Dr. Dennis Peiler über Streitkultur, öffentliche Wahrnehmung und die Zukunft des Sports
Am 12. Mai findet zum zweiten Mal das Diskussionsformat „Heiße Eisen“ in Warendorf statt. Unter dem Titel „Früher Turnierstart zwischen Förderung und Überforderung“ diskutiert eine breit gefächerte Runde an Podiumsgästen über Voraussetzungen, Chancen und Risiken eines frühen Turnierstarts junger Pferde. Im Interview erläutert Dr. Dennis Peiler, der den Abend moderieren wird, warum er bei der Weiterentwicklung des Pferdesports auf Dialog setzt – auch mit Systemkritikern wie der Tierrechtsorganisation PETA.
Ein Satz, den man Sie häufig sagen hört, lautet: „Veränderung gelingt nur im Dialog“. War das der Antrieb für die Besetzung der nächsten Auflage von „Heiße Eisen“, bei der auch Kritiker des aktuellen Systems zu Wort kommen sollen?
„Wir wollen nicht nur von Dialog sprechen, sondern ihn führen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Dialog das richtige Mittel ist, um unseren Sport weiterzuentwickeln. Dialog beinhaltet das Zuhören und Verstehen, eröffnet uns als Pferdemenschen aber gleichzeitig die Chance, gehört und, hoffentlich, verstanden zu werden.“
Auch von einer Tierrechtsorganisation wie PETA, die das Reiten von Pferden generell in Frage stellt?
„In dem Punkt kann es keine Einigkeit mit Pferdesport Deutschland geben. Wir stehen für den Sport mit Pferden und werden ihn immer gegen unsachliche Angriffe verteidigen. Ich halte nichts davon, den Sport pauschal zu verurteilen. Aber ich halte sehr viel davon, konkret über Verbesserungen zu sprechen. Genau das können wir auf einer Veranstaltung wie „Heiße Eisen“ tun: von Angesicht zu Angesicht, konstruktiv und fachlich basiert. Tierrechtsorganisationen argumentieren mit dem Tierwohl – und genau das ist auch unser Maßstab. Die Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport sind strikter formuliert als das allgemeine Tierschutzgesetz. Wir setzen die Leitlinien aber als Maßstab an, weil für uns als Pferdesportverband die Pferde das höchste Gut sind. Ihr Wohl liegt in unserer Verantwortung. Das wird auch bei „Heiße Eisen“ noch einmal sehr deutlich werden.“
Manchen geht so viel Offenheit ihres Dachverbandes dann doch einen Schritt zu weit. Haben Sie Verständnis dafür?
„Bedingt. Der Pferdesport steht stärker unter öffentlicher Beobachtung als früher. Diese Kritik zu ignorieren, wäre der falsche Weg. Ob es uns nun gefällt oder nicht: Beim Tierschutz reagiert die Öffentlichkeit hochsensibel. Das heißt aber auch, dass die öffentliche Wahrnehmung unseres Sports maßgeblich mit darüber entscheidet, ob Pferdesport in Deutschland weiterhin eine Zukunft hat oder nicht. Unser Ziel ist klar: Pferdesport soll weiterhin einen festen Platz in der Mitte der Gesellschaft haben. Dieses Ziel erreichen wir aber nicht durch Monologe oder gegenseitige Abwertung. Wir müssen wieder anfangen, mehr miteinander zu sprechen, und zwar sachlich. Auch wenn das häufig der unbequemere Weg ist. Deshalb lade ich alle Interessierten ein, sich am 12. Mai in Warendorf selbst ein Bild zu machen und an der Diskussion teilzunehmen.“
Und was bedeutet Ihnen der Pferdesport persönlich?
„Für mich ist Pferdesport immer auch Verantwortung. Wer mit Pferden arbeitet, übernimmt Verantwortung für ein Lebewesen. Deshalb ist mir wichtig, dass wir darüber sprechen, wie wir das richtig machen – und dass wir uns dieser Verantwortung auch öffentlich stellen.“ Pferdesport Deutschland




























