Stuttgart „isch“ stabil (Editorial Reiterjournal 11/2025)

Foto: Titelseite Reiterjournal 11/2025

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Es ist höchste Zeit für gute Nachrichten! Und sie kommen aus der Landeshauptstadt … Nachdem es die baden-württembergische Reitsportszene mit der Absage des CHI Donaueschingen einmal kräftig durchschüttelte, steht nun fest: Im Gegensatz zur einstigen Nummer zwei im Land muss man sich um die Nummer eins keine Sorgen machen. Kurz vor den German Masters verkündet in.Stuttgart-Geschäftsführer Andreas Kroll im Reiterjournal-Interview: „Wir schreiben wieder eine schwarze Null. Neue Sponsoren kamen hinzu, bewährte blieben uns treu.“ Der beliebteste Comedian des Schwabenlands Teddy Teclebrhan behält recht: Stuttgart „isch“ stabil. Die Verträge mit der FEI laufen bis einschließlich 2027, die Stadt und ihre Veranstaltungsgesellschaft planen darüber hinaus. Der Schock, als 2022 Mercedes – oder „der Daimler“, wie der Schwabe sagt – als Hauptsponsor abhandenkam, ist verdaut. Mit mehreren kleineren Sponsoren deckt man unter anderem die hohen Preisgelder ab. Zudem steht die Stadt wie ein Fels hinter dem Reitsport-Projekt der Tochterfirma. Dass drei Wochen vor dem Startschuss die Moneten ausgehen, scheint hier undenkbar.

 

Vieles läuft anders, ganz anders als bei den Kollegen des Schlossparks. Die Stuttgarter schauen langfristig in die Kassen, verzichten wohltuend auf Selbstbeweihräucherung, Halbwahrheiten und Erneuerungswahnsinn. Das Trio der Turnierleitung hat verstanden, was die Reitsportfans bei ihrem Lieblingsturnier erleben wollen: Top-Sport, Spannung und ein bisschen Rambazamba. Dazu muss man das Rad nicht ständig neu erfinden.

 

Was Gotthilf Riexinger 1985 aus dem Boden gestampft hat, lockt bis heute Massen. Im letzten Jahr kamen 53 600 Menschen. Viel mehr Platz gibt der „Oldie“ Hanns-Martin-Schleyer-Halle gar nicht her. Den Fokus weiter auf den sportlichen Wettkampf zu legen, das funktioniert. Die Schwaben lieben ihre Masters. Auch, weil die Besten der Besten starten. So hat Isabell Werth schon mal durchblicken lassen, voraussichtlich ihre Wendy im Neckarpark zu satteln. Olympiasieger Christian Kukuk will genauso dabei sein wie Zweifach-Weltcup-Sieger Richard Vogel. Turnierbotschafter Michael Jung gehört zum Inventar.

 

Im Gesamten: eine Liste von Namen, die an anderen Orten der Welt für Jubelschreie sorgen würde. In Stuttgart ist das der Standard. Für den Ausnahmezustand sorgt hier erst das wohl beste Publikum „on earth“. Sie! Jeder und jede Einzelne von Ihnen.

 

Nach schlechten kommen nun wieder gute Wochen fürs Ländle. Lassen Sie uns das feiern, gemeinsam in der Schleyer-Halle! Mit dem RJ extra begleiten wir Sie wie gewohnt durchs Turnier.

 

Auf bald beim Fünf-Sterne-Klassiker!

 

Florian Adam

Redaktion Reiterjournal

 

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