Foto: Im März 2026 traf sich der Parlamentskreis Pferd in Berlin. Die Interessen und Perspektiven von Pferdesport Deutschland brachten Dr. Klaus Miesner und Prof. Martin Richenhagen ein. - Fotograf: Pferdesport Deutschland
Pferdesport Deutschland fordert politische Verantwortung bei GOT wahrzunehmen
Beim Treffen des Parlamentskreises Pferd am 19. März 2026 hat Pferdesport Deutschland eindringlich auf die dramatischen Folgen durch die aktuelle Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) hingewiesen und entschlossenes politisches Einbringen eingefordert.
Im Paul-Löbe-Haus in Berlin stand am 19. März das Pferd im Mittelpunkt. Aktuelle Herausforderungen, neue Strategien und wichtige Grundsätze rund ums Pferd und den Pferdesport wurden diskutiert. Dabei brachten Martin Richenhagen, Präsident, und Dr. Klaus Miesner als Vorstand Zucht klar die Positionen von Pferdesport Deutschland ein und erläuterten die strategische Neuausrichtig des Verbandes. An dem Austausch nahmen die Bundestagsabgeordneten Dieter Stier (CDU), Dr. Franziska Kersten (SPD), Hermann Färber (CDU), Artur Auernhammer (CSU), Caroline Borsbach (CDU) und Johannes Winkel (CDU) teil. Die einzelnen Themen im Überblick:
GOT: Bereitschaft zur Kompletthinterfragung notwendig
Martin Richenhagen und Klaus Miesner machten deutlich, dass die derzeitige Ausgestaltung der GOT im Pferdebereich vielfach zu erheblichen bis extremen Mehrkosten führt und damit die Zukunft der Pferdehaltung in Deutschland gefährdet. Martin Richenhagen betonte: „Wir sehen die zunehmende finanzielle Überforderung der Pferdehalter, die zu deutlichen Rückgängen in Zucht und Sport führt.“ Dr. Klaus Miesner schloss an: „Es braucht jetzt das klare politische Bekenntnis und den gesetzgeberischen Willen für eine Kompletthinterfragung der GOT.“
Zu diesem Bereich gehört auch, dass Pferdesport Deutschland fordert, dass das Pferd endlich einheitlich rechtssicher als landwirtschaftliches Nutztier auf europäischer und nationaler Ebene eingestuft wird. „Denn viele gesetzliche Auflagen müssen bei der Haltung von Pferden analog zu anderen landwirtschaftlichen Nutztieren erfüllt werden, bei der GOT ist das Pferd unverständlicherweise aber kein landwirtschaftliches Nutztier mehr“, bringt es Dr. Klaus Miesner auf den Punkt.
Wolf: Weidehaltung braucht realistische Vorgaben
Als zweites Schwerpunktthema stellten Martin Richenhagen und Klaus Miesner den Umgang mit dem Wolf in den Mittelpunkt. Der Verband dankte für die Unterstützung der Politik zur Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz, machte jedoch erneut deutlich, dass die Zumutbarkeit von Herdenschutzmaßnahmen angemessen bewertet werden muss. Gerade in Bezug auf sogenannte Problemwölfe forderten sie realistische Einschätzungen, die im laufenden Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt werden sollen.
Genomische Selektion: Zukunftsthema mit strategischer Bedeutung
Klaus Miesner informierte den Parlamentskreis Pferd über neueste Entwicklungen im Bereich der genomischen Selektion. Diese spielt eine zunehmend wichtige Rolle für die deutsche Pferdezucht – insbesondere im Hinblick auf Gesundheit, Belastbarkeit und Nachhaltigkeit. Der Verband bat um politische Unterstützung beim Aufbau belastbarer Datengrundlagen, insbesondere für Gesundheitsmerkmale. Diese sind wichtige Grundlagen, um die Zucht zielgerichtet und verantwortungsbewusst weiterentwickeln zu können.
Unterstützung für die Olympiabewerbung
Pferdesport Deutschland sprach sich deutlich für die deutsche Olympiabewerbung aus und betonte die Bedeutung einer langfristigen Sportförderung – auch für Disziplinen jenseits der olympischen Programme. Der Verband sieht darin ein wichtiges Signal für die Zukunft des Pferdesports in Deutschland. Als Reitsportnation liegt in Deutschland in der ewigen Tabelle der Olympischen und Paralympischen Spiele mit 48 Gold-, 25 Silber- und 27 Bronzemedaillen vorne.
Weitere fachliche Schwerpunkte im Austausch
Weitere Themen platzierten die Vertreter von Pferdesport Deutschland im Parlamentskreis Pferd: Es gibt aktuell Rückgänge in Pferdesport, Pferdezucht und Pferdehaltung. Richenhagen und Miesner verdeutlichten, dass dies nicht nur für Pferdesport Deutschland ein Thema sei, sondern hoben die hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Pferdes hervor.
Zum Abschluss betonten sie den Bedarf an einem regelmäßigen, themenorientierten Austausch bei Gesetzgebungsverfahren, um praxistaugliche und rechtssichere Lösungen zu erreichen – auch im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU. Das Gespräch war dabei sehr konstruktiv und geprägt von einem gemeinsamen Verständnis für die Herausforderungen der Pferdebranche. Pferdesport Deutschland und der Parlamentskreis Pferd vereinbarten, den Austausch fortzusetzen.




























