Stühlmeyer im Springen, Kittel in der Dressur: Die Patri(c)ks prägen den Samstag von Horses & Dreams

Foto: Patrick Stühlmeyer und der erst neunjährige Hengst Chaloubino PS waren mit 35,43 Sekunden uneinholbar im „LET’S GET HOOVED“ Preis - Fotograf: reitsport-hellmann.de

Foto: Patrick Stühlmeyer und der erst neunjährige Hengst Chaloubino PS waren mit 35,43 Sekunden uneinholbar im „LET’S GET HOOVED“ Preis - Fotograf: reitsport-hellmann.de

(Hagen a.T.W.) Vor voll besetzten Zuschauertribünen und begeisterten Reitsportfans sicherte sich Lokalmatador Patrick Stühlmeyer die zweite Qualifikation zum Großen Preis der LVM Versicherung. Der „LET’S GET HOOVED“ Preis, eine internationale Springprüfung mit Stechen über 1,50 Meter, bot bei bestem Turnierwetter auf dem Borgberg Spitzensport und Spannung bis zum Schluss. Für den zweiten Umlauf qualifizierten sich 13 Paare, zwölf traten im Stechen an. Lange sah es nach einem Sieg für den amtierenden Deutschen Meister Mario Stevens aus, der mit Carrie (v. Christian) in 37,27 Sekunden die erste Bestmarke setzte. Dann sorgte der erst 17-jährige Belgier Seppe Wouters für ein kleines Kunststück: Mit der neunjährigen Roxanne de Regor blieb er exakt dieselbe Zeit schuldig – Gleichstand an der Spitze. Bemerkenswert: Wouters ist jünger als das Turnier Horses & Dreams selbst.

 

Doch dann kam Patrick Stühlmeyer. Gemeinsam mit dem erst neunjährigen Hengst Chaloubino PS zeigte er eine Runde, die Tempo und Stil vereinte und in 35,43 Sekunden unangetastet blieb. „Ich bin unglaublich stolz, so ein Pferd im Stall zu haben“, sagte Stühlmeyer nach seinem Sieg. Fünfjährig bekam er den Hengst zur Ausbildung in den Stall. „Er war Vize-Bundeschampion als Fünf- und Sechsjähriger in Warendorf, hatte dann mit sieben wegen des Deckeinsatzes etwas Pause und ist im vergangenen Jahr bereits sehr erfolgreich 1,50-Meter-Prüfungen gegangen. Er war oft Zweiter, ist immer überragend gesprungen und es ist daher umso schöner, dass er heute endlich ganz vorne steht. Das hat er verdient.“

 

Besonders auf dem letzten Sprung ging das Paar volles Risiko. „Nach dem vorletzten Sprung habe ich die erste Distanz gesehen, konnte die Linie sogar noch etwas von außen nach innen anreiten – ich glaube, da ging wirklich kein Galoppsprung weniger“, erklärte Stühlmeyer. Eine Meisterleistung, die auch Mario Stevens anerkennend würdigte und dem Sieger unmittelbar gratulierte.

 

Für den Großen Preis der LVM Versicherung am Sonntag wird Stühlmeyer allerdings nicht mit Chaloubino PS antreten, sondern mit dessen Stallgefährten Baloutaire PS, der erst vor zwei Wochen vom Weltcup-Finale in Fort Worth, Texas, zurückgekehrt ist. „Er hat die Reise super weggesteckt und war zu Hause gleich wieder frisch. Deshalb haben wir entschieden, dass Baloutaire hier in Hagen noch einmal an den Start geht.”

 

Kittel glänzt doppelt in der Burg-Pokal-Qualifikation

 

Parallel zum Springsport stand im Dressurstadion die Qualifikation zur Finalqualifikation des NÜRNBERGER BURG-POKALs der Dressurreiter 2026 auf dem Programm.

 

Patrik Kittel (SWE) gewann die Prüfung mit 74,171 Prozent mit der erst siebenjährigen J’Adore Dior H (v. Jovian), zudem platzierte er den achtjährigen Zanetti (v. Zoom) mit 71,049 Prozent auf Rang fünf.

