Eine schwächelnde Wirtschaft und eine unsichere politische Weltlage wirken sich schon seit Längerem negativ auf die Konsum- und Investitionsbereitschaft in Deutschland aus. Dies trifft auch die Pferdezucht und Pferdebranche. Wie schon im Vorjahr fällt die Zuchtstatistik 2025 rückläufig aus.
„Damit war leider zu rechnen. Allerdings waren wir im Vorfeld von noch schlechteren Zahlen ausgegangen“, sagt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht von Pferdesport Deutschland, wenig überrascht. „Viele Züchter agieren angesichts gestiegener Kosten vorsichtig. Sie schauen sich ihren Stutenbestand genauer an als zuvor und überlegen, welche Stuten sie zur Zucht einsetzen wollen. Das kann ein Vorteil sein, weil die zukünftig geringe Population mehr Qualität, Rittigkeit, Gesundheit und Leistungsbereitschaft mitbringt und dadurch gezielterer Zuchtfortschritt erreicht wird. Davon profitieren am Ende alle, denn für gut ausgebildete, qualitätvolle Nachwuchspferde gibt es weiterhin einen relativ stabilen Markt im In- und Ausland.“
Von 2024 auf 2025 ging die Zahl der Reitpferdestuten von 50.195 auf 48.761 zurück, ebenso wie die Zahl der Stutbuchaufnahmen. Diese erreichte mit 7.835 (2024: 8.000) einen historischen Tiefstand. Entsprechend diesem Trend gab es 23.367 registrierte Fohlen, im Jahr zuvor waren es noch 25.594. Erstmals verzichteten die Zuchtverbände auf die Erfassung der Bedeckungszahlen. „Diese führte durch die Entwicklung neuer Reproduktionstechniken in der Vergangenheit zu nicht belastbaren Rückschlüssen auf die zu erwartenden Fohlen“, erläutert Dr. Klaus Miesner.
Positiv zeigt sich die Entwicklung bei den Schweren Warmblütern. Hier liegt die Anzahl der eingetragenen Stuten über dem Vorjahresniveau (2025: 1.364 / 2024: 1.361). Gleichzeitig gingen auch hier die Stutbuchaufnahmen (2025: 150 / 2024: 204) sowie die registrierten Fohlen (2025: 532 / 2024: 478) zurück. Bei den Kaltblütern verringerte sich die Zahl der eingetragenen Stuten auf 4.072 (-2,75 Prozent), die Anzahl registrierter Fohlen auf 1.325 (-9.36 Prozent).
Bei den Pony- und Kleinpferderassen schließt sich der Rückgang dem der anderen Rassen an. Die Zahl der eingetragenen Zuchtstuten reduzierte sich um ca. 5 Prozent (2025: 19.798 / 2024: 20.540), die Zahl der registrierten Fohlen um knapp 12 Prozent (2025: 8.029 / 2024: 9.117).
Anders als bei den Stuten zeigt die Zahl der eingetragenen Hengste kaum abwärts. Bei den Schweren Warmblüter stieg die Zahl sogar. In der Reitpferdezucht standen den Züchtern 2.641 Hengste (2024: 2.690), bei den Pony- und Kleinpferderassen 3.541 Hengste (2024: 3.662) und den Kaltblütern 455 Hengste (2024: 472) zur Verfügung.
Mit Beginn des Jahres 2025 wurde die Hengstleistungsprüfung für Reitpferdehengste in ein mehrstufiges Punktesystem umgestellt. Aufgrund dieser Neukonzeption sank die Zahl der HLP-Absolventen im Jahr 2025 auf 205 Hengste, während 2024 noch insgesamt 354 Reitpferdehengste eine Hengstleistungsprüfung absolvierten. Dies ist in erster Linie auf den Wegfall der Sportprüfungen für Hengste zurückzuführen, in welchen 2024 noch 206 Hengste geprüft wurden. Ersatzweise wurden die HLP-Wertungsprüfungen im Rahmen von ausgewählten Landes- und Verbandschampionaten ins Leben gerufen, welche eine Prüfung der Hengste im Turniersport ermöglichen. Parallel erfolgte eine Ausweitung der Möglichkeit Leistungsprüfungspunkte über den Turniersport zu sammeln.
Erhalten bleiben weiterhin die Prüfungsformen 50-tägige Leistungsprüfung und Veranlagungsprüfung (kurz). Während die Anzahl der Hengste bei den 50-tägigen Leistungsprüfungen mit 73 geprüften Hengsten leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2024: 85) zurückblieb, stieg die Anzahl der Hengste, die in Veranlagungsprüfungen (kurz) geprüft wurden auf 98 Reitpferdehengste (2024: 63).
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Pferdesport Deutschland/Hb



























