Foto: Clara Blau und Paul sichern sich den Sieg im Preis von Holger Hetzel, der ersten Finalqualifikation zu Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Pferdesport u. Holger Hetzel . Fotograf: sportfotos-lafrentz.de
(Hagen a.T.W.) Die Finalqualifikation zu Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Pferdesport und Holger Hetzel bot Spannung bis zum letzten Sprung und ein emotionales Heimspiel für Clara Blau. Gemeinsam mit ihrem Herzenspferd Paul (v. Sunrise) gewann die Reiterin aus Osnabrück nach fehlerfreiem Stechen in 44,85 Sekunden die Springprüfung der Klasse S*** über 1,50 Meter und sicherte sich damit wertvolle Punkte auf dem Weg zum Finale in Aachen. Mit ihren Nullrunden brachten Clara Blau und Paul sowie Marie Flick mit Ciro (v. Conlander) das voll besetzte Stadion förmlich zum Beben. Beide Reiterinnen kommen aus der Region und konnten sich über lautstarke Unterstützung von Freunden und Kolleginnen freuen. Nur drei der insgesamt 18 Teilnehmer hatten sich nach dem ersten Umlauf für das Stechen qualifiziert. Marie Flick und Ciro absolvierten den Parcours in 45,28 Sekunden für Rang zwei. Dritte wurde Sina Knoop mit Cayman K (v. Cristallo), die mit 44,64 Sekunden zwar die schnellste Zeit ritt, im Stechen jedoch zwei Abwürfe hinnehmen musste.
Für Clara Blau war der Sieg weit mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Noch im Juli vergangenen Jahres musste ihr inzwischen 15-jähriger ungarischer Wallach nach einer schweren Kolik operiert werden, zwischenzeitlich war nicht sicher, ob Paul überhaupt in den Sport zurückkehren würde. „Damit habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet und freue mich riesig“, sagte Blau. „Erst vor wenigen Tagen habe ich noch zu meinen Großeltern gesagt, dass seine alte Kraft vielleicht noch nicht ganz zurück ist. Es ist schon ein Unterschied, ob man ein M-Springen reitet oder hier ein S***. Aber Paul ist einfach unvergleichlich. Es gibt kaum ein besonderes Pferd. Und natürlich ist es immer ein Traum, in Aachen zu reiten – in diesem Jahr ganz besonders.“
Mit Horses & Dreams verbindet die junge Reiterin ohnehin viele Erinnerungen. Ihre Karriere begann hier einst im Reiterwettbewerb der Sparkasse Osnabrück, später erhielt sie auf dem Hof Kasselmann mit Paul ihr Goldenes Reitabzeichen.
Für das Finale des U25 Springpokals qualifizieren sich die fünf punktbesten Paare aus Qualifikation und Finalqualifikation. Nach der Auftaktetappe in Hagen a.T.W. sind dies Clara Blau, Sönke Fallenberg, Marie Flick, Henrike Ostermann und Johanna Beckmann.
Auch Bundestrainer Peter Teeuwen zeigte sich beeindruckt vom Niveau: „Wir haben hier bereits ein hochkarätiges Starterfeld erlebt. Tolle Atmosphäre, volles Stadion, ein Publikum, das mitgeht. Wir haben einige Reiter gesehen, die sich in sehr guter Form präsentieren – und ich könnte mir vorstellen, dass einer von diesen fünf auch in Aachen ganz weit vorne stehen wird.“
2026 erhält das Finale zusätzlich Bedeutung, denn es wird im Rahmen der FEI World Championships in Aachen ausgetragen. Entsprechend groß war der Druck bereits in Hagen. „Man hat das heute gemerkt“, so Teeuwen. „Da lag richtig Spannung auf der Prüfung. Gerade im ersten Umlauf war bei vielen enorme Anspannung zu spüren, weil natürlich der Gedanke an Aachen im Kopf mitritt. Bei dem einen oder anderen war das heute sicher auch Kopfsache.“
Ein weiterer Erfolg wurde am Rande des Sportgeschehens vermeldet: Für die Tombola zugunsten der Stiftung Deutscher Pferdesport und der Initiative ‚Reiten gegen den Hunger‘ wurden mehr als 13.000 Euro erlöst.
Direktticket für Kittel und J’Adore Dior H im NÜRNBERGER BURG-POKAL
Parallel zum Springen wurde im Dressurstadion die Finalqualifikation zum NÜRNBERGER BURG-POKAL der Dressurreiter 2026 entschieden – und wie schon am Vortag in der Qualifikation hießen die Sieger Patrik Kittel (SWE)und J’Adore Dior H. Mit 75,512 Prozent sicherte sich das Paar souverän das direkte Ticket für das Finale in der Frankfurter Festhalle im Dezember. Vier der fünf Richter sahen die Jovian x Sir Donnerhall-Tochter an der Spitze. Wie schon in der Qualifikation ging Rang zwei an Frederic Wandres und den Hengst Fänomen de Malleret, die mit 74,463 Prozent erneut ein starkes Ergebnis erzielten. Das dänische Paar Marianne Yde Helgstrand und Valerio (v. Vitalis) komplettierte mit 72,146 Prozent das Podium.
Eine besondere Geschichte verbindet Kittel mit seiner Siegerstute: J’Adore Dior H gehört seiner Frau Lyndal Oatley, die ihm die Stute anvertraute, weil sie aus ihrer Sicht besser zu ihm passe. „Und ich habe wohl auch ein bisschen meinen Charme spielen lassen“, sagte Kittel augenzwinkernd. Von seiner siebenjährigen Nachwuchshoffnung schwärmt der Schwede: „Sie ist ein echtes Powerhouse und dabei trotzdem losgelassen. Ich hatte noch nie ein Pferd, das so fein ist, ohne kompliziert zu sein.“ Dabei war es erst der zweite gemeinsame Turnierauftritt. „Wir waren vorher einmal in der Halle in Ankum, aber Ankum und Hagen kann man natürlich nicht vergleichen.“
Für J’Adore Dior H steht nun zunächst eine kleine Pause an, bevor die Planung Richtung Frankfurt konkreter wird. „Dann schauen wir, ob das mit Frankfurt passt. Ich möchte dort einfach mit Vertrauen reiten.“ Es wäre Kittels erster Start in einem NÜRNBERGER BURG-POKAL-Finale, obwohl er in der Vergangenheit bereits Deja und Donna Unique für das Finale qualifizieren konnte.
Auch Frederic Wandres zeigte sich mit seinem Foundation-Sohn Fänomen de Malleret, einem ausgesprochen ausdrucksstarken Pferd mit drei herausragenden Grundgangarten, hochzufrieden. „Fänomen war heute ein sehr guter Zweiter“, bilanzierte Wandres. „Es waren noch Kleinigkeiten drin, aber er war heute deutlich verbessert zu gestern und insgesamt viel lockerer.“ Mit Blick auf Frankfurt dürfte auch Platz zwei noch wertvoll werden: „Mit dem heutigen Ergebnis haben wir, glaube ich, gute Aussichten, uns vielleicht als einer der besten Zweitplatzierten für Frankfurt zu empfehlen. Das muss man im Laufe der Saison beobachten, es ist ja noch früh. Aber ich bin auf jeden Fall sehr happy.“
PM





























