Goldene Schärpe Ponys 2026: Westfalen gelingt Titelverteidigung

Silber für Gastgeber Weser-Ems, Bronze für Hannover

 

Bei der „Goldenen Schärpe“ der Ponyreiter in Löningen, eine Hochburg der Ponyzucht und -reiterei in Weser-Ems, konnte der Landesverband Westfalen nicht nur erfolgreich seinen Mannschaftstitel verteidigen. Er stellte auch in beiden Abteilungen die Siegerinnen in der kombinierten Einzelwertung. Bei der großen Siegerehrung, die wetterbedingt in der Reithalle stattfand, gab es die silberne Schleife für das Team II von Gastgeber Weser-Ems, den Bronzerang belegte Team Hannover IV.

 

Die Goldene Schärpe hat eine lange Tradition und hat bereits Generationen von Vielseitigkeitsreitern hervorgebracht. Mit Dressur, Stilspringen und -geländeritt, Theorie, Vormustern und Fitnesstest wird hier alles abgefragt, was auf dem Weg zum „kompletten“ Reiter hilfreich ist.

 

Es war ein beinahe makelloser Start-Ziel-Sieg für das westfälische Team IV. Bereits in der ersten Teilprüfung, einer Dressurprüfung Klasse E, die wegen starker Regenfälle im Vorfeld kurzfristig auf Gras verlegt worden war, gelang es dem westfälischen Quintett - Emma Amalie Jaeger mit Trixi on Fire, Janne Streyl mit Ros Star, Paula Weber mit O'Hanley, Rita Levers mit Chefassistent und Silva-Marie Hermanns mit Desmonds Dandy – die Führung zu übernehmen. Dabei sollte es bleiben, denn bis auf die Theorie erzielten die fünf in allen Teilprüfungen die jeweils höchste Punktzahl aller Teams. 

 

Da die Wetterkapriolen des Wochenendes am Samstag eine Pause einlegten, fand der Geländeritt bei Sonnenschein unter besten Bedingungen statt. Für die Teilnehmer ging es über einen 1.100 Meter langen Kurs mit 13 liebevoll gestalteten Hindernissen. Hier gelang es der Mannschaft Weser-Ems II (Antonia Breher mit Der kleine Casall, Philine ten Doornkaat mit Magic Boy, Tom Wedwing mit Magic Muffin, Mia Hemme mit Mac Cain H WE und Carla Willen mit Quatman's Girl) dank teils sehr guter Leistungen (gleich zweimal 9,0) auf Platz zwei vorzurücken.

 

Das Nachsehen hatte Team Hannover IV (Konrad Seegel mit Molly Malone Ixes, Amelie Bock mit Finale, Marie-Charlott Weisel mit Gino Ginell'R vom Renneberg, Mathea Kruschke mit Nouvaliero und Marla Tönjes mit Bibipferd). Nach Dressur noch auf Platz zwei, ordneten sich diese auf Platz drei ein und behielten diese Position auch nach dem Vormustern und Springen bei.

 

Westfalen auch in der Einzelwertung unschlagbar

Wie immer wurde wegen der großen Anzahl an Teilnehmern in zwei Abteilungen geritten und gerichtet. Dabei gab es auch in der kombinierten Einzelwertung kein Vorbeikommen am Team IV der Westfalen. In der ersten Abteilung siegte die zwölfjährige Emma Amalie Jaeger aus Herdecke mit Trixi on Fire mit insgesamt 123,2 Punkten vor ihrer Teamkollegin Paula Weber aus Beelen mit O‘Hanley (122,0) und Mia Hemme aus Löningen vom Team Weser-Ems II mit Mc Cain H WE (126,5).

 

In der zweiten Abteilung machten die übrigen drei das Podium unter sich aus. Es siegte Rita Levers (12) aus Vreden. Sie startete mit dem bewährten, mittlerweile 16-jährigen Chefassistent, der bereits 2016 die Goldene Schärpe in der Einzel- und Teamwertung gewinnen konnte und zweimal dem siegreichen Weser-Ems-Team beim Bundesnachwuchschampionat angehörte. Mit Rita Levers erzielte er nicht nur die 9,0 in der Dressur, sondern mit einer 9,2 auch die insgesamt höchste Note im Gelände. Gesamtpunktezahl: 130,3. Mit nur 0,2 Punkten Abstand landete Silva-Marie Hermanns mit dem erst fünfjährigen Desmonds Dandy auf Platz zwei, gefolgt von der Saerbeckerin Janna Streyl mit Ros Star (126,8).

