Foto: Nach einer langen Verletzungspause konnte Sven Gero Hünicke gleich zwei Siege bei seinem Comeback in Tasdorf feiern - Fotograf: PhotoRocket
(Tasdorf) Bei den Tasdorfer Turniertagen steht nun nach der erfolgreichen Vielseitigkeitspremiere alles im Zeichen des Springsports. Auf dem weitläufigen Grasplatz maßen sich am Veranstaltungssamstag zahlreiche Reiter in Prüfungen von der Klasse A* bis hin zum abschließenden S*-Springen. Parallel dazu bot das Dressurviereck dem Reiternachwuchs Startmöglichkeiten in Reiter- und Springreiterwettbewerben.
Erstes Highlight des Tages: das M*-Stilspringen über 1,20 Meter, das in Gedenken an Hans-Dieter Ingwersen ausgetragen wurde. „Wir haben tollen Sport gesehen, und es hat richtig Spaß gemacht, den Reitern in diesem Springen zuzuschauen“, freute sich Veranstalter Harm Sievers. In der ersten Abteilung setzte sich Carlotta Kertscher mit ihrem Holsteiner Cool and Easy SH an die Spitze. Für ihren stilistisch überzeugenden Ritt erhielt sie die Wertnote 8,4. Auch mit ihrem zweiten Pferd Dix SC v. Diamar zeigte sie eine starke Leistung und belegte mit der Note 8,2 außerdem Rang drei. Dazwischen platzierte sich Julie Czwalina mit der Stakkato-Tochter Frieda IX und einer Wertnote von 8,3. Ebenfalls erfolgreich war die Tochter der einstigen Landesmeisterin Inga Czwalina mit Julischka v. I’m Special de Muze, mit der sie den fünften Platz erreichte. Die zweite Abteilung, gegeben von Hildebrandt’s – Das grüne Strandhotel, gewann Jona Helene Johannsen mit der von ihrem Großvater gezogenen Mississippi v. Clarimo. Das Paar erhielt ebenfalls die Wertnote 8,4. Auf Platz zwei folgte Emma Oppermann mit Eliott Max Droeshout Z und einer 8,3. Johann-Philipp Bechstein komplettierte mit seinem Nekton-Sohn Neverland und einer Wertnote von 8,2 das Podium.
Heimsieg bei der Röschmann TEAM TROPHYA
uch die etablierte Röschmann TEAM TROPHY machte Station bei den Tasdorfer Turniertagen. Zur großen Freude des Veranstalterteams sicherte sich die Heimmannschaft des Husberger Reitvereins den Sieg. Zum erfolgreichen Quartett um Teamführerin Saskia Boenigk gehörten Meike Pries mit Spitely Dreamer, Dr. Patricia Bremer mit Brown Eyed Girl, Ella Marie Luppold mit Chantall sowie Chiara Bendig mit Celestieno.
Mit knapp einem Notenpunkt Rückstand belegte die Mannschaft des RuFV Nutteln unter der Leitung von Ines Biemann den zweiten Platz. Für das Team gingen Carina Lüdke mit Caspa, Mieke Victoria Moritz mit Libretto, Mia Sophie Biemann mit Cayenne sowie Hanne Ruß mit Money Moe an den Start.
Den dritten Rang sicherte sich die TG nach Maas. Zum Team von Teamführerin Janet Maas gehörten Thea Koellmann mit Mary Lou, Rebecca Hansen mit Miss Molly W, Gesine Flemming mit It’s a Kind of Magic sowie Jennifer Plein mit Solero Gold.
Gemeinschaft als Erfolgsfaktor
Auch das Veranstalterteam zog zur Halbzeit des Turnierwochenendes ein positives Fazit. „Bis jetzt läuft alles rund. Das Wetter spielt mit, die Prüfungen sind hervorragend besetzt, und die Mischung aus Spitzen-, Amateur- und Breitensport sowie dem Rahmenprogramm kommt sehr gut an“, resümierte Harm Sievers.
Gemeinsam mit Sophie Vogg hob er besonders den starken Zusammenhalt hervor: „Wir haben unglaublich viele Helferinnen und Helfer, von denen viele selbst keinen Bezug zum Reitsport haben. Dieses Engagement zeigt sich in allen Bereichen des Turniers – vom Parkplatz bis zur Organisation hinter den Kulissen. Genau dieser Gemeinschaftsgeist macht die Tasdorfer Turniertage aus.“
Holsteiner Schaufenster Tour erstmals in Tasdorf
Erstmals machte in diesem Jahr auch die Holsteiner Schaufenster Tour bei den Tasdorfer Turniertagen Halt. Das Projekt bietet jungen Reitern die Möglichkeit, auf anerkannten Turnieren wertvolle Erfahrungen zu sammeln und Turnieratmosphäre auf hohem Niveau kennenzulernen. „Wir sind sehr froh, dass wir hier eine Station veranstalten dürfen. Die Tasdorfer Turniertage bieten hervorragende Bedingungen und gehören zu den traditionsreichsten Veranstaltungen der Region. Besonders wichtig ist für uns, dass nicht nur Sport stattfindet, sondern echtes Event-Flair entsteht – mit Ausstellern, Gastronomie und vielen Zuschauern. Gerade junge Reiter sollen die Chance bekommen, diese besondere Atmosphäre erleben zu dürfen“, erklärte Jan-Pierre Fromberger.
