Foto: Henrike Ostermann und Caletta waren im Finale der Mittleren Tour die Schnellsten
Henrike Ostermann gewinnt das Finale der Mittleren Tour beim AGRAVIS-Cup
Mit Tempo und ohne Fehler zum Sieg in Oldenburg
Das war mal ein Statement. Als Vierte von 45 Startern eingeritten und direkt eine solche Duftmarke gesetzt, dass die Konkurrenz daran verzweifeln musste. Es war das Finale der Mittleren Tour beim AGRAVIS-Cup in Oldenburg, erneut eine Zwei-Phasen-Springprüfung. Nur ging es dieses Mal höher, also über 1,45 Meter. Und die Pferde durften älter als sieben Jahre sein und auch schon reichlich Erfahrung im großen Springsport mitbringen. Alles Kriterien, die das Pferd von Henrike Ostermann aus dem Landkreis Cloppenburg erfüllte. Mit Caletta hatte sie die hauseigene, 13-jährige Schimmel-Stute dabei, die sicher sprang und flott unterwegs war. Null Fehler und 26,37 Sekunden bedeuteten am Ende das Maß aller Dinge.
Henrike Ostermann kommt aus einem Verein, dessen Name unglaublich lang ist: Reit- und Fahrverein Löningen-Böen-Bunnen von 1927 e.V. Beim Blick auf das Gründungsjahr wird rasch klar, dass dieser Verein im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern wird. Vorfreude dürfte vorhanden sein. Genauso wie die Freude, die die Reiterin am Sonntagmittag bei ihrem Sieg um den Preis der R+V-Versicherungen empfand. Caletta kommt aus der Zucht von Henrikes Vater Egbert und befindet sich im Familienbesitz. Logisch, dass die Reiterin noch lange etwas von dem Vierbeiner haben kann. Seit zwei Jahren hat sie Caletta kontinuierlich in ihrem Beritt, nachdem sie die Stute vierjährig mal bei einer Prüfung in Rastede vorgestellt hatte.
Die 24-jährige Pferdewirtin arbeitet im Familienbetrieb und startete ihre Reitsportkarriere gemeinsam mit Papa im Sattel. Danach hat sie sich allerdings zunächst dem Fußball verschrieben, ehe es sie wieder zum Reiten zog. Das Gespann Henrike/Caletta ist durchaus ein erfolgreiches. Dieses Jahr starteten beide beim U-25-Springpokal in Aachen und möchten das auch im nächsten Jahr schaffen. Vor der Prüfung am Sonntagmittag in Oldenburg, so erzählt die Reiterin, „war Caletta heiß auf dem Abreiteplatz, gab sich danach aber schön locker und entspannt.“ Man sei dann recht ruhig, aber mit vollem Ehrgeiz eingeritten. Aus der Distanz wurden dann die Ritte der Konkurrenz verfolgt, vor allem Mario Stevens und Clara Blau fürchtete sie als die größten Widersacher. Aber beide haben es nicht geschafft, Ostermanns Ergebnis zu unterbieten.
Clara Blau (RuFV Rulle) wurde auf Paul (0 Fehler/27,34 Sekunden) Dritte, letztlich noch abgefangen vom Zweitplatzierten Sören Suppert (RV St. Georg Vorwerk) mit La Chapelle (0/26,94). Und Stevens hatte auf Caprice einen Abwurf in Phase zwei (4/27,53) und wurde Neunter. Dass der Parcours fair war, beweist die Tatsache, dass 21 der 45 Paare fehlerfrei in die zweite Phase kamen. Und dass dann noch einmal sieben Paare die zweite Phase ohne Fehler über die Bühne brachten, spricht für die Qualität von Ross und Reitenden. Am Ende entschieden wieder einmal nur Hundertstelsekunden. Und da hatte Caletta aus dem Hause Ostermann die Nüstern vorn.
PM





























