DM Luhmühlen: Julia Krajewski übernimmt Führung nach Dressur

Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Krajewski mit zwei Pferden vorn

Mit zwei hervorragenden Ergebnissen hat Julia Krajewski bei den Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen in der Dressur den Grundstein für die Titelverteidigung gelegt. Mit Uelzener's Nickel hat sich die Olympiasiegerin als letzte Starterin an die Spitze des Feldes gesetzt. Lange führte Krajewski auch mit ihrem zweiten Pferd Tullabeg Platinum, bis Malin Hansen-Hotopp mit Carlitos Quidditch kam und sich schließlich mit Platz zwei zwischen Nickel und Platinum schob.

 

„Nickel kennt das Stadion. Er hat gesagt: ,Okay, alles klar, Luhmühlen, Dressurviereck, Konzentration'“, beschrieb Julia Krajewski ihren Eindruck, als sie mit dem 12-jährigen Holsteiner ins Stadion einritt. Die Kulisse beeindruckte den Wallach jedenfalls nicht. Mit ihm gewann sie im vergangenen Jahr bereits den Titel – Grund genug für Gelassenheit. Nach der Dressur standen 22,9 Minuspunkte auf der Anzeigentafel. Damit startet das Paar am Samstag mit der geringsten Punktbelastung in den Geländekurs.

 

Nur ein „Wackler“ in der Galopptour verhinderte bei Mannschafts-Europameisterin Malin Hansen-Hotopp ein noch besseres Ergebnis als die 27,0 Minuspunkte, mit denen sie und ihr 14-jähriger Holsteiner Carlitos Quidditch auf die Geländestrecke gehen werden. „Klar strebt man an, auf jeden Fall Mitte 20 zu reiten. Und ja, es war ärgerlich jetzt mit diesem Fehler im Galopp, aber ansonsten war er wirklich toll“, lobte sie ihren Schimmelwallach. „Also ich bin total zufrieden.“

 

Mit dem 12-jährigen irischen Wallach Tullabeg Platinum hat Julia Krajewski ein weiteres Eisen im Feuer. 27,2 Minuspunkte sind eine gute Ausgangsposition für einen erfolgreichen Geländetag. „Die Dressur hätte mit beiden Pferden nicht besser gehen können, glaube ich. Und jetzt gucken wir mal, was morgen drin ist“, so ihr Fazit nach der ersten Teilprüfung.

 

Lara de Liedekerke-Meier beste internationale Teilnehmerin

 

Die Deutsche Meisterschaft Vielseitigkeit wird traditionell im Rahmen einer internationalen Vier-Sterne-Vielseitigkeit („Meßmer-Trophy“) ausgetragen. Die 17 deutschen Paare müssen sich daher nicht nur mit der Elite aus dem eigenen Land messen, sondern stellen sich auch einem hochkarätigen internationalen Starterfeld. In der offenen Wertung des CCI4*-S belegt die belgische Olympiateilnehmerin und Gewinnerin des CCI5* 2024 in Luhmühlen, Lara de Liedekerke-Meier, mit dem zehnjährigen Wallach Kiarado d'Arville und 27,3 Minuspunkten Platz vier hinter Krajewski und Hansen-Hotopp.

 

Geländetag verspricht spannend zu werden

 

Nach der Dressur folgt als Kernstück jeder Vielseitigkeit der Geländeritt. Wie in den Vorjahren hat Mike Etherington-Smith den Geländekurs konzipiert. Mit 24 Hindernissen und 36 Sprüngen auf der 3.874 Meter langen Strecke hat der Parcoursdesigner eine anspruchsvolle Aufgabe für die insgesamt 51 CCI4*-S-Reiter gestaltet.

 

„Das ist ein richtig toller Kurs. Es scheint ein bisschen leichter, als es nachher doch ist. Also es ist schon ein reeller Kurs. Da sind, glaube ich, ein bisschen versteckte Klippen drin. Aber wirklich schön gebaut“, sagt Malin Hansen-Hotopp über den Kurs.

 

Für Julia Krajewski ist die Zeit der entscheidende Faktor. „Viele Sprünge auf kurzer Strecke, das ist einfach sehr, sehr intensiv. Ich glaube, da reiten keine Handvoll in die Zeit und ob ich das zweimal schaffe oder mache, weiß ich auch noch nicht. Ich glaube, es ist gut, dass Tullabeg zuerst geht. Der ist so ein bisschen der größere Galoppierer und dann kann ich ganz gut einschätzen, wie es so geht.“

 

Bei den Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen wird Bundestrainer Peter Thomsen das Geschehen nicht vor Ort verfolgen können. Der Olympiasieger von 2008 hatte am vergangenen Sonntag einen privaten Reitunfall und befindet sich seitdem im Krankenhaus. „Die Nachricht von Peters Unfall macht uns sehr betroffen. Wir wünschen Peter eine schnelle Genesung“, sagt Dr. Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland, und ergänzt: „Glücklicherweise haben wir ein eingespieltes Trainerteam, das in seiner Abwesenheit die Betreuung der Reiter sicherstellt.“ Peter Thomsens Aufgaben übernehmen während der Deutschen Meisterschaften Equipechefin Dr. Annette Wyrwoll sowie die Spezialtrainer Rodolphe Scherer (Gelände), Ann-Kathrin Pohlmeier (Dressur) und Lara Weber (Springen). Unterstützung erhalten sie vor Ort zudem vom U25-Nachwuchstrainer Andreas Dibowski.

 

Die Geländeprüfung des CCI4*-S beginnt am morgigen Samstag um 13.25 Uhr. Bereits zuvor – ab 10 Uhr – absolvieren die Teilnehmer der Fünf-Sterne-Prüfung (CCI5*-L) ihren Geländeritt. Pferdesport Deutschland/Bo

 

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