Freestyle im Flow: Persönliche Bestleistung für Cathrine Laudrup-Dufour im Grand Prix Special

Foto: Cathrine Laudrup-Dufour (DEN) und Mount St John Freestyle konnten auch den Grand Prix Special gewinnen - Fotograf: sportfotos-lafrentz.de

Foto: Cathrine Laudrup-Dufour (DEN) und Mount St John Freestyle konnten auch den Grand Prix Special gewinnen - Fotograf: sportfotos-lafrentz.de

(Hagen a.T.W.) Cathrine Laudrup-Dufour (DEN) und Mount St John Freestyle konnten auch im Grand Prix Special der Vier-Sterne Tour von „20 Years Horses & Dreams“ ein großes Ausrufezeichen setzen.

 

Mit 83,085 Prozent erzielte das Paar ein neues persönliches Bestergebnis und untermauerte einmal mehr seine Klasse und Erfahrung auf dem Weg in ein wichtiges Championatsjahr. Rang zwei ging an einen zunehmend gefestigt wirkenden Vayron NRW. Der großrahmige Sohn des Vitalis erhielt 74,915 Prozent. Entsprechend zufrieden zeigte sich Ingrid Klimke nach ihrem Ritt: „Er hat heute total losgelassen — eigentlich schon das ganze Wochenende — und war sehr zufrieden, wunderbar in der Anlehnung und immer bei mir. Er vertraut mir mehr, dadurch konnte ich von Punkt zu Punkt schöne Traversalen, tolle Verstärkungen und auch im Galopp sehr gute Momente zeigen. Ich bin wirklich happy.“

 

Die Plätze drei und vier gingen an Schweden. Maria von Essen und Invoice (v. Jazz) präsentierten sich in harmonischer Abstimmung und wurden mit 73,979 Prozent belohnt. Therese Nilshagen stellte ihr Nachwuchs Grand Prix Pferd Navarro erstmals auf Vier-Sterne-Niveau vor. Der imposante Rapphengst von Negro ließ sein großes Potenzial aufblitzen, verlor jedoch in missglückten Einerwechseln wertvolle Punkte und kam auf 72,213 Prozent.

 

Freestyle in Top-Form

 

Schon vor dem Einritt habe sich ein besonderer Ritt angekündigt, verriet Cathrine Laudrup-Dufour nach ihrem Sieg. „Sie ist heute schon beim Abreiten förmlich geflogen. Als sie ins Hauptstadion kam, hat sie diese größere Atmosphäre sofort gespürt, und genau das liebt sie. Sie liebt das Publikum.“ Bereits auf dem letzten kurzen Abreiten in der kleinen Arena habe sich die 17-jährige Fidermark Tochter angeboten. „Sie hat gesagt: Mami, komm, heute gehen wir dafür. Und dann habe ich nur gedacht Okay und Danke!“
Noch im Grand Prix zwei Tage zuvor hatte Laudrup-Dufour bewusst einen kontrollierten Ritt gewählt. „Ich finde es unseren Pferden gegenüber unfair, immer bis ans Limit zu gehen – gerade bei einem Pferd wie ihr, das in ihrem Leben schon so viel geleistet hat. Wir sind früh in der Saison, es war unser erstes Outdoor-Turnier.“ Umso besonderer sei es gewesen, dass Freestyle selbst heute mehr wollte.

 

Das Paar ließ selbst hoch technische Lektionen mühelos und beinahe spielerisch wirken. Für Laudrup-Dufour liegt genau darin das Besondere dieser Partnerschaft. „Wenn sie in der richtigen Form ist, macht sie alles mit Freude. Sie schwitzt kaum, obwohl es heute warm war, weil sie diese Arbeit liebt. Genau dieses Gefühl wollen wir als Reiter erreichen – dass man so eins wird, dass man mit den Lektionen spielt. Es ist wie Tanzen, wie gemeinsam im Flow sein.“ Auch nach unzähligen Prüfungen bleibt Mount St John Freestyle für ihre Reiterin außergewöhnlich. „Sie kennt ihren Job in- und auswendig, aber sie versucht nie, etwas abzukürzen oder sich zu sparen. Sie ist eine echte Performerin.“

