Pferdezucht braucht Zusammenhalt (Editorial BAYERNS PFERDE 07/2026)

Foto: Titelseite BAYERNS PFERDE Zucht + Sport 07/2026

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Manchmal braucht es einen Neuanfang. Nicht, weil alles schlecht war, sondern weil neue Herausforderungen neue Antworten verlangen. Die bayerische Pferdezucht hat in den vergangenen Monaten bewegte Zeiten erlebt. Mit den Neuwahlen im Landesverband der Bayerischen Pferdezüchter wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. An der Spitze steht nun Tobias Galmbacher – ein Mann, der die bayerische Pferdezucht bestens kennt, ihr aber lange Zeit bewusst aus der Distanz begegnet ist. Umso bemerkenswerter ist seine Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Zukunft des Verbandes mitzuwirken. Wer das Porträt über ihn in dieser Ausgabe liest, wird schnell feststellen, dass es ihm nicht um Einzelinteressen oder persönliche Eitelkeiten geht. Seine Botschaft lautet vielmehr: zuhören, verbinden und gemeinsam gestalten. Nach zahlreichen Gesprächen mit Züchtern aller Rassen spricht er immer wieder von Teamarbeit, Transparenz und dem Wunsch, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

 

Genau darin liegt vielleicht die größte Aufgabe der kommenden Jahre. Die Pferdezucht steht vor Herausforderungen, die keine einzelne Person und kein einzelner Verband allein lösen kann. Steigende Kosten, rückläufige Stutenzahlen, veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und die zunehmende Konkurrenz um Freizeit und Aufmerksamkeit betreffen Warmblutzüchter ebenso wie Haflinger-, Kaltblut- oder Ponyzüchter. Gerade deshalb ist es wichtig, das Gemeinsame wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Die bayerische Pferdezucht lebt von ihrer Vielfalt. Sie lebt von Menschen, die mit Leidenschaft züchten, unabhängig davon, welcher Rasse ihr Herz gehört. Wenn es gelingt, diese Vielfalt als Stärke zu begreifen und wieder ein echtes Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln, kann daraus viel Positives entstehen. Passender könnte der Zeitpunkt dafür kaum sein. Die Landesstutenschau zeigte auch in diesem Jahr eindrucksvoll, wie breit, lebendig und leistungsfähig die Pferdezucht im Freistaat aufgestellt ist. Sie macht sichtbar, was Bayern auszeichnet: Qualität, Tradition und eine beeindruckende Vielfalt an Pferden und Menschen. Vielleicht ist deshalb ein Satz besonders passend, der weit über den Fußball hinaus Bedeutung hat: „Mir san mir.“ Nicht als Ausdruck von Überheblichkeit, sondern als Erinnerung daran, dass Zusammenhalt immer dann entsteht, wenn viele Menschen an einem Strang ziehen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wohin die Reise geht. Die Erwartungen sind groß. Die Chancen aber auch.

 

 

Herzlich, Ihre
Mona-Sophie Wieland
Redaktionsleitung Reiterjournal und BAYERNS PFERDE

 

 

Freuen Sie sich in der neuen Ausgabe unter anderem auf die folgenden Themen:

  • Porträt des Monats: Oliver Berger
  • Ausbildung: Tipps für guckige und schreckhafte Pferde
  • Zucht: Ergebnisse und Hintergrundinformationen zur Bayerischen Landesstutenschau
  • Auslaufmodell GOT?! Aktuelles zur Gebührenordnung
  • Neu im Amt: Tobias Galmbacher im Porträt

 

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