 

„Bis auf Paula Weber und Janne Streyl waren alle in unserer Siegermannschaft neu dabei. Wir wussten zwar im Vorfeld, dass sie stark sind und dass, wenn alles gut läuft, sie auch nach vorne reiten können. Dass es dann wirklich so gut läuft, das ist natürlich großartig“, sagte Anna Roggenland, Stützpunkttrainerin und zusammen mit Klemens Nachtigall Mannschaftsführerin der Westfalen. „Alle haben die Nerven behalten. Leider sind in unseren Mannschaften II und III einige ausgeschieden, aber sie haben aus den Fehlern viel gelernt und fürs nächste Mal mitgenommen. Die Stimmung im Team war jedenfalls sehr gut, haben alle toll zusammengehalten, haben sich gegenseitig angefeuert, unterstützt und, wo nötig, auch mal getröstet.“

 

Fazit des Bundestrainers

„Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Goldene Schärpe eine ganz tolle Sache ist. Das ist für mich eines der grundlegenden Turniere, auf denen junge Talente erkannt werden können, in der der sich unser Sport in seiner ganzen Komplexität mit den verschiedenen Teilprüfungen darstellt“, zog Rüdiger Rau, Bundestrainer der Ponyvielseitigkeitsreiter sein Fazit. „Die Geländestrecke war im mittleren Rahmen. Die Guten und Routinierteren kamen ohne Probleme an, die etwas Schwächeren haben etwas gelernt, auf dem man aufbauen kann. Ich denke, dass für viele Teilnehmer der Weg weitergehen wird, in Richtung Bundesnachwuchschampionat und vielleicht noch weiter, das lässt sich jetzt natürlich noch schwer vorhersehen. Auf jeden Fall ist die Goldene Schärpe eine Riesenmotivation für alle, für die Kinder, aber auch für die Eltern und das Umfeld. Der Dank gilt daher der Familie Brundiers und dem PSV Löningen-Ehren, die wieder einen tollen Rahmen für die Veranstaltung geboten hat.“

 

„Das Lachen der Kinder ist meine Motivation“

Das Reitsportzentrum Brundiers in Löningen-Ehren war bereits zum siebten Mal Gastgeber der „Goldenen Schärpe“ – die achte Schärpe folgt am kommenden Wochenende, dann sind die Pferde an der Reihe. Ein Aufwand, der nur mit viel Herzblut und einem großen und gut eingespielten Team zu bewältigen ist. „Ich glaube, was uns auszeichnet, ist der Zusammenhalt auf dem Hof“, sagte Wilhelm Brundiers. Rund 115 Pferde und Ponys befüllen die Anlage, der Verein zählt rund 160 Mitglieder, darunter viele Jugendliche. „Das Lachen der Kinder“ sei für ihn die größte Motivation, so Brundiers, dessen eigene Begeisterung wiederum ansteckend auf andere wirkt. Auch nach der Übergabe des Betriebs an Tochter Anne vor drei Jahren, ist der Seniorchef der „Motor“ der Veranstaltung und unter anderem für den Geländeaufbau zuständig. In den vergangenen 30 Jahren hat Brundiers den Ponysport in Weser-Ems stark geprägt und neben seinen eigenen Töchtern zahllose weitere Kinder und Ponys zusammen- und ans Turnierreiten und die Vielseitigkeit herangebracht. „Bei dieser Schärpe sind sieben Ponys von uns am Start“, berichtete er während der Geländeprüfung strahlend und fieberte mit jedem einzelnen mit. Nach dem Ritt und der Notenverkündung für die Vorstellung der selbst gezogenen Quatman’s Girl B und Carla Willen im Gelände – eine glatte 9,0 – waren er und seine Frau Helga sogar so gerührt, dass ein paar Freudentränen flossen.

 

PM Pferdesport Deutschland/Hb

 

Was suchen Sie?

Suchformular