 

Neben dem sportlichen Erfolg genoss Laudrup-Dufour auch die Rückkehr nach Hagen a.T.W. ganz persönlich. „Es war wunderschön, in diesem Jahr mit meiner Familie hier zu sein.“ Ehefrau Rasmine Laudrup-Dufour war parallel erfolgreich im Springen unterwegs. Und vielleicht, so deutete Cathrine augenzwinkernd an, wird auch Tochter Palma irgendwann Teil von Horses & Dreams: möglicherweise in einigen Jahren in der Führzügelklasse.

 

CDI4* Kür: Bachmann Andersen und Flash Gordon auf Championatskurs

 

Daniel Bachmann Andersen (DEN) hat im Preis der Nordpack GmbH eindrucksvoll unterstrichen, dass er mit Flash Gordon ein mögliches neues Championatspferd unter dem Sattel hat. Das Paar gewann die CDI4*-Grand Prix Kür* bei „20 Years Horses & Dreams“ mit 79,615 Prozent. Hinter dem dänischen Olympiasieger reihten sich drei deutsche Paare ein: Katharina Hemmer und Denoix PCH erhielten für ihre neue Kür 77,710 Prozent und wurden Zweite. Ingrid Klimke zeigte mit der Fürstenball-Tochter First Class eine harmonische Vorstellung, die mit 76,950 Prozent bewertet wurde. Rang vier ging an Semmieke Rothenberger und den 16-jährigen Farrington (v. Jazz) mit 76,509 Prozent.

 

Zu den besonderen Stärken von Flash Gordon zählen vor allem Pirouetten, Wechseltouren sowie Piaffe und Passage – Qualitäten, die der zwölfjährige Oldenburger auch in Hagen ausspielte. Erst seit Dezember stellt Daniel Bachmann Andersen den Fiderbach-Sohn international vor. Nach den Turnieren in Aarhus und Herning war Horses & Dreams erst das dritte gemeinsame CDI und zugleich erst der zweite gemeinsame Kür-Start. Bis Grand Prix war Flash Gordon von dem gebürtigen Luxemburger Mathis Goerens ausgebildet und erfolgreich national vorgestellt worden. Mit dem internationalen Debüt in Aarhus war schnell erkennbar, welches Potenzial in dieser neuen Kombination steckt. „Er hat sich super angefühlt und die Atmosphäre richtig gut angenommen“, freute sich Bachmann Andersen. „Leider musste er einmal in einer Traversale äpfeln, sonst wäre es eine rundum gelungene Runde gewesen. Ich bin wirklich glücklich mit ihm – er entwickelt sich zu einem kleinen Megastar.“

 

Auch Katharina Hemmer blickte trotz kleiner Schwierigkeiten positiv auf die Premiere ihrer neuen Kür mit Denoix PCH. Die Choreografie wurde bewusst auf die Vorlieben ihres EM-Mannschaftsgold Partners zugeschnitten, denn der Destano-Sohn fühlt sich im klassischen Grand Prix und Special bislang wohler als in der Kür. „Denoix hat die Kür verhältnismäßig gut angenommen“, sagte Hemmer. „Er fühlt sich beim Kürreiten einfach noch nicht ganz so wohl, deshalb habe ich versucht, das Programm so klassisch wie möglich anzulegen, um ihm mehr Sicherheit zu geben.“ Etwas beeindrucken ließ sich der Fuchswallach von der Atmosphäre und der Musik der vorangegangenen Ritte. „Draußen beim Abreiten hat er sich schon ein bisschen aufgeregt, als er die Musik gehört hat.“ Trotzdem zog Hemmer ein positives Fazit: „Wir brauchen einfach noch mehr Routine und werden weiter üben. Grundsätzlich war ich super zufrieden mit ihm.“

 

PM

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