Lillie Keenan siegt in der zweiten Qualifikation – vier deutsche Paare im Stechen
Die Startlisten des TSCHIO Aachen lesen sich wie ein Who-is-Who des Springsports: 24 der besten 25 Reiter der Weltrangliste sind in der Soers am Start – eine außergewöhnliche Leistungsdichte, selbst für Aachen.
Dieses Jahr ist besonders. Viele Reiter nutzen das Fünf-Sterne-Turnier, um ihren Pferden schon einmal das Gelände der Weltmeisterschaften zu zeigen. So auch der gesamte deutsche Olympiakader, wenngleich noch nicht alle Kaderpferde mit nach Aachen gereist sind. Doch wer am Start ist, wusste bislang auch durch souveräne Runden zu überzeugen. Die Spannung für den Großen Preis steigt! In zwei Qualifikationen entschied sich, wer im Großen Preis starten darf. Die besten 40 Paare aus den beiden Fünf-Sterne-Prüfungen von Freitag und Samstag haben sich qualifizieren können.
Die zweite Qualifikation: Spannendes Stechen
In der zweiten Qualifikation zum Großen Preis setzte sich die Amerikanerin Lillie Keenan mit Kick On in einem schnellen und spannenden Stechen durch. Sie sicherte sich 18.500 Euro von insgesamt 75.000 Euro Preisgeld. Auf den zweiten Platz ritt Abdel Said mit Wathnan Bonne Amie, über den dritten Rang freute sich José María Larocca mit Christ aus DSP-Zucht. Als bester Deutscher beendete André Thieme mit Paule S das Stechen auf Platz sieben. „Paule hat ein abnormales Vermögen und spielt mit den Hindernissen. Im Umlauf kam es mir vor wie ein Stilspringen. Ich musste gar nichts machen, das hat sich unfassbar gut angefühlt“, lobte André Thieme seinen zwölfjährigen Oldenburger.
Für Daniel Deußer endete der Tag mit Pepita van’t Meulenhof auf Rang neun – ein Abwurf im Stechen verhinderte eine bessere Platzierung. Gleiches galt für Sophie Hinners mit Iron Dames Combella, die das Stechen auf Platz elf beendete.
René Dittmer, der mit Cody ebenfalls im Umlauf fehlerfrei geblieben war, verzichtete auf das Stechen, um sein Pferd für den Großen Preis zu schonen. „Er hat sich im Umlauf super angefühlt, fühlt sich wohl auf dem Platz. Er ist im Verlauf des Parcours immer besser gesprungen und daher werde ich ihn morgen an den Start bringen. Dafür soll er ausgeruht sein und so habe ich auf das schnelle Stechen verzichtet. Ich hoffe, dass das die richtige Entscheidung für das Springen morgen ist“, erklärte René Dittmer seine Entscheidung, auf die Siegchance zu verzichten. Der Fokus ist klar: der Große Preis.
Die besten deutschen Paare im Umlauf
In der zweiten Qualifikation wartete ein 585 Meter langer Parcours mit 14 Hindernissen und 17 Sprüngen bis 1,55 Meter Höhe, der in weniger als 88 Sekunden zu bewältigen war. Sophie Hinners und die zwölf Jahre alte Stute Iron Dames Combella gelang – wie schon am Vortag – eine fehlerfreie Runde. Die beiden zogen damit als erstes deutsches Paar ins Stechen ein. Am Freitag belegten sie Platz 15.
Auch René Dittmer und sein Holsteiner Wallach Cody, die im Frühjahr beim Weltcup-Finale auf Rang sechs überzeugt hatten, zeigten eine blitzsaubere Runde. Ebenso André Thieme, der nach Platz sieben in der ersten Qualifikation diesmal Paule S sattelte. Mit dem Wallach war er zuletzt im Hamburger Derby erfolgreich. Im Großen Preis wird er wieder auf DSP Chakaria setzen, mit der er jüngst den Großen Preis von Hamburg gewann. Große Rasenplätze liegen dem Paar: Neben dem Sieg in Aachen 2024 gewann Thieme mit Chakaria 2021 unter anderem Einzel-Gold bei der Europameisterschaft.
2021 konnte übrigens Daniel Deußer schon einmal den Großen Preis von Aachen für sich entscheiden. Damals im Sattel von Killer Queen. Nun hat er den Großen Preis fest im Blick. In beiden Qualifikationen blieb er mit Otello de Guldenboom und Pepita van’t Meulenhof BR im Umlauf fehlerfrei. Die weiteren deutschen Starter präsentierten sich ebenfalls in guter Form, doch Zeitfehler oder einzelne Abwürfe verhinderten den Einzug ins Stechen. Im Großen Preis werden die Karten neu gemischt.
Die besten 40 Paare aus beiden Qualifikationen erhalten die Startgenehmigung für den Großen Preis am Sonntag. Dieser wird live im Fernsehen übertragen: Der WDR zeigt den ersten Umlauf ab 12.30 Uhr, die ARD übernimmt den zweiten Umlauf ab 14.45 Uhr.





























