sich der Dressursport weiterentwickelt, und ich glaube, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen.“
Mit dem heutigen Sieg baute Deutschland seine Führung in der Gesamtwertung des FEI Dressage Nations Cup™ uneinholbar aus. Das Finale der Serie findet vom 8. bis 12. Juli in Falsterbo (SWE) statt.
Alle Prüfungen werden live auf ClipMyHorse.TV übertragen. Zeitpläne und Ergebnisse sind unter https://psi-events.de/portfolio/covalliero-dressage-days-july/ abrufbar.
PM






























