Aus Wildpferd wird Aachen-Starter mit Clara Blau
Nach einem anspruchsvollen Parcours über 1,50 Meter schafften es drei Paare ins Stechen. Dort setzte sich Clara Blau (Osnabrück) mit ihrem 15-jährigen Paul durch. Mit dem Sieg sicherte sich die junge Reiterin erstmals den Start in Aachen. Die beiden sicherten sich 2024 den Deutschen Meistertitel in der Altersklasse U25. Clara kaufte Paul, ohne ihn je geritten zu sein. Ein Video des Wildpferds aus Ungarn begeisterte sie. Damals war sie noch ein Teenager. Ihre gemeinsame Laufbahn ist einzigartig.
Platz zwei ging an die in Hagen lebende und auf dem Hof Kasselmann arbeitende Marie Flick mit Ciro. Auch sie blieb im Stechen fehlerfrei, musste sich jedoch knapp geschlagen geben und war eine halbe Sekunde langsamer als die Siegerin. Rang drei belegte Sina Knoop (Hörstel) mit Cayman, die im Stechen zwei Abwürfe hinnehmen musste.Mit jeweils einem ärgerlichen Fehler im Umlauf reihten sich Henrike Ostermann (Löningen) mit Champus OT auf Platz vier, Sönke Fallenberg (Ennigerloh) mit Zanzibar Z auf Platz fünf und Felizitas Judith (Lahntal) mit Vana Reval auf Platz sechs ein.
Nachdem die Paare in der Prüfung am Vortag bereits Punkte sammeln konnten, wurde die Finalqualifikation mit doppelter Punktzahl berechnet. Nach dieser ersten Etappe in Hagen steht nun fest, welche fünf Nachwuchstalente ihr heiß begehrtes Ticket für das große Finale während der Weltmeisterschaften im August in Aachen in der Tasche haben:
- Clara Blau
- Sönke Fallenberg
- Marie Flick
- Henrike Ostermann
- Johanna Beckmann
Nach Kolik-OP Höhenflug in Hagen a.T.W.
Für Clara Blau ist der Erfolg ein ganz besonderer – nicht nur wegen der Qualifikation für Aachen, sondern auch mit Blick auf die Geschichte ihres Pferdes Paul. Clara kaufte Paul, ohne ihn je geritten zu sein. Ein Video des Wildpferds aus Ungarn begeisterte sie. Damals war sie noch ein Teenager. Ihre gemeinsame Laufbahn ist einzigartig. „Paul ist unglaublich, er ist so ein Kämpfer. Wenn man mit wenig Erwartungen in so eine Prüfung geht und dann so überrascht wird, ist das umso schöner. Schon die Nullrunde im Umlauf war alles andere als selbstverständlich, denn der Parcours war wirklich schwer genug. Er kann zwar alles, aber ich war mir nicht sicher, ob die Kraft schon wieder komplett da ist“, sagte Clara nach ihrem Sieg.
Der 15-jährige ungarische Wallach war vor einigen Monaten nach einer Kolikoperation erst nach und nach wieder in den Sport zurückgekehrt. Umso größer war die Freude über den Sieg in Hagen. „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet. Ich dachte eher, dass uns vielleicht aufgrund fehlender Kraft der ein oder andere Flüchtigkeitsfehler passiert. Aber er war unfassbar gut drauf. Im Stechen wollte ich kein volles Risiko gehen, sondern ihn einfach galoppieren lassen und seinen großen Galopp nutzen. Das hat perfekt funktioniert.“
Für Clara ist die Qualifikation für Aachen ein Meilenstein – und das in ihrem letzten U25-Jahr. „Es ist mein letztes U25-Jahr und die Chance, in Aachen im Rahmen der Weltmeisterschaften zu reiten, ist etwas ganz Besonderes. Schon gestern war Paul super drauf und ich habe einfach gehofft, dass wir heute daran anknüpfen können. Dass es jetzt so geklappt hat, ist wirklich toll. Es wird mein erstes Mal in Aachen und ich freue mich riesig darauf. Jetzt hoffe ich, dass wir in der Vorbereitung noch ein paar schöne Turniere reiten können und Paul so fit bleibt.“
Bundestrainer Peter Teeuwen zog im Anschluss folgendes Fazit: „Wir haben heute einen technisch anspruchsvollen Parcours und insgesamt guten Sport gesehen. In dieser entscheidenden Prüfung war der Druck auf die Reiter deutlich spürbar, gerade bei den ersten Startern. Wenn es um die Qualifikation für Aachen im Rahmen der Weltmeisterschaften geht, wird vielen erst im Parcours bewusst, worum es wirklich geht – und genau daraus entstehen dann oft Flüchtigkeitsfehler. Am Ende haben sich die Reiter durchgesetzt, die bereits über mehr Erfahrung aus Championaten und Nationenpreisen im Nachwuchsbereich verfügen.“




























