Foto: Titelseite Reiterjournal 06/2026
Der Pferdesport steht vor großen Herausforderungen. Sinkende Mitgliederzahlen, weniger Turnierstarts, steigende Kosten, gesellschaftliche Debatten über Tierwohl und eine immer komplexere Vereinsarbeit beschäftigen derzeit nahezu alle Ebenen unseres Sports. Umso wichtiger ist es, dass Probleme nicht nur benannt, sondern aktiv angegangen werden. Genau deshalb war der „Landtag der Reiter“ in Möglingen ein wichtiges Signal. Die Diskussionen in Möglingen haben zugleich gezeigt, wie vielfältig die Herausforderungen inzwischen geworden sind. Von der Zukunft der Schulpferde über die Nachwuchsgewinnung bis hin zu den Folgen der GOT für Pferdebetriebe: Der Pferdesport befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, wie viel Engagement, Kompetenz und Bereitschaft zur Veränderung in den Vereinen, Verbänden und unter den Ehrenamtlichen vorhanden ist. Das macht Mut.
Umso wichtiger ist in Zeiten wie diesen eine verlässliche, fachkundige und unabhängige Berichterstattung über den Pferdesport. Ein Journalismus, der Entwicklungen einordnet, Diskussionen begleitet, Missstände anspricht, aber ebenso die Menschen sichtbar macht, die unseren Sport tragen. Dass der Pferdesportverband Baden-Württemberg dies erkannt hat, zeigte die Ehrung von Roland Kern mit der Goldenen Verbandsehrennadel auf eindrucksvolle Weise. Seit fast vier Jahrzehnten begleitet Roland Kern den Pferdesport journalistisch. Kennt seine Höhen ebenso wie seine Konflikte und Veränderungen. Dabei stand nie bloße Selbstdarstellung im Vordergrund, sondern ein kritisch-konstruktiver Fachjournalismus, der dem Sport verbunden bleibt, ohne unkritisch zu werden. Genau diese Haltung ist heute wichtiger denn je. Denn Pferdesport braucht Glaubwürdigkeit. Nach innen wie nach außen.
Die Worte von Roland Kern bei seiner Ehrung waren deshalb besonders bemerkenswert. Dass gerade jene Menschen ihn auszeichnen, „denen er in 40 Jahren auch mal auf die Füße treten musste“, ist ein starkes Zeichen. Es zeigt, dass im baden-württembergischen Pferdesport unabhängiger Journalismus nicht als Störung verstanden wird, sondern als wichtiger Bestandteil einer lebendigen Verbands- und Vereinskultur. Fachjournalismus kann keine Probleme lösen. Aber er kann Zusammenhänge erklären, Entwicklungen sichtbar machen, Debatten versachlichen und Menschen miteinander verbinden. Er kann zeigen, wie engagiert an vielen Stellen gearbeitet wird, und zugleich dort nachfragen, wo Veränderungen notwendig sind. Gerade in einem Sport, der zunehmend unter öffentlicher Beobachtung steht, ist das von enormer Bedeutung. Nun heißt es gemeinsam handeln. Der „Landtag der Reiter“ hat gezeigt: Viele sind dazu bereit.
Herzlich, Ihre
Mona-Sophie Wieland
Redaktionsleitung Reiterjournal
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