 

„Einfach ein Top-Tag heute. Es macht einfach Spaß, hier in Hagen a.T.W. zu reiten. Die Sonne scheint, die Tribünen sind voll – besser geht es kaum. Und der Nürnberger Burg-Pokal ist immer etwas Besonderes. Die Serie verfolge und bewundere ich seit vielen Jahren, eigentlich seit ich nach Deutschland gekommen bin. Diese Prüfung ist eine unglaublich gute Sache. Junge Pferde können behutsam gefördert und an die nächste Klasse herangeführt werden.

 

J’Adore Dior H reite ich seit rund einem Jahr, Zanetti seit zwei Jahren. Viel Turnierroutine haben beide noch nicht, wir waren dieses Jahr nur einmal in Ankum in der Halle unterwegs und das war’s. Dann direkt nach Hagen zu fahren, ist vielleicht ein bisschen dreist. Aber wenn man es nicht versucht, kann man auch nicht gewinnen.

 

Beide Pferde sind unglaublich lektionssicher für ihr Alter, machen toll mit und bringen viel Qualität mit. J’Adore Dior H hatte im versammelten Schritt einen Moment, da sprang irgendwo im Springstadion wohl jemand Null und plötzlich wurde es laut. Ansonsten gab es Kleinigkeiten hier und da – aber insgesamt bin ich sehr glücklich. Schon morgen beide Pferde in so einem starken Starterfeld wieder reiten zu dürfen ist einfach cool.”

 

Frederic Wandres und Fänomen de Malleret (v. Foundation), Rang zwei mit 72.463%

 

„Fänomen de Malleret ist ein sehr ausdrucksstarkes Pferd. Leider hatten wir heute einen Fehler in der Galopp-Tour bei den Wechseln. Das war unser erstes Außenturnier in dieser Saison und vielleicht war das sogar ein kleiner Wake-up-Call für morgen. Wenn heute alles perfekt geklappt hätte, wäre man womöglich zu sicher in die nächste Runde gegangen. Bis dahin spielte er aber seine Stärken voll aus – im Trab, im Schritt und vor allem mit seiner Präsenz. Dazu kommt eine sehr gute Anlehnung.

 

Das Finale in Frankfurt sollte in diesem Jahr schon auf dem Zettel stehen. Wann, wo und wie sich das ergibt, wird man sehen. Für morgen lassen wir uns überraschen. Aber ich glaube, im Laufe der Saison ist er definitiv ein Kandidat dafür. Und wenn man so ein Pferd unter sich hat, dann denkt man schon: Das kann und sollte auch einmal in Frankfurt gehen. Er hat ein gutes Temperament, kann im Stall gegenüber seinen Kollegen durchaus ein bisschen hengstig sein. Wenn er durch die Stallgasse läuft, gibt er schon gern den kleinen Macho. Aber in dem Moment, in dem man drauf sitzt, ist alles ganz unkompliziert.“

 

Katharina Hemmer, Rang drei mit Escanciador (v. Escolar) und 72.024%

 

„Damit habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet. Emil ist mein eigenes Pferd — ich habe ihn Anfang dreijährig gekauft — und dass er sich hier heute so präsentiert, bei seinem ersten Übernachtungsturnier und vor dieser Kulisse, hat mich wirklich begeistert. Er ist ja schon seit Dienstag mit dabei und war mit Denoix und Special Gold in bester Gesellschaft – offenbar hat er sich gedacht: Was die können, kann ich auch.

 

Dass er die Qualität hat, weiß ich natürlich. Aber dass er das heute hier unter diesen Bedingungen so souverän gezeigt hat, hat mich wirklich gefreut. Morgen kann ich vielleicht hier und da noch etwas mehr riskieren. Gerade in den Verstärkungen hatte ich heute eher noch auf Sicherheit gesetzt, obwohl er eigentlich gut nach vorne wollte. Da versuche ich morgen vielleicht noch ein bisschen mehr herauszuholen. Aber ich bin in jedem Fall rundum glücklich.“

 

TOMBOLA bei Horses & Dreams am Samstag: Lose hier
TICKETS für Horses & Dreams:  https://horses-and-dreams.reservix.de/

 

PM

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