Das 1,25-Meter-Springen der U25-Reiter gewann Tomma Thiesen. Die junge Amazone hatte sich unmittelbar nach ihrem CSI4*-Debüt in Hohen Wieschendorf auf den Weg nach Tasdorf gemacht, was den hohen Stellenwert der Veranstaltung unterstreicht. Im Sattel der achtjährigen Harley Quinn AS v. Clarimo blieb sie fehlerfrei und sicherte sich den Sieg. Rang zwei ging an Hanna Jensen mit Dodo v. Diamar, Dritte wurde Hanna-Sophia Pütz mit Neugschwents Contex.
Doppelsieg für Hünicke
Im Preis der Werner Vollert Entsorgung GmbH & Co. KG, einem Springen der Klasse M* über 1,25 Meter für Reiter der Altersklasse Ü25, blieb der Sieg im Stall von Hinnerk Köhlbrandt. Sven Gero Hünicke gewann mit Vogelvau v. Vagabond de la Pomme vor Jörg Sievertsen auf Code Red. Den dritten Platz belegte Janet Maas mit Klara mit K, einer Tochter des Million Dollar. Die zweite Abteilung entschied Harm Wiebusch mit Igor für sich.
Zum Abschluss des Tages stand das erste S*-Springen des Wochenendes auf dem Programm. 40 hochkarätige Paare standen auf der Startliste und sorgten für einen sportlichen Höhepunkt des Veranstaltungssamstags.
Als 14. Starter setzte Sven Gero Hünicke mit seiner neunjährigen Vogelvau eine Marke. Mit einer fehlerfreien Runde in 59,30 Sekunden übernahm er die Führung. Insgesamt 14 Paare meisterten den anspruchsvollen Parcours ohne Fehler, doch niemand konnte die Bestzeit des Schleswig-Holsteiners unterbieten. Damit sicherte sich Hünicke nach seinem Erfolg im M*-Springen bereits den zweiten Sieg des Tages.
Für den Reiter hatte der Erfolg eine besondere Bedeutung. Nach einer längeren Verletzungspause war der Start in Tasdorf ein wichtiger Schritt zurück in den Sport. „Es ist ein superschönes Turnier und nach meiner langen Verletzungspause mal wieder so ein richtiges Highlight. Es geht bergauf“, sagte Hünicke zufrieden.
Besonders lobte er die Rahmenbedingungen der Veranstaltung: „Super Bedingungen, tolles Abreiten, toller Turnierplatz, schöne Parcours und eine super Atmosphäre, wir kommen immer gerne nach Tasdorf.“
Platz zwei ging in 59,47 Sekunden an den Iren Diarmuid Howley, Bereiter auf dem Grönwohldhof, mit der Quintago-Tochter Fina VA. Zudem platzierte sich Howley mit dem Holsteiner Cabal VA auf Rang fünf. Dazwischen schob sich Mathies Rüder auf das Podium: Mit der zehnjährigen Carlesta belegte er Platz drei, mit der Cascadello-Tochter Flora V wurde er Vierter.
Im Anschluss an das sportliche Finale richtete auch Staatssekretär Dr. Sönke E. Schulz seine Worte an die Teilnehmer und das Veranstalterteam. Er überbrachte die Grüße der schleswig-holsteinischen Landesregierung und hob die Bedeutung solcher Veranstaltungen für den Sport und die Region hervor.
„Schleswig-Holstein zeigt sich von seiner besten Seite“, sagte er mit Blick auf die besondere Atmosphäre der Tasdorfer Turniertage.
Sein Dank galt neben den Sponsoren insbesondere den zahlreichen Ehrenamtlichen: „Der Sport lebt vom Ehrenamt. Daher gilt mein Dank vor allem den Ehrenamtlichen, die solche Veranstaltungen möglich machen.“
Mit dem ersten S*-Springen des Wochenendes endete ein rundum gelungener Veranstaltungssamstag, der Lust auf den morgigen, abschließenden Tag der Tasdorfer Turniertage macht. Sportlicher Höhepunkt ist dabei der Große Preis, eine Springprüfung der Klasse S* mit Stechen. Dazu gibt es ein feines kulinarisches Angebot und eine kleine Ausstellung.
PM





























